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Good-Morning-Editorial vom 29.05.2017 Let´s dance in Hannover

| Autor: Wilfried Platten

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Aufforderung zur Amnesie?
Aufforderung zur Amnesie?
(Bild: Deutsche Messe)

Also ganz so schnell kann ich nicht alles vergessen, was ich über die Cebit weiß – auch wenn die Deutsche Messe dazu auffordert. Satte 25 Märzwochen habe ich in Hannover verbracht, die erste 1988. Alles für einen Redakteurs-Frischling ziemlich aufregend, mit laborfrischen Prototypen hinter roten Vorhängen. Und dann die Umkehrerfahrung mit der Industrie: Der alte Informix-Stand in Halle 1 seligen Angedenkens war ein 3-stöckiges Monster mit Aufzug und Dachterrasse (die berühmten Trelemente), in dem sämtliche Kegelclubs der Lüneburger Heide hätten spielend übernachten können. Es war immer was los: die Overkill-Jahre der Jahrtausendwende, das Cebit Home Desaster und die Business-Fokussierung mit Schulklassen-Garnierung. Ganz zu schweigen von Saunahallen und Verkehrschaos plus Kost & Logis-Abzocke. Was für eine Erlösung, sich wieder gen Süden trollen zu dürfen.

Trotzdem (oder gerade deshalb?) bin ich immer gerne zur Cebit gefahren. Für das larmoyante Genöle hatte ich nie Verständnis. Wer meckert soll gefälligst zuhause bleiben. Denn eins ist die Cebit über all die Jahre und Konzeptänderungen hinweg immer geblieben: das Familientreffen einer Branche. Man muss sich ja nicht heiß und innig lieben, aber man weiß, dass man zusammengehört. Und für die periodische Vergewisserung dieser Gruppenidentität braucht man halt ein Ritual. Das war der tiefere Sinn der Cebit. Ob sie das auch als sommerliches „Innovationsfestival“ bleibt? Schön wär´s.

(ID:44711284)

Über den Autor

 Wilfried Platten

Wilfried Platten

Chefredakteur, IT-BUSINESS