15 Jahre Thinkpad Lenovo steigt 2008 in den Notebook-Consumer-Markt ein

Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Der gute Name des Geburtstagskindes Thinkpad soll nicht im Retail verheizt werden. Vielmehr werden es – nach ersten Privatkunden-Erfahrungen im Desktop-Umfeld – eigens dafür konzipierte Notebook-Modelle sein, mit denen Lenovo noch im ersten Halbjahr 2008 in den Consumer-Markt gehen will.

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Lenovo-Manager Marc Fischer schwelgte zum Thinkpad-Geburtstag in Erinnerungen.
Lenovo-Manager Marc Fischer schwelgte zum Thinkpad-Geburtstag in Erinnerungen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Lenovo-Laptops kommen im ersten Halbjahr 2008 in den Retail. Dies gab Lenovo-Deutschland-Chef Marc Fischer am Rande der 15. Geburtstagsfeier der Thinkpad-Notebooks bekannt. Weitere Details wollte der Manager nicht nennen, lediglich, dass es sich um eigens dafür konzipierte Modelle handeln wird.

Erste Gehversuche im Consumer-Umfeld startete Lenovo im Desktop-Umfeld mit der 3000K-Serie, die hierzulande seit April vertrieben wird. Preislich lagen diese bei Consumer-freundlichen 690 Euro. Aggressiv im Retail wurden sie jedoch nicht vertrieben – eher in den Lenovo-Stores und über Webseller. Was hingegen die Notebooks angeht, ist Lenovo gegenwärtig mit der 3000er-Reihe sowie den Thinkpad-Modellen nur im Firmenkundenumfeld platziert.

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Modellpolitik weicht auf

Allerdings sieht die Modellpolitik quer durch die Herstellergemeide gegenwärtig immer weniger Differenzierungen zwischen Privat- und Firmenkunden vor. Ein schleichender Trend, der bereits mit Einführung der DVD-Player 1997 einsetzte und auf den Namen »Consumerisation« hört. Die Branche wartet schon seit geraumer Zeit darauf, dass Lenovo auch hierzulande das Consumersegment angehen wird, denn im chinesischen Consumer-Markt hält Lenovo bereits seit Jahren die unangefochtene Spitzenposition im vertrieblichen Hersteller-Ranking.

Eine Frage des Images

Die Übernahme der ehemaligen PC-Sparte von IBM durch Lenovo gilt indessen bereits als geglückt. In allen Regionen schreibt das Unternehmen inzwischen schwarze Zahlen. Branchenexperten sind sich einig: Der Grund für den Erfolg liege darin, dass »mit denselben Leuten dasselbe Geschäft« betrieben werde. Das Zugpferd schlechthin sind dabei für den US-chinesischen Player die Thinkpad-Notebooks, die imagemäßig nach wie vor sehr gut auf den Mercedes-Beifahrersitz eines Rechtsanwaltes passen. Und wenn Image mitverkauft werden kann, hat man aus Herstellersicht preislich einen profitablen Margenspielraum und weniger Probleme im harten Konkurrenzkampf. Das gilt für Mercedes genauso wie für Thinkpads.

Happy Birthday, Thinkpad

Letztere feiern gerade ihren 15. Geburtstag. Zeit für Lenovos Deutschland-Geschäftsführer Marc Fischer, einen Blick auf die vergangenen 15 Jahre zu werfen. Entwickelt wurde das Gerät in den damaligen IBM- und heutigen Lenovo-Entwicklungslaboren im japanischen Yamato. »Das Design«, so der Manager, »war inspiriert von japanischen Lunchpack-Dosen« und der Name sollte eine Mischung aus Notizblock (»Pad«) und Vision oder Gedanke (»Think«) sein. Aus diesen Eckdaten heraus kam im Oktober 1992 das ThinkPad 300 auf den Markt – das Display noch etwas klein, aber schon eindeutig der Designvorläufer für alle darauf folgenden Modelle. Bis zum November 2003, also in den ersten elf Jahren, konnten 20 Millionen Thinkpads verkauft werden. Knapp drei Jahre später, im Oktober 2006, waren es schon 30 Millionen Modelle.

Ausflug ins Weltall

1999 wurden extraterrestrische Märkte erschlossen, scherzte Fischer auf der Thinkpad-Geburtstagsfeier für Journalisten und meinte damit den Einsatz eines Thinkpads auf der russischen Raumstation Mir. Später, im Jahre 2003, wurde das Thinkpad 750 zudem Ausrüstungsgegenstand auf dem Space-Shuttle Endevour. Dies verdeutliche die »Ingenieursgetriebenheit« bei Lenovo, so Fischer. Auf dieses Image werde man aufbauen – unter anderem mit dem Slogan »From the best engineers come the best Engineered PCs«.

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(ID:2008287)