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Startup entwickelt Aktivhaus der Zukunft, EEBus als Schnittstelle

Le Corbusier und das Smart Home

| Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Sylvia Lösel / Sylvia Lösel

Hommage an Le Corbusier: Das Smart-Home-Aktivhaus in der Weißenhofsiedlung
Hommage an Le Corbusier: Das Smart-Home-Aktivhaus in der Weißenhofsiedlung (Bild: AlphaEOS)

Energiemanagement, Haussteuerung, Smart Grid und Elektromobilität – die traditionsreiche Stuttgarter Weißenhofsiedlung ist einmal mehr Schauplatz für die Zukunft des Wohnens.

Wir schreiben das Jahr 1927. Auf einem Hügel vor der Stadt Stuttgart entstehen in vier Monaten 33 Flachdachhäuser. Das Ziel: Zeitgemäße Antworten auf die Frage „Wie wohnen?“ zu finden. 17 Architekten, darunter Walter Gropius, Le Corbusier und Peter Behrens, wetteiferten um die ultimative Wohnlösung.

Im Jahr 2014 entsteht an diesem geschichtsträchtigen Standort ein weiteres Haus. Auch hier ist es das Ziel, das Haus der Zukunft zu entwickeln. Doch während Le Corbusier mit Schiebewänden experimentierte, ist das vom Architekten Werner Sobek geplante Aktivhaus vernetzt, mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet und Bestandteil eines Smart Grids.

Das ist Out

Im Rahmen des Forschungsprojekts Aktivhaus B10 realisierte das Startup AlphaEOS ein selbstlernendes Smart-Home-System, das auf dem EEBus-Standard basiert. Damit sollen viele, vormals proprietäre Kommunikations-Schnittstellen abgeschafft werden und mehr Haustechniksysteme via Plug and Play integriert werden können.

Das ist In

Das Gebäude produziert über eine Photovoltaik-Anlage zwei Mal so viel Strom wie es selbst benötigt. Der überschüssige Strom dient einerseits zur Versorgung des benachbarten Weißenhofmuseums andererseits zum Auftanken von Elektroautos. „Eine enge Vernetzung von Elektromobilität und Haussteuerung macht den Alltag in Zukunft komfortabler“,so Jonathan Busse, Vorstand von AlphaEOS „Wenn ich überstürzt aufbrechen muss, sorgt das System automatisch dafür, dass alle Türen und Fenster geschlossen sind, der Herd ausgeschaltet ist und während meiner Abwesenheit möglichst wenig Energie verbraucht wird. Nähere ich mich mit meinem Fahrzeug dem Aktivhaus, öffnet sich das Tor, und Lichtstimmung und Raumtemperatur sind bereits wie gewünscht.“

Wirtschaftlich

Im Hintergrund lenkt ein Energiemanagement alle Energieströme, angepasst an den Tagesrhythmus und die Bedürfnisse der Nutzer. So wird möglichst viel selbst erzeugter Strom direkt verbraucht und die Einspeisung von Strom ins öffentliche Netz optimiert.

Durch die Anbindung an das virtuelle Kraftwerk des Projektpartners Next Kraftwerke weiß das AlphaEOS-System, wann es günstig ist, Strom einzuspeisen oder zu beziehen. „Mit diesen Informationen können wir beispielsweise den erzeugten Stromüberschuss marktkonform - durch Orientierung an den Handelspreisen der Strombörse - einspeisen“, sagt Busse. „Es ist aber auch möglich, durch eine gemeinsame Bilanzierung mit Nachbargebäuden einen lokalen Ausgleich im Quartier herzustellen.“

Das Energiemanagement macht das Haus zu einem aktiven Element im Energiesystem der Zukunft, dem Smart Grid. So können mit gezielt eingespeisten Stromüberschüssen die Lastspitzen schwächerer Gebäude in der Nachbarschaft ausgeglichen werden.

App-gefahren

Über eine speziell für das Projekt entwickelte Smartphone-App werden alle technischen Komponenten des Gebäudes, inklusive der Elektromobilität, in das Smart-Home-System eingebunden und angesteuert.

Die Bewohner oder Nutzer des Aktivhauses können alle Funktionen von überall mit dem Smartphone bedienen.

Die App vereinfacht Bedienung und Interaktion mit dem Gebäude und den Elektroautos. Sie verfügt neben einer klassischen auch erstmals über eine dynamische und kontextabhängige Bedienoberfläche. Diese passt sich dynamisch an die Tages- und Jahreszeit sowie die Gewohnheiten der Nutzer an: „Wenn es draußen dunkel wird, rücken die Bedienelemente zur Lichtsteuerung in den Vordergrund oder die Optionen zum Lademanagement immer dann, wenn die Elektrofahrzeuge geladen werden müssen“, beschreibt Busse.

Im ersten Betriebsjahr wird im Aktivhaus eine Büronutzung erprobt. Dazu hat AlphaEOS ein Labor für das Wohnen der Zukunft mit vier Arbeits- und Forschungsplätzen eingerichtet, um die sich Studierende und Nachwuchsforscher bewerben können. Nach einem Jahr wird das Gebäude dann für eine Wohnnutzung hergerichtet.

Interessenten können das Aktivhaus B10 auch live erleben. Auf Anfrage ist das Haus donnerstags für Besichtigungen geöffnet, auch individuelle Termine sind möglich.

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