Neue Top-Level-Domain geht an den Start Kontaktdaten werden bei .tel-Domain im DNS abgelegt

Redakteur: Sarah Gandorfer

Mit .tel ist seit Monatsbeginn eine neue Domain-Endung verfügbar. Das besondere daran: Kontaktdaten können direkt im Domain-Name-System (DNS) abgelegt werden. Das ermöglicht eine Online-Präsenz ohne Webseite. Nun kommt es auf die Akzeptanz im Markt an.

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Die neue Top-Level-Domain .tel hat mehr zu bieten als die klassischen Endungen der Internetseiten. Denn die Domain führt nicht unbedingt zu einer Webseite, sondern kann einfach nur auf Einträge in einer Kontaktdatenbank verweisen. Sie nutzt das DNS, also die Datenbank, welche Domain-Namen in IP-Adressen übersetzt, als Speicherort für Kontakte. Dort können Angaben wie Festnetz-, Mobiltelefon-, Fax- oder VoIP-Nummern sowie eMail-Adressen und Links hinterlegt werden. Aber auch Geo-Informationen und Schlüsselwörter können so weltweit verfügbar gemacht werden.

Als Vorzüge sehen die Initiatoren:

  • die schnelle Ladezeit. Da die Angaben direkt im DNS hinterlegt sind, benötigt die Abfrage nur den Bruchteil der Ladezeit einer Webseite, egal von welchem Endgerät aus.
  • zusätzliches indexieren bei Suchmaschinen. Weil .tel nicht das Web an sich, sondern die DNS nutzt, indexieren Suchmaschinen wie Google den Content zusätzlich zu den Inhalten schon existierender Websites.
  • einfaches kontaktieren. Über die Kontaktangaben sollen künftig direkte Verbindungen ermöglicht werden. Der Nutzer soll dann per Mausklick beispielsweise telefonieren oder mailen können.

Ob .tel sich durchsetzt wird von der Akzeptanz abhängig sein sowie der Innovation neuer darauf abgestimmter Anwendungen.

Systemhaus sieht es kritisch

Achim Heisler, Geschäftsführer des auf UCC-spezialisierten Systemhauses A-H-S, sieht das kritisch: »Die Idee ist interessant, da der Kommunikationsweg komplett vereinheitlicht werden kann. Derzeit fehlt es allerdings an interessanten Anwendungen. Für den normalen kommerziellen Einsatz sehe ich die Mittel noch nicht ausgereift.«

Der Geschäftsführer empfiehlt derzeit noch die Domains .de oder .com für den geschäftlichen Einsatz. Diese Endungen seien bekannt und würden auch von sehr restriktiven Filtern als eMail-Endung durchgelassen. »Selbst bei .biz- oder .info-Domains, kommt es schon einmal vor, dass diese im Spam-Ordner landen«, warnt Heisler.

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