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GfK Konsumklima

Konsumlaune war schon besser

| Autor: Heidemarie Schuster

Einbußen bei der Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung trüben die Stimmung der Konsumenten im März.
Einbußen bei der Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung trüben die Stimmung der Konsumenten im März. (Bild: Racle Fotodesign - stock.adobe.com)

Die Stimmung der Verbraucher ist im März 2019 im Vergleich zum Vormonat etwas angeschlagen. Die Konjunkturerwartung legt hingegen wieder zu. Dagegen verlieren sowohl die Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung etwas.

Nach einem zufriedenstellenden Start in das Jahr 2019 erleidet das Konsumklima im März einen kleinen Dämpfer, so die Konsumklima-Studie des Marktforschungsunternehmen GfK.

Konjunkturerwartung

Die sinkende Konjunkturerwartung der Verbraucher in Deutschland ist im März – zumindest vorläufig – zum Stillstand gekommen. Der Indikator gewinnt sieben Zähler hinzu und steigt damit auf 11,2 Punkte. Zuvor war er fünf Mal in Folge gesunken. Ob dies bereits der Beginn einer Trendwende ist, werden die kommenden Monate zeigen, erklären die Marktforscher der GfK. Insgesamt hat die Konjunkturstimmung in den letzten 12 Monaten knapp 35 Punkte verloren.

Die Verbraucher gehen der GfK zufolge zwar nicht davon aus, dass Deutschland in diesem Jahr in eine Rezession schlittert, sie sehen aber auch eine spürbare Abkühlung der Konjunktur. Bestätigt werden sie durch die kürzlich veröffentlichte Prognose des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVR). Denn die sogenannten „Fünf Weisen“ haben ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr von ursprünglich 1,7 auf nur noch 0,8 Prozent herabgesetzt. Sie gehen aber nur von einer vorübergehenden Schwächephase aus, denn für das kommende Jahr prognostizieren sie wieder ein Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent.

Dabei ist der Abschwung weniger hausgemacht als vielmehr außenwirtschaftlich begründet, so die GfK. Sowohl die Hängepartie um Termin und Art des Austritts Großbritanniens aus der EU als auch der schwelende Handelskonflikt der EU mit den USA sorgen offenbar für wachsende Verunsicherung bei den Verbrauchern. Handelshemmnisse, wie zum Beispiel steigende Zölle, führen gerade für die Exportnation Deutschland zu einer Belastung.

Einkommenserwartung

Einbußen gibt es im März aber bei der Einkommenserwartung. Nach einem Minus von 4,1 Zählern liegt die Einkommensstimmung bei 55,9 Punkten. Nach wie vor weist der Indikator ein überaus hohes Niveau auf. Auch im Vergleich zum Vorjahr ist immer noch ein Plus zu verzeichnen (+1,0 Punkte). Damit hat sich die Differenz zwischen Konjunktur- und Einkommenserwartung innerhalb eines Monats um mehr als zehn Punkte verringert.

Trotz der aktuellen Verluste kann der Einkommensindikator seine gute Position behaupten. Vor allem die anhaltend gute Verfassung des deutschen Arbeitsmarktes sorgt für eine optimistische Einkommensstimmung, erklären die Marktforscher. Die Erwerbstätigkeit nehme weiter zu und sorge mit dafür, dass auch die Löhne und Gehälter spürbar steigen. Davon wiederum würden auch die Rentner profitieren, deren Altersbezüge an die Lohnentwicklung in Deutschland gekoppelt sind.

Anschaffungsneigung

Auch die Anschaffungsneigung geht im März zurück. Nach einem Minus von 3,4 Zählern weist der Indikator 50,2 Punkte auf. Dies ist der niedrigste Wert seit mehr als zwei Jahren. Im Dezember 2016 wurde mit 48 Punkten zuletzt ein schwächerer Wert gemessen.

Trotz der Verluste bleibt die Konsumlaune der Bundesbürger ausgesprochen gut. Die stabile Lage auf dem Arbeitsmarkt mit einer weiter steigenden Erwerbstätigkeit sorgt dafür, dass die Verbraucher auch künftig bereit sein werden, ihr Geld auszugeben – zumal das Sparen aufgrund der Niedrigzinsphase keine attraktive Alternative ist.

Konsumklima

Da die für das Konsumklima zentralen Indikatoren – Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung – aktuell Verluste hinnehmen müssen, zeigt das Konsumklima für April einen Rückgang gegenüber dem Vormonat von 0,3 auf 10,4 Punkte. Damit hat der erfreuliche Start des Indikators ins Jahr 2019 einen ersten Dämpfer erhalten.

Dennoch ist laut GfK davon auszugehen, dass der Konsum in diesem Jahr eine wichtige Stütze der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland sein wird. Dies setze allerdings voraus, dass die Verunsicherung, die durch Brexit und Handelskonflikt entstanden sei, nicht weiter zunimmt. Vor allem sollte ein Übergriff dieser Verunsicherung auf Arbeitsmarktaussichten vermieden werden. Denn wenn die Arbeitnehmer den Eindruck gewinnen, dass ihr Job nicht mehr ganz so sicher ist wie bisher, werden sie auch im Hinblick auf ihre Ausgaben vorsichtiger. In diesem Falle würde das Konsumklima sicherlich belastet werden und die zu Jahresbeginn vorgenommene Prognose von 1,5 Prozent wäre nicht zu halten.

Zur Studie

Der Befragungszeitraum für die aktuelle Analyse war vom 1. bis 15. März 2019. Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „GfK-Konsumklima MAXX“ und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet, prognostiziert und ausführlich kommentiert. Darüber hinaus finden sich darin auch Informationen über die Ausgabevorhaben der Verbraucher für 20 Bereiche der Gebrauchsgüter-, Verbrauchsgüter- und Dienstleistungsmärkte.

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