Plusserver positioniert sich als vierter Hyperscaler Konkurrenz am Cloud-Firmament

Autor Sarah Böttcher

Plusserver möchte sich als vierter Hyperscaler am deutschen Cloud-Markt etablieren. Mit deutscher Rechenzentrumsarchitektur und einem Cloud Native Offering ist das Portfolio der Cloud Company „extrem unique“ und vielversprechend, ist Alexander Wallner, CEO bei Plusserver, überzeugt.

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Es wird eng am Cloud-Firmament: Plusserver möchte sich als vierter Hyperscaler am deutschen Markt positionieren.
Es wird eng am Cloud-Firmament: Plusserver möchte sich als vierter Hyperscaler am deutschen Markt positionieren.
(Bild: Sergey Nivens - stock.adobe.com / [M] Udo Scherlin)

Der IaaS-Markt wächst weiter stark. Trotz des schon immens großen Volumens bleibt Cloud eines der am stärksten wachsenden Segmente des ITK-Markts. Während im lukrativen Cloud-Markt die Hyperscaler die Nase vorn haben, ist Gaia-X ein Versuch europäischer Cloud Provider, nicht in der Versenkung zu verschwinden. Laut einer aktuellen Studie von IDC wird das europäische Projekt von der Mehrzahl der Befragten mit Interesse verfolgt. 90 Prozent haben sich mehr oder minder intensiv mit Gaia-X auseinandergesetzt oder zumindest von dem Projekt Notiz genommen. Gut ein Drittel der befragten Entscheider gab an, Gaia-X-Angebote zu nutzen. Die schleppende Umsetzung ist der Studie zufolge jedoch ein klarer Kritikpunkt.

Gaia-X als Chance

Alexander Wallner, CEO bei Plusserver
Alexander Wallner, CEO bei Plusserver
(Bild: Plusserver)

Doch sicher ist: Gaia-X stärkt die Position lokaler und regionaler Anbieter. Der Kölner Provider Plusserver ist bisher der einzige deutsche Anbieter mit einem Gaia-X-kompatiblen Public-Cloud-Angebot, das vollständig auf dem Sovereign Cloud Stack (SCS) basiert. „Ohne unsere Open-Source-Cloud Pluscloud open im Portfolio würde ich mich unwohl fühlen“, merkt Alexander Wallner, CEO bei Plusserver, an. Denn DSGVO-konforme Anbieter und europäische Datenräume gewinnen zunehmend an Bedeutung. Vor allem für Kunden aus dem öffentlichen Sektor, für die die DSGVO-Konformität ein Must-have ist. „Die Kombination eigener Rechenzentren mit Standort in Deutschland und unserem Cloud Native Offering macht uns extrem unique“, ist der langjährige Netapp-Manager überzeugt.

Neben der Open-Source-Cloud bietet das Kölner Unternehmen unter dem Namen Pluscloud auch Infrastrukturservices, die klassisch auf einer VMware-Plattform basieren. „Lediglich eine VMware-basierte Cloud anzubieten, die im Prinzip nur Hosting 2.0 ist, wird in Zukunft jedoch nicht reichen. Service Provider müssen eigene Intellectual Property für Cloud entwickeln“, betont der Channel-Experte. Nur so können sie neben den Hyperscalern am Markt fortbestehen. Der Provider betreibt die Infrastruktur für Pluscloud und Pluscloud open in vier Rechenzentren an den Standorten Düsseldorf, Hamburg und Köln.

„Die Umsätze im Cloud-Geschäft wachsen, aber ich bin noch nicht zufrieden“, kritisiert Wallner. „Das muss schneller gehen!“ Deshalb forciert der CEO bei dem Managed Multicloud Provider mit Budget und Manpower die Weiterentwicklung der Open-Source-Cloud. „In Deutschland positionieren wir uns als das vierte Standbein in einer Multicloud-Strategie. Wir wollen der regionale beziehungsweise lokale Hyperscaler sein“, nennt der Plusserver-CEO kein geringes Ziel. Denn neben AWS, Google und Microsoft tummeln sich noch einige europäische Player wie beispielsweise Deutschlands größter Hosting-Anbieter Ionos, der französische Provider OVHcloud oder der österreichische Dienstleister A1 Digital am Markt.

Plusserver transformiert sich

Um sich von den Mitbewerbern abzusetzen, haben die Kölner die Transformation von einem Hosting- und Service-Anbieter zu einer Product und Cloud Company eingeleitet. Verbunden ist dieser Prozesse mit der internen Weiterbildung von Mitarbeitern, weil der Provider für die Umsetzung der Strategie mehr Entwickler-Skills benötigt. Im Fokus steht dabei klar das eigene Cloud-Native-Angebot. Denn über kurz oder lang, ist Wallner überzeugt, geht jeder Kunde den Weg vom Hosting in die Cloud: „Das klassische Hosting ist kein wachsendes Geschäft. Unsere Kunden erwarten eine Weiterentwicklung dieses sehr klassischen Geschäftsmodells.“ Tatsächlich habe das Unternehmen in der Vergangenheit einige Hosting-Kunden an die Hyperscaler verloren, berichtet der CEO.

Plusserver wird seinen Kunden jedoch auch weiterhin klassische Dienstleistungen wie Legacy- und SAP-Beratung anbieten. Obwohl das Ziel darin besteht, die meisten Kunden mit ihren Workloads in die Cloud zu migrieren, wird sich der ITK-Channel noch mindestens ein Jahrzehnt lang in einer hybriden Übergangsphase zwischen On Premises und Cloud befinden. Somit wird es laut Wallner nicht ausreichen, dem Endkunden lediglich einen Technologie-Stack zur Verfügung zu stellen. Man muss ihn auch holistisch mit auf die Cloud-Reise nehmen und unterstützen. Darüber hinaus bieten die Rheinländer nach wie vor klassisches Hosting an, aber auch Managed Services, mit denen sie Kunden beim Betrieb von Workloads in den Clouds von AWS, Google und Microsoft Azure unterstützen.

Die Rolle des Channels

Ferner agiert Plusserver über Beratungsunternehmen wie Avenga oder Accenture, und über Systemhäuser wie Bechtle am Markt. Erst im vergangenen Monat gab der Kölner Provider die Partnerschaft mit der schwäbischen Gruppe bekannt. Im Rahmen der Zusammenarbeit vermarktet das Systemhaus mit Hauptsitz in Neckarsulm die Angebote Pluscloud und Pluscloud open. „Für uns ist der Channel extrem relevant. Systemhäuser agieren in Deutschland als Trusted Advisor unserer Kunden“, weiß Wallner um die Bedeutung des Partnerkanals und stellt weitere Allianzen in Aussicht. Momentan kooperiert Plusserver laut eigenen Angaben mit rund 30 Systemhäusern.

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