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Insolvenz von Eastman Kodak zieht weitere Kreise

Kodak muss Scannersparte und Filmgeschäft verkaufen

| Redakteur: Harry Jacob

Antonio M. Perez, CEO und Chairman der Eastman Kodak Company
Antonio M. Perez, CEO und Chairman der Eastman Kodak Company

Die Restrukturierung des Foto-Pioniers Eastman Kodak kommt nicht wie geplant voran. Geld für einen Neuanfang soll durch das Abstoßen weiterer Unternehmensteile hereinkommen.

Jetzt legt Eastman Kodak die Axt an die Wurzeln des Unternehmens. Das Filmgeschäft, auf das sich der Konzern vor 120 gründete, soll verkauft werden. Denn Filme und Fotopapier werden angesichts der zunehmenden Digitalisierung in vielen Bereichen überflüssig.

Der Versuch, sich stattdessen mit personalisierten Fotoprodukten wie Grußkarten, Kalendern und Fotobüchern zu etablieren, wird ebenfalls aufgegeben. Auch diese Sparte steht zum Verkauf. Und nicht zuletzt wird sogar das IT-nahe Segment Scanner und Dokumenten-Management-Software abgestoßen. Erst kürzlich hatte Kodak diesen Bereich um „Scannen in der Cloud“ erweitert.

Der Verkauf der genannten Unternehmensteile soll schnell wie möglich erfolgen. Der Konzern hofft auf einen Abschluss bis Ende März 2013.

Schwieriger Neubeginn

Anfang des Jahres musste der Kodak-Konzern Insolvenz anmelden. In der Folge zog er sich bereits aus den Produktfeldern Diafilme, Kameras und digitale Bilderrahmen zurück. Um die Krise zu überwinden, wollte Kodak zudem sein umfangreiches Patentportfolio versilbern.

Doch ein Rechtsstreit mit Apple und RIM, der möglichen Interessenten den Wert dieses geistigen Eigentums verdeutlichen sollte, erwies sich als Bumerang: Eines der wichtigsten Patente wurde für nichtig erklärt. Wie der Konzern mitteilte, laufen derzeit trotzdem Verkaufsgespräche. Der Ausgang sei jedoch ungewiss, es könnte auch passieren, dass die Patente im Unternehmen verbleiben.

Zukunft als Druckspezialist angestrebt

Im Rahmen des Insolvenzverfahrens unter dem Schutz von Chapter 11 will sich Eastman Kodak zu einem Spezialisten für kommerziellen Druck, „Functional Printing“ (dazu gehören zum Beispiel der Druck von elektronische Layouts ebenso wie 3D-Formgebung) und Verpackungsdruck wandeln. Ergänzt werden soll das Hardware-Angebot durch umfangreiche Services.

„Das ist der Kern der Zukunft von Kodak“, betonte der CEO und Chairman, Antonio M. Perez. Die genannten Geschäftszweige böten weltweit langfristige Wachstums-Chancen. Kodak könne hier aufgrund seiner überlegenen Erfahrung in der Materialforschung und in Beschichtungstechnologien zusammen mit dem Know-how der digitalen Bildverarbeitung zu einem führenden Unternehmen in wichtigen Wachstumsmärkten werden.

Wie Perez anmerkte, werde Kodak daneben die noch verbliebenen Sparten weiter betreiben, darunter Consumer-Drucker, das kommerzielle Filmgeschäft sowie die Sparte Entertainment Imaging, die Produkte für Film- und Fernseh-Studios vertreibt, und auch das Geschäft mit Spezial-Chemikalien bleibt bestehen. |ha

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