Das rollende Rechenzentrum Crew-Car zu Besuch Klein- und oho: Kramer & Crew zeigt Hochverfügbarkeit per Sprinter

Redakteur: Ulrike Ostler

Kramer & Crew ist auf Hochverfügbarkeitslösungen spezialisiert. Inhaber Uwe Kramer und seine Crew verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz. Im Mittelpunkt stehen derzeit Virtualisierung, Konsolidierung und Daten-Management. Um der vorwiegend mittelständischen Klientel das eigene Konzept überzeugend vor Ort zu demonstrieren, hat der 1992 gegründete Systemintegrator die komplette RZ-Infrastruktur in einen Van eingebaut.

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Uwe Kramer (vorne) besuchte mit dem Crew Car die Redaktion IP-Insider; Im Hintergrund die Redakteurin Ulrike Ostler. Bild: Sarah Meier
Uwe Kramer (vorne) besuchte mit dem Crew Car die Redaktion IP-Insider; Im Hintergrund die Redakteurin Ulrike Ostler. Bild: Sarah Meier
( Archiv: Vogel Business Media )

Der Hauptsitz von Kramer & Crew befindet sich in Köln, Niederlassungen existieren für das Rhein-Main-Gebiet in Limburg und für den süddeutschen Raum in Markdorf am Bodensee. Doch das reicht dem Team nicht.

Um seinen Kunden das Konzept und die Umsetzung vor Ort präsentieren zu können, ließ der Chef einen Mercedes-Sprinter mit kompletter IT-Infrastruktur ausstatten. Nach Terminvereinbarung machen sich seit 2007 jeweils zwei IT-Experten auf den Weg zum Interessenten. Pro Monat ist das Crew-Car zehn bis zwölf Tage unterwegs; zwei bis drei Kundentermine können pro Tag auf diese Weise zustande kommen.

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Uwe Kramer erläutert die Vorteile seines Konzepts: „Die von uns angebotenen Dienstleistungen lassen sich nur schlecht auf einem Laptop zeigen. Außerdem sind wir der Ansicht, dass herkömmliche Methoden zur Präsentation von Produkten und Lösungen schnell ermüden – und der Kunde spart sich ganz nebenbei den Kosten- und Zeitaufwand für eine Reise.

Mit dem Van auf Tour

Tatsächlich ist die Vertriebs-Idee von Erfolg gekrönt: „Die Unternehmen sind begeistert von unserer Idee.“

Der Sprinter bietet Raum für Präsentation mit Großbildschirm und Sitzecke inklusive Tisch sowie Technik, einschließlich Kaffeemaschine. Die allerdings zieht mit 1.000 Watt so viel Strom, dass sie nicht parallel zum Rechenzentrumsbetrieb funktioniert. Etwa 3,5 Kilovoltampere (KVA) gibt der Generator her.

Während des Fahrens ist das Datacenter ausgeschaltet. Etwa 10 bis 15 Minuten benötigt die IT, um wieder einsatzfähig zu sein. Dann kann sie allerdings selbst komplexe Prozesse wie SAN-Virtualisierung oder Storage- und Datenmanagement abbilden. Die Kunden erleben live, was passiert – etwa ein Failover wenn einer den Stecker zieht oder wie ein Storage-Pool funktioniert.

Verkabelt ist die Technik über Cat6- und Lichtwellenleiter. Die Unterbrechungsfreie Stromversorgung basiert auf „APC Smart UPS 3000“. Der „KVM over IP“-Switch stammt von Aten und der VLAN-Switch von Linksys.

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Derzeit bewegen die Kunden und damit das Crew-Car-Team insbesondere zwei Themenkomplexe: „grüne“ Informationstechnologie und Daten-Management-Lösungen.

Nach Ansicht des Systemintegrators ist in der Informationstechnologie eine Senkung des Energiebedarfs und der damit im Zusammenhang stehenden Kosten ohne ganzheitliche Konsolidierung der IT-Infrastruktur unmöglich. „Aktuell stehen viele Betriebe vor dem Problem, dass sie auf der einen Seite den Energiebedarf senken möchten, auf der anderen Seite aber die Kapazitätsgrenzen bereits erreicht sind und eigentlich noch zusätzliche Server und Storages benötigt werden“, beschreibt Firmenchef Kramer, das Dilemma.

Die Server

Der Ausweg bestehe alleine in einer umfassende Umstellung der bestehenden Systeme. Allerdings treffe das Unternehmen noch häufig auf Insellösungen und die seien wenig erfolgversprechend.

Im Rahmen der Server-Konsolidierung baut Kramer & Crew auf die Enterprise-Systeme von den Herstellern Unisys, Fujitsu und HP. Kramer begründet die Auswahl damit, dass es sich um eine flexible System-Architektur auf Großrechnerniveau handle. „Die Verbindung der langjährigen Erfahrung mit Industriestandard-Komponenten führt im Ergebnis zur Bereitstellung der leistungsstärksten Server für den Einsatz mit handelsüblichen Betriebssystemen wie Microsoft, Windows und Linux“, so der Crew-Car-Erfinder.

Ein weiteres und laut Kramer „herausragendes“ Merkmal der hochverfügbaren Server sei das Wachsen der Server-Leistung in kleinen Schritten. „Somit wird eine Flexibilität bei Performance und Skalierbarkeit erreicht, die weit über die von Standard-Servern hinausgeht.“

Das Speichern

Auch die Storage-Systeme bleiben von der Konsolidierung nicht verschont. Verteilte Storage-Lösungen, bei denen jeder einzelne Server seine eigenen Speicherressourcen unterhält seien schlichtweg nicht gerade energiesparend und dabei auch noch teuer und unrentabel.

„Aus diesem Grund hat sich die zentrale Datenspeicherung als richtige Methode erwiesen“, sagt Kramer. Dabei reiche allerdings „die einfache Zentralisierung der Storage-Ressourcen nicht aus, um die stetig wachsende Flut an Bestands- und Änderungsdaten in Unternehmen zu bewältigen.

„Damit die Speicherzentralisierung ihre gesamte Wirkung entfaltet, muss sie mit Intelligenz ausgestattet werden“, fordert Kramer. Als bestmögliche Vorgehensweise habe sich die Virtualisierung erwiesen. Kramer & Crew nutzen in diesem Bereich schon seit Jahren die Storage-Virtualisierungssoftware von Datacore, „SAN symphony“ und „SAN melody“.

Erst das Zusammenspiel aus Konsolidierung und Virtualisierung könne die Hardware signifikant reduzieren und damit die Energiekosten.

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Kramer stellt auch die weiteren Hauptbestendteile seiner IT-Infrastruktur vor: Der Industrie-Server von Fujitsu „Primenergy RX900“ beispielsweise eigne sich insbesondere für geschäftskritische Backend-Services, horizontale Skalierung von Unternehmensarbeitslasten und leistungsstarke Datenbankverarbeitung.

„Es handelt sich um einen hoch skalierbaren 8-Socket Rack Server auf Basis der Intel Xeon-Prozessorserie 7500. Diese Server-Technologie fängt da an, wo 4-Socket-Server aufhören“, erläutert der Geschäftsführer.

Der Server zeichne sich durch hohe Skalierbarkeit und Leistung mit 64 Cores, Speichererweiterung bis zu 2 Terabytes und eine I/O-Gesamtbandbreite von 100 Gigabyte pro Sekunde sowie 14x PCIex8 und 2x 10 Gigabit-Ethernet onboard aus.

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Insbesondere sehr große Datenbanksysteme wie Oracle, Microsoft SQL Server, MySQL, und DB2 sowie Anwendungen zur Verarbeitung umfangreicher Transaktionen profitierten von der effizienten Skalierbarkeit und der großen I/O-Bandbreite zwischen den High-End-Enterprise-Server Systemen und dem Virtualisierungs-Layer SANsymphony und SANmelody. Kramer sagt: „Solche Umgebungen sind für den unkomplizierten, bedarfsgerechten Leistungsausbau konzipiert, und dadurch leicht an die individuellen Unternehmensanforderungen anzupassen.“

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Reine Backup-Produkte reichen nicht mehr

Kramer ist zudem der Vorsitzende des Deutschen Forums für Hochverfügbarkeit bei der Software-Initiative Deutschland. In dieser Eigenschaft kümmert er sich Probleme, die durch die ständig wachsenden Datenmengen entstehen, das Absichern, die langfristig Archivierund und Wiederherstellung. Er sagt: „Reine Backup-Produkte sind bei weitem nicht mehr ausreichend.“

Seinen Ausführungen zufolge gehört die Zukunft integrierten Daten-Management-Lösungen, die eine Sicherung mit granularem Restore, hierarchischem Speicher-Management (HSM) und Archivierung bieten und eine globale Suche mit logischer Sicht auf die Daten bereitstellen.

„Mit HSM lassen sich inaktive Dateien kennzeichnen und in einen Backup-Speicher auslagern. Dabei können verschiedene Merkmale wie etwa die Häufigkeit des Zugriffs, das Datum des letzten Zugriffs oder auch die Größe ausschlaggebend sein. Diese Dateien blockieren demnach keinen Speicherplatz mehr und können dennoch jederzeit wieder aufgerufen werden“, führt Kramer aus. Diese Vorgehensweise entlaste laufende Systeme; dort könnten keine Datenfriedhöfe mehr entstehen.

Integriertes Daten-Management

In der täglichen Praxis beobachten die IT-Spezialisten von Kramer & Crew häufig, dass mehr als ein Mitarbeiter mit identischen Dateien hantiert – und diese natürlich auch wieder im System ablegt. Die Folge: Gleiche oder zumindest kaum veränderte Informationen sind doppelt und dreifach vorhanden. Deduplizierung kann solche Dateien identifiziert und beseitigen.

Kramer setzt hier auf Commvault-Technik. Das Daten-Management-System bilde häufig die Basis für die Implementierungen von Kramer & Crew. Diese hätten zudem den Vorteil, dass sie dynamisch aufgebaut seien und stetig mit dem wachsenden Bedarf eines Unternehmens Schritt halten könnten.“

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