IT-Trends 2022 KI, Container und Kontinuierliche Integration

Ein Gastbeitrag von Thomas Sandner und Matthias Frühauf*

Fachkräftemangel, KI, und Container gehören laut Danny Allan, Matthias Frühauf und Thomas Sandner von Veeam Software, einem Anbieter von Backup-, Wiederherstellungs- und Datenmanagement-Lösungen, zu den Themen, welche die IT-Branche in den kommenden Monaten bewegen werden.

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Veeam wagt einen Blick auf die Entwicklungen der kommenden Monate.
Veeam wagt einen Blick auf die Entwicklungen der kommenden Monate.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Danny Allan, CTO und SVP Product Strategy bei Veeam, Matthias Frühauf, Regional Vice President Germany, und Thomas Sandner, Senior Director Technical Sales Germany geben Auskunft darüber, welche technischen Lösungen wichtig werden und welche Hürden es in den kommenden Monaten zu meistern gilt.

Der Tech-Arbeitsmarkt wird teurer

Die COVID-19-Konjunktur und die darauf folgende große Resignation hat in den letzten zwei Jahren sicherlich ihre Spuren in der Tech-Branche hinterlassen. Die Gehälter werden ab 2022 steigen, um Anreize für hochqualifiziertes Personal zu schaffen. Daraus ergibt sich eine interessante Dynamik, die vor allem für die Start-up-Branche eine große Herausforderung darstellt, denn die größeren Unternehmen und die Tech-Giganten können diese hohen Gehälter stemmen und sich so Vorteile im Kampf um eine wettbewerbsfähige Belegschaft ergattern. Es könnte durchaus sein, dass junge, qualifizierte Mitarbeiter zu den alten, bewährten Unternehmen zurückkehren werden, um so auf den harten Wettbewerb in den Start-ups zu verzichten. Dies könnte zu einer Talentlücke führen, die jahrelang anhält.

Kontinuierliche Integration und Bereitstellung

Ein Memo von Bill Gates aus dem Jahr 2001 wurde zum Industriestandard für die Konzeption, Entwicklung und Bereitstellung komplexer Software-Systeme. Nun hat man das Gefühl, dass es seitdem keinen neuen Standard gibt. IT-Teams und Entwickler haben es sich zur Gewohnheit gemacht, bekannte Technologiesysteme zu übernehmen und neue Bereiche, wie kontinuierliche Integration und Bereitstellung (CI/CD), nicht zu standardisieren. Im Jahr 2022 werden wir deshalb eine Verschiebung hin zu mehr Stabilität und Standardisierung für Continuous Integration (CI) und Continuous Delivery (CD) erleben. IT-Führungskräfte haben die Möglichkeit, aus diesem wachstumsstarken und wertvollen Markt viel Kapital zu schlagen und das Day-Two-Operations-Problem zu lösen.

Künstliche Intelligenz und Automatisierung

Der Mangel an qualifizierten Fachkräften wird dazu führen, dass viele Stellen unbesetzt bleiben und somit der Weg für die Weiterentwicklung künstlicher Intelligenz und Automatisierung frei wird, um neue Positionen zu definieren. Zum Beispiel haben wir mit der Einführung von Kellnerrobotern während der Corona-Pandemie gesehen, wie diese Technologie die Dienstleistungsbranche erobert hat. Im Jahr 2022 werden künstliche Intelligenz und Automatisierung in der Lage sein, Stellen in anderen stark betroffenen Sektoren wie in der Finanz-, Gesundheits-, Rechts- und IT-Branche zu besetzen. Diese Entwicklung wird sich vor allem auf Einstiegspositionen auswirken und es Berufsanfängern erschweren, in Zukunft Berufserfahrung zu sammeln.

Container werden zum Mainstream

Viele Unternehmen gingen fälschlicherweise davon aus, dass die meisten Mitarbeiter im Jahr 2021 wie gewohnt ins Büro zurückkehren würden. Stattdessen setzte sich die Fernarbeit im großen Stil fort, und die Unternehmen waren gezwungen, eine langfristige Strategie aufzusetzen, um effizientes Arbeiten sicherzustellen und den Mitarbeitern ein flexibles und gleichzeitig attraktives Arbeitsmodell anzubieten. Das Homeoffice aber erfordert vor allem Cloud-basierte Lösungen, was zu einer explosionsartigen Verbreitung von Cloud-Diensten führte. Aus diesem Grund werden Container im Jahr 2022 ganz allgemein Einzug erhalten, wodurch der Generationswechsel zur Cloud für Unternehmen vereinfacht wird.

Spezielle Herausforderungen und Entwicklungen für den deutschen Markt

Thomas Sandner, Senior Director Technical Sales Germany, Veeam Software.
Thomas Sandner, Senior Director Technical Sales Germany, Veeam Software.
(Alexey Testov)

Das Gehalt, besonders im Presales-Bereich, hat sich in den letzten fünf Jahren in etwa verdoppelt. Ein gut ausgebildeter Techniker mit einschlägiger Erfahrung ist mittlerweile richtig kostenintensiv als Ressource. Bedingt durch die Corona-Pandemie sind einige Mitarbeiter über die Fernarbeit in ein für sie bevorzugtes Arbeitsmodell gerutscht und wollen nicht mehr wechseln. Work-Life-Balance als Schlagwort spielt hier eine wichtige Rolle. Diese Unwilligkeit zum Wechsel macht es für Unternehmer schwieriger, das dringend benötigte hochqualifizierte Personal anzuwerben und einige werden kaum in der Lage sein, das geforderte Gehalt zu bezahlen.

Matthias Frühauf, Regional Vice President Germany, Veeam Software.
Matthias Frühauf, Regional Vice President Germany, Veeam Software.
(MAXIM ZAYTSEV)

Die Gründungswelle der Systemhäuser in Deutschland erlebten wir in den 1990er-Jahren, doch nun haben wir einen Mangel an jungen Angestellten in diesen kleineren Unternehmen, die außerdem für größere Konzerne interessant sind. Somit müssen diese gleichzeitig mit dem Fachkräftemangel und möglichen Übernahmen kämpfen, was sicherlich zu einer Konsolidierungswelle im Channel-Bereich führen wird.

*Die Autoren: Thomas Sandner, Senior Director Technical Sales Germany bei Veeam, und Matthias Frühauf, Regional Vice President Germany bei Veeam.

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