Steuersoftware Kein Euro zu verschenken

Redakteur: Christian Träger

Die Mehrwertsteuererhöhung drückt ab diesem Jahr auf die Geldbeutel der Bundesbürger. Auch steigende Energiekosten oder die Kürzungen bei der Pendlerpauschale sind Grund genug, sich vom Staat über die Steuererklärung 2006 ein wenig Geld zurückzuholen.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Kaum ist die Festtagsstimmung verraucht und der Rest des Silvesterfeuerwerks von den Straßen gefegt, wartet auf die Steuerzahler bereits wieder die Realität in Form der jährlichen Steuererklärung. Einzig wegen der Aussicht auf eine erkleckliche Rückzahlung können sich viele überhaupt für diese lästige Aufgabe motivieren. Dabei hat die Steuererklärung dank der Steuerprogramme für den Computer schon längst ihre Schrecken verloren.

Die Herausforderung

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Wie bei anderen Software-Produkten oder im Hardware-Bereich stellt sich auch bei der Steuersoftware für den Kunden die Frage, zu welchem Produkt er greifen soll. Hier sind es vor allem drei Anbieter, die in der Vergangenheit die Anwender an sich binden konnten: die Akademische Arbeitsgemeinschaft mit der Reihe Steuertipps, Buhl Data mit den Wiso-Programmen und der T@x-Reihe. Der dritte im Bunde ist das Softwarehaus Lexware aus Freiburg, das die Anwender mit Quicksteuer und Taxman unterstützt.

Auf die Entwickler von Steuersoftware wartet jedes Jahr eine schwierige Aufgabe. Zum einen gilt es, die komplexen gesetzlichen Änderungen einzupflegen, damit die Programme richtig rechnen. Dies ist einer der Punkte, den alle Kunden gleichermaßen erwarten. Daneben wartet noch eine weitaus größere Herausforderung auf die Entwickler, denn die jeweilige Software muss die Anforderungen der unterschiedlichsten Anwendergruppen erfüllen.

Vor den PCs sitzen Steuerlaien, die für jede Hilfe dankbar sind, um die Steuerformulare richtig auszufüllen und dabei auch noch Geld zu sparen. Den Gegenpol bilden jene Anwender, die mit der Steuererklärung vertraut sind und vor allem zusätzliche Möglichkeiten suchen, um dem Staat auch den letzten Cent Rückzahlung abzuluchsen. Daneben gilt es, den Nutzer der Software schnell und gezielt durch die Abfragen der einzelnen Bereiche zu führen, damit er sich nicht unnötig durch Eingabemasken hangeln muss, die für seinen Steuerfall gar nicht relevant sind.

Daher haben die Entwickler der einzelnen Programme in der Vergangenheit mit Erfolg an der Benutzerführung gearbeitet, wobei auch die Anregungen der Nutzer berücksichtigt worden sind. Einen wichtigen Bestandteil der meisten Programme bildet inzwischen ein einleitendes Interview, bei dem anhand von einigen Fragen – oft von einem animierten Tutor gestellt – ein Profil des Anwenders und der Rahmendaten des jeweiligen Steuerfalls erstellt wird. Ziel ist es, später nur jene Eingabemasken abzufragen, die für die Steuererklärung tatsächlich benötigt werden. Dies spart Zeit und schützt vor allem den Steuerlaien vor Verwirrungen.

Eine Stärke der Steuerprogramme liegt in der Möglichkeit, kontextbezogene Tipps einzublenden, die den Steuerpflichtigen zum Beispiel auf zusätzliche Sparmöglichkeiten hinweisen. Zudem bieten die Programme hilfreiche Erklärungen, sollte der Anwender nicht genau wissen, welche Angaben im jeweiligen Feld erwartet werden. Eine Plausibilitätsprüfung informiert darüber hinaus bereits während der Eingabe über fehlende oder unstimmige Eingaben.

Zuverlässig und schnell

Ein großer Vorteil, den die Steuererklärung am PC bietet, wurde in den aktuellen Versionen der Steuerprogramme noch weiter verbessert. Hierbei handelt es sich um die Datenübernahme aus dem Vorjahr. Haben sich die Grundzüge eines Steuerfalls gegenüber der zurückliegenden Steuererklärung nicht verändert, ist es möglich, die meisten Daten aus dieser Erklärung zu übernehmen – sofern die Dateien noch auf dem Computer gespeichert sind.

In einfachen Masken können dann zum Beispiel die aktuellen Daten der Lohnsteuerkarte eingetragen werden und fertig ist die Einkommensteuererklärung für das Jahr 2006. Die Praxiserfahrungen zeigen, dass sich die Steuererklärung dank des Datenimports zum Beispiel mit »Quicksteuer Deluxe« in kürzester Zeit erledigen lässt.

Die Programme sind außerdem sehr eng mit den Internetangeboten der Hersteller verzahnt. Dort finden sich aktuelle Updates für die Programme und vor allem zusätzliche Tipps und Informationsangebote.

Produktvielfalt

Der Handel kann den Kunden eine Reihe an Steuerprogrammen anbieten, deren einzelne Editionen auf die Bedürfnisse bestimmter Zielgruppen zugeschnitten sind. Die Akademische Arbeitsgemeinschaft bietet zum einen die »Steuer-Spar-Erklärung 2007« in zwei Versionen, wobei die Plus-Variante zusätzliche Beratungsangebote bietet. Selbstständige, Freiberufler und Unternehmen können dagegen auf die Business-Edition zurückgreifen. Für besonders spartanische Anforderungen steht darüber hinaus das »Steuer-Taxi 2007« zur Verfügung, das Berufseinsteiger, Ferienjobber und Studenten bei der Einkommensteuer unterstützen soll. Der Preis liegt bei knapp 15 Euro (UVP).

Das »Wiso Sparbuch« ist nach Aussagen von Buhl Data seit 17 Jahren der Marktführer bei den Programmen für die elektronische Einkommensteuererklärung. Neben der Version 2007 und der Business-Edition bietet das Unternehmen mit dem »Wiso Steueroffice 2007« ein attraktives Bundle aus Steuersoftware, Video-DVD mit einer Sondersendung der Wiso-Redaktion zur Steuererklärung, Buchkalender mit Spartipps, einem gedruckten Steuerfachbuch und zahlreichen anderen Leistungen. Das Steueroffice kostet rund 40 Euro (UVP). Zudem bietet Buhl Data die Reihe »T@x 2007« an, die es in drei Varianten gibt.

Lexware bietet dem Einsteiger die Software »Quicksteuer 2007«. Wer sich tiefer mit der Materie befassen will und zum Beispiel die Daten aus dem Vorjahr komfortabel übernehmen möchte, der sollte zur Deluxe-Version« greifen, die auf CD zudem »1 000 ganz legale Steuertricks« von Franz Konz sowie ein gedrucktes Steuerhandbuch enthält. Das Programm eignet sich auch für Selbstständige und Freiberufler. Ebenfalls mit einem umfangreichen Steuerhandbuch wird »Taxman 2007« ausgeliefert, so dass sich der Anwender intensiv mit den Steuersparpotenzialen auseinandersetzen kann.

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