Neues Rechenzentrum in Zürich

Kaspersky verlegt nach Spionage-Vorwürfen Kundendaten in die Schweiz

| Autor / Redakteur: dpa / Margrit Lingner

Kaspersky wird nach US-Spionagevorwürfen Kundendaten von Russland in die Schweiz verlegen.
Kaspersky wird nach US-Spionagevorwürfen Kundendaten von Russland in die Schweiz verlegen. (Bild: Pixabay / CC0)

Die russische IT-Sicherheitsfirma Kaspersky wird nach US-Spionagevorwürfen die Daten von Kunden unter anderem aus Europa und Nordamerika von Russland in die Schweiz verlegen. Ein neues Rechenzentrum in Zürich solle dafür bis Ende 2019 eingerichtet werden

Im Rahmen einer globalen Transparenzinitiative richtet Kaspersky seine Infrastruktur neu ein und verlagert eine Reihe wichtiger Prozesse von Russland in die Schweiz. Dies umfasst sowohl die Speicherung und Verarbeitung von Kundendaten für zahlreiche Regionen als auch die Software-Integration, einschließlich der Updates für die Bedrohungsentdeckung. Diese Prozesse sollen von einer unabhängigen, ebenfalls in der Schweiz ansässigen Stelle beaufsichtigt werden.

Ein neues Rechenzentrum in Zürich soll dafür bis Ende 2019 eingerichtet werden. Dort will Kaspersky alle Informationen von Nutzern in Europa, Nordamerika, Singapur, Australien, Japan und Südkorea gespeichert und verarbeitet werden. Weitere Länder sollen laut Kaspersky folgen.

Einrichtung des ersten Transparenzzentrums

Ebenfalls in der Schweiz soll darüber hinaus ein Transparenzzentrum eingerichtet werden. Dort wird der Quellcode von Kaspersky-Produkten sowie Softwareupdates zur Überprüfung durch interessierte und berechtigte Parteien zur Verfügung stehen. Das Transparenzzentrum wird voraussichtlich noch in diesem Jahr eröffnet.

Das Security-Unternehmen war im vergangenen Herbst unter Druck geraten, nachdem es in US-Medienberichten hieß, die Firma habe eine Rolle dabei gespielt, dass geheime Angriffs-Werkzeuge der NSA in die Hände russischer Geheimdienste geraten seien. Ein Mitarbeiter des US-Abhördienstes hatte die geheime Software regelwidrig auf seinem privaten Computer geladen, auf dem auch Kaspersky-Sicherheitssoftware lief. Kaspersky räumte damals ein, dass die Angriffsprogramme dadurch auf den Servern der Firma in Moskau gelandet seien. Man habe sie jedoch mit niemandem geteilt und gelöscht, erklärte Gründer und Chef Eugene Kaspersky. Dennoch wurden Kaspersky-Programme von Computern in US-Behörden verbannt.

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