eMail aus der Redaktion Kannibalisiert E-Plus den Channel?

Redakteur: Sarah Gandorfer

Den freien Mobilfunkhändler machen spät ausgezahlte Provisionen und Werbekostenzuschüsse (WKZ) das Leben schwer. Angebote der Lebensmittel-Discounter und Online-Shops drücken zudem die Marge. Deshalb schließen mangels Rentabilität viele Läden. IT-BUSINESS fragte bei Jörg Ehmer, Chief Sales Officer der E-Plus-Gruppe, nach, ob das der richtige Umgang mit den Partner ist.

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Dr. Jörg Ehmer, Chief Sales Officer der E-Plus-Gruppe
Dr. Jörg Ehmer, Chief Sales Officer der E-Plus-Gruppe
( Archiv: Vogel Business Media )

Sehr geehrter Herr Dr. Ehmer,

wenn man bei uns in Augsburg durch die Innenstadt geht, sieht man immer mehr freie Mobilfunkhändler ihre Läden schließen. Manch ein Shop-Besitzer macht die Netzbetreiber hierfür verantwortlich. So werden beispielsweise Provisionen und WKZ-Gutschriften erst Wochen nachdem der Händler den Vertrag mit dem Kunden abgeschlossen hat ausgezahlt. Ein vernünftiges Rechnen mit diesem Geld ist nicht möglich. Trotzdem müssen Miete und die Gehälter der Angestellten jeden Monat pünktlich beglichen werden.

Hinzu kommt die Billigmarken-Strategie: Im gleichen Netz, bei gleicher Qualität, werden über alternative Vertriebskanäle dermaßen günstige Angebote gesetzt, dass der Fachhandel, der feste Verträge anbietet, nicht mehr mithalten kann. Bei E-Plus wären hier die Prepaid-Tarife der übers Internet vertriebenen Eigenmarke Simyo sowie die des Lebensmittel-Discounters Aldi zu nennen.

Macht die Partnerschaft des Fachhandels mit Netzbetreibern wie E-Plus überhaupt noch Sinn? Oder ist der Fachhandel nur eine nützliche Melkkuh, die man stehen lässt, sobald sich besser Chancen auftun?

Mit freundlichen Grüßen,

Sarah Maier

Redaktion IT-BUSINESS

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Antwort von Jörg Ehmer

Sehr geehrte Frau Maier,

vielen Dank für Ihr Schreiben, das wir sehr gern beantworten.

Die E-Plus Gruppe ist ein aktiver und zuverlässiger Partner des Handels. Ihn kontinuierlich zu unterstützen und weiter auszubauen steht im Fokus unserer Vertriebsstrategie.

Beste Beispiele dafür sind die Expansion der Partnershops sowie ein überarbeitetes Quality-Partner-Programm mit attraktiven Konditionen für den freien Fachhandel, das kurz vor dem Start steht. Zudem eröffnet eine neue Initiative mit exklusiven Tarifmodellen für Kleinunternehmer und Freiberufler unseren Händlern weitere Kundenkreise.

Mit unseren Web-Angeboten sprechen wir die Kunden an, die ihre Einkäufe verstärkt in Online-Shops tätigen. Natürlich bleiben dabei Berührungspunkte mit dem klassischen Handel nicht aus. Doch letztendlich entscheidet der Kunde, wo er kauft. Ich bin davon überzeugt: Das stärkste Argument für den Fachhandel bleibt die persönliche und kompetente Beratung, die sich viele Kunden nach wie vor wünschen.

Mit besten Grüßen

Dr. Jörg Ehmer

Chief Sales Officer der E-Plus Gruppe

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