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CES 2017

Kaby Lake: Die nächste Welle

| Autor: Klaus Länger

Auf der CES stellt Intel die nächste Serie der Kaby-Lake-Prozessoren offiziell vor. Mit ihr können nun auch Desktop-PCs, Gaming-Notebooks oder Business-Rechner mit Core-CPUs der siebten Generation bestückt werden.
Auf der CES stellt Intel die nächste Serie der Kaby-Lake-Prozessoren offiziell vor. Mit ihr können nun auch Desktop-PCs, Gaming-Notebooks oder Business-Rechner mit Core-CPUs der siebten Generation bestückt werden. (Bild: Intel)

Nach dem ersten Schwung von Kaby-Lake-Prozessoren im August 2016, damals Dual-Core-Modelle für Mobilrechner, kommt jetzt die zweite Welle. Sie besteht aus den S-Modellen für Desktop-Rechnern, den Quadcore-H-Prozessoren für starke Notebooks und den U-Prozessoren mit Iris-Plus-Grafik. Zudem reicht Intel noch vPro-Prozessoren für Business-Notebooks nach.

Mit Kaby Lake, der siebten Generation der Core-Prozessoren, hatte Intel das Tick-Tock-Schema endgültig durchbrochen: Er ist der dritte 14-Nanometer-Prozessor der Chip-Schmiede aus dem kalifornischen Santa Clara. Somit verfügt Kaby Lake nicht über wesentliche neue Architekturmerkmal, sondern ist eine Optimierung seines Vorgängers Skylake.

Die ersten Kaby-Lake-Prozessoren der Y- und U-Baureihe hat Intel vor der IFA 2016 der Öffentlichkeit präsentiert. Diese insgesamt sechs Prozessoren mit 4,5 und 15 Watt TDP waren für Tablets, 2-in-1-Rechner und leichte Notebooks bestimmt. Nun bringt Intel nicht weniger als 40 weitere Kaby-Lake-Prozessoren auf den Markt.

Höherer Takt: Kaby-Lake-S für PCs

Die Leistungsspitze unter den neuen Prozessoren nimmt der Core i7-7700K ein. Der Quadcore-Prozessor mit Multithreading und offenem Multiplikator läuft im Turbo-Boost mit bis zu 4,5 GHz, der Vorgänger i7-6700K begnügt sich mit 4,2 GHz. Der Basistakt ist beim Kaby-Lake-Prozessor mit 4,2 GHz gegenüber seinem Skylake-Vorläufer um 200 MHz auf 4,2 GHz gestiegen. Zudem will Intel die Übertaktungsfähigkeiten bei den neuen Modellen verbessert haben. So verfügt der Prozessor nun über einen eigenen AVX(2)-Multiplikator, der sich niedriger einstellen lässt, um bei übertakteten Systemen die Leistungsaufnahme nicht übermäßig ansteigen zu lassen.

Daneben hat Intel noch ein Fülle weiterer S-Modelle mit Sockel 1151 für Desktop-PCs vorgestellt, die jeweils mit höherem Takt arbeiten, als ihre Skylake-Vorgänger. Die i5-Modelle verfügen weiterhin über sechs statt acht MB Cache und müssen ohne Hyperthreading auskommen. Keine wesentliche Änderungen auch beim Core-i3 der siebten Generation mit nur zwei Kernen aber vier Threads.

Alle Kaby-Lake-Prozessoren verfügen über eine integrierte GPU mit verschiedenen Leistungsmerkmalen. Auch hier sind die Unterschiede eher gering. Neu ist eine verbesserte Unterstützung von 4K-Videos. Im Gespann mit Windows 10 Anniversary Edition und dem Edge-Browser können 4K-Videos von Netflix aus gestreamt werden. Für die meisten Consumer-Desktop-PCs dürfte diese Funktion aber wenig relevant sein, da sowieso eine zusätzliche Grafikkarte von AMD oder Nvidia zum Einsatz kommt.

Den neuen Desktop-Prozessoren stellt Intel eine Reihe neuer Chipsätze zur Seite: Z270, Q270, H270 und B250. Im Vergleich zur 100er-Serie bieten sie zusätzliche PCIe-3.0-Lanes und die Unterstützung von Intels Optane-Memory. Die M.2-Karten mit 3D-Xpoint-Speicher sind aber noch nicht lieferbar. Sie werden wohl zunächst nur mit geringer Speicherkapazität auf den Markt kommen und sollen als Cache für HDDs dienen.

USB 3.1 Gen2 mit 10 GBit/s unterstützen auch die neuen Chipsätze nicht. Für eine schnellere USB-Verbindung sollen die Mainboard-Hersteller wohl weiterhin zu den Thunderbolt-3-Chips von Intel greifen.

Kaby-Lake für Power-Notebooks

Weitere Core-Prozessoren der siebten Generation sind die H-Modelle mit vier-Kernen und BGA-Gehäuse sowie die U-Modelle mit schneller integrierter Grafik und zusätzlichem eDRAM-Chip. Auch hier sind die Taktraten gestiegen, einige Prozessoren nehmen nun im Turbo-Boost die Vier-GHz-Hürde. Die integrierte Grafik mit 48 Ausführungseinheiten und 64 MB eDRAM trägt nun die Bezeichnung Iris Plus Graphics und arbeitet mit etwas höherer Taktfrequenz.

Für mobile Workstations sind die mit den H-Modellen verwandten Xeon-v6-Prozessoren bestimmt. Sie unterscheiden sich durch die Unterstützung von ECC-Memory. Zu beiden Prozessorserien ist der CM238-Chipsatz kompatibel. Er ist der erste Mobile-Chipsatz mit PCI-Express-3.0-Unterstützung. Bis zu 20 Lanes können hier genutzt werden.

vPro für Business-Rechner

Ein Teil der neuen Prozessoren ist kompatibel zu Intels vPro-Technik für ein einfacheres zentrales Management mit Out-of-Band-Unterstützung und mit zusätzlichen Sicherheitsfunktionen. Bei Kaby Lake ist nun Intel Authenticate dazu gekommen, ein Multifaktor-Authentifizierungsverfahren, das PIN-Eingaben, Biometrie, Smartphone-Position und Intels Active Management Technik für eine sichere Anmeldung am Rechner kombinieren kann.

Gerüstet für AMDs Ryzen?

Der Fortschritt gegenüber Skylake hält sich bei Kaby Lake in Grenzen. Daher vergleicht auch Intels selbst die Leistung der neuen Prozessoren nicht mit dem direkten Vorgänger, sondern mit drei Jahre alten Systemen. Interessant wird es, wenn AMD im ersten Quartal seine Ryzen-Modelle für Desktop-Rechner auf den Markt bringt. Dann könnten Intels Core-i7-Prozessoren auf einen unter Umständen sogar überlegenen Herausforderer treffen, eine Situation, der sich Intel seit Jahren nicht mehr stellen musste. Wie Intel reagiert, ist momentan ungewiss. Es gibt in der Branche Spekulationen, dass vor dem Umstieg auf einen 10-Nanometer-Prozess sogar noch einen Kaby-Lake-Refresh und mit Coffee Lake noch günstige Hexacore-CPUs auf 14-Nanometer-Basis bringen wird.

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