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Intel Kaby Lake bringt Hyperthreading in Pentium-Prozessoren

Autor: Sebastian Gerstl

Auch das Lower-End von Intels x86-Prozessoren profitiert nun vom Hyperthreading: Die jetzt vorgestellten, auf der Kaby-Lake-Architektur basierenden Celeron- und Pentium-Prozessoren von Intel verarbeiten nun doppelt so viele Threads wie ihre Vorgänger, was Software auch auf kleinen Rechnern erheblich beschleunigt.

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Das Verarbeiten von bis zu vier Threads gleichzeitig ist nun möglich.
Das Verarbeiten von bis zu vier Threads gleichzeitig ist nun möglich.
(Bild: Intel)

Ohne großes Aufhebens hat Prozessorhersteller Intel nun eine Reihe neuer Lower-End-CPUs auf Basis seiner neuen Kaby-Lake-Architektur vorgestellt. Darunter befinden sich auch erstmals seit dem Pentium 4 neue Pentium-Prozessoren, die Hyperthreading zum direkten hardwareseitigen Verarbeiten von parallelen Befehls- und Datenströmen ermöglicht.

Seit Einführung der Intel Core-i-Serie vor 8 Jahren wurden die Pentium-Prozessoren in erster Linie für den eher niedrigpreisigen Desktop-PC-Bereich eingesetzt. Während diese CPUs meist nur zwei Kerne boten und damit die parallele Verarbeitung von Datenströmen stark einschänkte, spendierte Intel den CPUs erst ab der Core-i3-Serie auch Hyperthreading zum gleichzeitigen Verarbeiten von bis zu vier Threads.

Bei den neuen Pentium-Modellen mit Kaby-Lake-Architektur wertet Intel die entsprechenden Pentiums nun klar auf. Wie mehrere Techportale wie Heise, Extremtech oder Hardware.info festgestellt haben, werden die Modelle Pentium G4560, Pentium G4560T, Pentium G4600, Pentium G4600T und Pentium G4620 Hyperthreading unterstützen. Im direkten Vergleich mit dem bislang stärksten Pentium-Vertreter aus der Skylake-Famile, dem Pentium G4520, ist der Kaby-Lake-basierte G4620 hierdurch um 100MHz schneller. Zudem wurden der CPU zusätzliche Features spendiert, darunter Unterstützung für Intels TSX-NI Befehlsätze, Memory Protection Extensions (MPX), und Intel’s integrierter Schutzmechanismus OS Guard. Der Preis bleibt dagegen gegenüber der auf Skylake basierenden Vorgängerreihe stabil und soll bei etwas unter 100 Euro pro 10.000 Stück liegen.

Die Einführung von Hyperthreading in die Low-End-Reihe von Desktop-PCs dürfte eine Reaktion Intels auf die jüngsten Bekanntmachungen von Konkurrent AMD sein. Diese haben mit der Vorstellung ihrer neuen „Ryzen“-CPU, basierend auf der im vergangenen Jahr angekündigten „Zen“-Architektur, wieder eine neue Offensive auf dem Desktop-Markt angekündigt, mit der sie von Intel wieder Marktanteile zurückgewinnen möchten. Laut dem französischen Carard-PC-Magazin erreicht ein achtkerniger Ryzen-Prozessor im Turbo mit allen Cores taktet der achtkernige Ryzen-Prozessor mit 3,3 GHz, bei einem Kern mit 3,5 GHz. Für High-End-PCs und den Gaming-Bereich dürfte die Zen-Architektur damit in jedem Fall interessant werden. AMD zeigt auf der diesjährigen CES einige Ryzen-Mainboards in Aktion. Wann x86-Zen-Prozessoren allerdings letztendlich auf dem Markt erscheinen sollen und zu welchem Preis ist derzeit noch unklar.

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