USB-C-Ladekabel Kabelsalat adé: Bald einheitliche Handy-Ladebuchsen per Dekret?

Redakteur: Kristin Rinortner

Die EU-Kommission will im frühen Herbst einen Gesetzesvorschlag für einheitliche Handy-Ladesteckverbinder vorstellen. Die Brüsseler Behörde arbeitet schon länger an dem Thema und will mit der Vereinheitlichung den Elektronikschrott eindämmen.

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Ladekabel für Smartphones: Im Herbst könnte die EU ein einheitliches Ladekabel für portable Geräte per Gesetz vorschreiben, das auf USB-C basiert.
Ladekabel für Smartphones: Im Herbst könnte die EU ein einheitliches Ladekabel für portable Geräte per Gesetz vorschreiben, das auf USB-C basiert.
(Bild: tomekwalecki auf Pixabay)

Ist ab Herbst ein einheitliches Ladekabel für Smartphones vorgeschrieben? Das ist das Ziel der Brüsseler EU-Kommission und seit Jahren auch Hoffnung vieler Handy-Nutzer. Zudem könnte damit Elektronikschrott vermieden werden.

Vor mehr als zehn Jahren brachte die EU-Kommission die Ladekabel-Frage erstmals auf den Tisch. 14 Hersteller – unter ihnen auch Apple – einigten sich in einer Selbstverpflichtung auf einen einheitlichen Standard für Handy-Netzteile.

USB-C, Lightning und Micro-USB

Bei den Schnittstellen in Smartphones und Tablet-Computern blieben von einst mehreren Dutzend Typen noch drei übrig: USB-C, Apples Lightning sowie Micro-USB, das in Android-Smartphones früher Standard war, jetzt aber eher nur noch in günstigen Geräten vorkommt.

Mit einer weiteren Vereinheitlichung auf ein Standard-Ladekabel soll unter anderem Elektronikschrott vermieden werden. Das EU-Parlament verwies 2020 darauf, dass durch Ladegeräte 51.000 Tonnen Elektroschrott jährlich entstünden.

„Kabelsalat ist nicht verbraucherfreundlich“

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßte die Ankündigung der Kommission. „Kabelsalat ist weder verbraucherfreundlich noch der Umwelt zuträglich“, sagte eine Sprecherin. Einheitliche Ladekabel würden dabei helfen, unnötigen Abfall zu vermeiden.

Der erneute EU-Vorstoß kommt, nachdem sich USB-C als Quasi-Standard auch bei Smartphones bereits etabliert hat und dürfte diesmal größere Chancen für eine Umsetzung haben. Bisher sperrt sich Apple bei den iPhones allerdings noch, alle anderen Apple-Produkte kommen bereits mit USB-C.

Apples Argument ist, dass ein Standard die Entwicklung von Wireless-Ladekonzepten verhindere, die einfacher und unkomplizierter seien.

Drahtlos Laden mit Qi oder proprietären Lösungen

Der 2015 etablierte Qi-Standard für drahtloses Laden lässt Ladeleistungen bis 15 W zu. Das Wireless Power Consortium (WPC) hat kürzlich die Spezifikation Qi-1.3 veröffentlicht, die auch eine Authentifizierung für mehr Sicherheit bei der kabellosen Übertragung zwischen einem Sender und Empfänger erfordert.

Allerdings ist das Laden mit derartigen Leistungen recht langsam. Deswegen haben Hersteller wie Apple und Huawei proprietäre drahtlose Ladelösungen mit Ladeleistungen von 50 W und darüber vorgestellt. Das schnelle Laden funktioniert dann nur mit der passenden Ladeschale. Hier prüft die EU laut netzpolitik.org ebenfalls, wie sich das kabellose Laden vereinheitlichen lassen könnte. Die nächste große Baustelle.

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal Elektronikpraxis. Mit Material von dpa.

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