Kunden wollen Funklösungen Kabelloses Equipment treibt den Markt

Autor / Redakteur: Martina Sedlmaier und Dr. Rudolf Aunkofer, GfK Marketingservices / Katrin Hofmann

Die positive Entwicklung im ITK-Fachhandel setzt sich fort. Im Business-Segment zieht vor allem das Geschäft mit Großkunden an. Im B2C-Sektor sind mobile, kabellose Lösungen nach wie vor begehrt.

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Der Wunsch-Arbeitsplatz kommt ohne Kabel bei Tastatur und Maus aus.
Der Wunsch-Arbeitsplatz kommt ohne Kabel bei Tastatur und Maus aus.
( Archiv: Vogel Business Media )

Mit 87 Punkten liegt der ITC Channel Index von GfK und IT-BUSINESS exakt auf dem Niveau des Vormonats. Der Vergleich mit dem Wert aus dem Vorjahr (78 Punkte) zeigt, dass sich die gute Entwicklung fortsetzt. Die gute Konsumstimmung und das positive wirtschaftliche Umfeld lassen den Wert im Jahresvergleich im Consumer-Bereich um 13 Prozent, im Geschäftskunden-Bereich um elf Prozent wachsen.

Vor allem das Enterprise-Geschäft wächst im Jahresvergleich mit 25 Prozent stark. Der SMB-Bereich kann dagegen nur zwei Prozent Wachstum verbuchen. Somit verfestigt sich dieser B2B-Trend: Die Zuwachsraten bei der SMB-Nachfrage flachen ab, wo hingegen die Enterprise-Nachfrage stetig stärker steigt.

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Damit verfestigen sich erste Anzeichen, dass das Großkunden- im Vergleich zum SMB-Geschäft in naher Zukunft wieder deutlich an Dynamik gewinnen wird. Die SMB-Orientierung der meisten Marktteilnehmer aus den letzten Jahren sollte zumindest punktuell um die Adressierung von Großkunden ergänzt werden.

Vor allem das Marketing mit seinen nutzenstiftenden Aussagen sollte darauf abzielen, die Vorteile neuer Technologien, die in der Regel im Projektgeschäft größere Investitionsvolumina erfordern, frühzeitig zu kommunizieren. Dadurch könnten zusätzliche Impulse für einen Projektstart gegeben werden. Der Zeitpunkt ist momentan so günstig wie lange nicht mehr.

Auch im Consumer-Bereich setzt sich die positive Entwicklung fort. So werden gut 30 Prozent mehr Notebooks an Endkunden verkauft als im Vorjahresmonat. Der Markt für Desktop-Computer entwickelt sich leicht rückläufig. Während im gewerblichen Umfeld immer noch doppelt so viele stationäre PCs verkauft werden wie mobile, zeichnet der Notebookabsatz im Privatkunden-Umfeld bereits für zwei Drittel des PC-Marktes verantwortlich. Privat möchte der Computernutzer immer weniger an einen Schreibtisch gebunden sein. Der PC zählt zu den Top Drei der Kommunikationsgeräte nach dem Festnetz- und Mobiltelefon. Und wer kann oder möchte sich noch an die Zeiten erinnern, in denen Telefonate nur von einem fest installierten Apparat im Hausgang möglich waren?

Wireless Router ermöglichen heute, eMails bequem von der Wohnzimmercouch aus zu verfassen. Der Markt für Wireless Router wächst in den ersten drei Quartalen um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Somit stellt sich heute bezüglich des Webs nicht mehr nur die Frage, ob man »drin« ist, sondern auch, wie man »drin« ist und mit welcher Geschwindigkeit.

Im B2C-Markt werden im dritten Quartal etwa 80 Prozent der Router in einer kabellosen Variante verkauft. Der meistverkaufte Übertragungsstandard ist mit über 60 Prozent Anteil der WLAN-G-Standard. Nachfolgetechnologien wie MIMO oder WLAN N liegen bei einem Verkaufsanteil von unter zehn Prozent.

Kabelloses Surfen ist beliebt

Auch kabellose Netzwerkkarten konnten um knapp 40 Prozent in den ersten drei Quartalen im Absatz zulegen. Wer nicht nur zu Hause mobil ins Internet möchte, sondern auch von unterwegs, greift immer häufiger zur 3G/UMTS-Karte, die in Kombination mit einem Notebook einen komfortablen Interzugang anbieten kann: Ein Markt, der sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt hat und heute signifikante Marktvolumina aufweist.

Daneben bleiben die Zubehörmärkte auf hohem Niveau. Während Keyboards und Mäuse leicht an Dynamik verlieren, können Gaming-Geräte zulegen. Auch der Absatz externer Festplatten hat sich im Vergleich zum Vorjahresmonat verdoppelt. Der Software-Markt rundet das Bild mit einem Plus von knapp 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr ab.

Wenn wir uns doch noch mal den fest installierten Telefonapparat von früher ins Gedächtnis rufen, fällt auf, wie viel sich technologisch in den letzten Jahren verändert hat. Die Dynamik der Innovationen ist das, was die IT so spannend macht.

Im Detail: Mäuse, Tastaturen, Grafik-Tablets

Der Markt für Eingabegeräte entwickelt sich positiv. Die Preise sind stabil oder steigen leicht, wobei neben dem kostenbewussten Entry-Level-Geschäft ein High-End-orientiertes Preis-Leistungs-Geschäft existiert. Kabellose Mäuse profitieren von der wachsenden mobilen Nutzung von PCs. Bei den Keyboards zeigt sich ein Retro-Trend zurück zum Kabel, dank attraktivem Design und zum Teil zweifelhaften Erfahrungen mit schnurlosen Geräten, vor allem aus der ersten Produktgeneration. Der Nutzen von Grafik-Tablets ist nach wie vor nur wenigen Anwendern zu vermitteln. Design, Funktionalität und die Marke sind wichtiger denn je.

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(ID:2009033)