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QFabric – nur einen Hüpfer bis zum nächsten Netzwerk-Device Juniper dampft mit Fabrics RZ-Netzwerk-Ebenen auf eine ein

Redakteur: Ulrike Ostler

Rund 100 Millionen Dollar hat Juniper in drei Jahren für Forschung und Entwicklung ausgegeben, um eine Architektur zu entwickelt, die ohne Performance-Verluste skalieren kann. Das Ergebnis „QFabric“ bezeichnet der Hersteller als „Quantensprung“; denn unter einem neuen Paradigma sollen sich Reichweiten, Geschwindigkeiten, Einsparungen und eine Leistungsfähigkeit erreichen lassen, die einer Cloud-Ära angemessen sind.

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Juniper bringt mit QFabric eine neue Netzarchitektur und mit QFX3500 den ersten Switch dazu auf den Markt. Voran gegangen sind 1 Million Mannstunden Entwicklung und Forschung und 125 Patenanmeldungen.
Juniper bringt mit QFabric eine neue Netzarchitektur und mit QFX3500 den ersten Switch dazu auf den Markt. Voran gegangen sind 1 Million Mannstunden Entwicklung und Forschung und 125 Patenanmeldungen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Frage, worin der Unterschied zu den Fabric-Angeboten der Konkurrenz besteht, beantwortet Anjan Venkatramani, Vice President of Product Management Data Center Buniness Unit der Fabric and Switching Group von Juniper mit: „Die anderen unterstützen maximal 10 Ports, wir 10.000.“

Junipers QFabric-Architektur sei zudem bis zu zehn Mal schneller, benötigte 77 Prozent weniger Energie, verlange 27 Prozent weniger Netzwerkgeräte, nehme 90 Prozent weniger Platz ein und erziele eine neunfache Verringerung der Betriebsressourcen im Vergleich zum besten Konkurrenz-Angebot. Eine neue Prämisse und Architektur der Switches erlaubt das.

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Jedes an das Netz angeschlossene Gerät soll nur einen Sprung vom Netzzugang entfernt sein. Um diese Aufgabe zu erfüllen, ändert Juniper den Aufbau der Switches, die bisher aus Linecards in der Front, Midplane und Fabric-Cards an der Hinterwand bestanden.

Ohne Interconnect-Chassis

Anjan Venkatramani erläutert in eiem Whitepaper die 7 Prinzipien von QFabric (siehe unten). (Archiv: Vogel Business Media)

Jetzt allerdings gibt es keine Interconnect-Chassis mehr. Die so genannte Midplane besteht im Wesentlichen aus Glasfaservebindungen, die in der (früheren) Dataplane jeden Port mit jedem verbindet. Die Kupferdraht-Leitungen gibt es nicht mehr. Und die Fabric ist von den I/O-Ports entkoppelt. Zugleich sieht jede Schnittstelle gleich aus.

Die Ports erlauben 10 und 40 Gigabit Ethernet (wenn es ein muss auch 1 Gigabit) Fibre Channel per Gateway oder FCoE und können damit für alle Arten von Anwendungen verwendet werden.

Die Control Plane ist jetzt quasi eine Instanz. Ihre Aufgabe, Informationen über alle Ports über eine gemeinsam genutzte Tabelle bereitzuhalten, wandert in eine Art „Supervisor Engine“ und einen managed Deamon in der CPU.

Drei Komponenten, nicht drei Netztwerk-Schichten

Der „QF/Node“ übernimmt die Aufgabe der Distributed Decision Engines der Fabric. „QF/Interconnect“ ist das Element, das den Hochgeschwindigkeitstransport realisiert; und „QF/Director“ bietet ein einheitliches Fenster und damit die Kontrolle aller Geräte wie in einem einzigen Gerät.

Der QF/Director ist mit dem Management-Deamon verbunden, nicht mit einer Linecard. Die Intelligenz ist damit in einem Peer-to-Peer-Modell verteilt. Oberhalb des Juniper-Betriebssystems „Junos“ entsteht eine „Federation“-Schicht.

Das erste QFabric-Produkt, das auf den Markt kommt, ist der Switch „QFX3500“. Das Gerät lässt sich als Stand-Alone 64-Port 10-Gigabit Ethernet-Switch mit FCoE und Fiber Channel Gateway-Funktionalität verwenden. Doch nach Aussage von Venkatramani bietet das Produkt nicht nur industrieweit die schnellste Unicast- und Multicast-Leistung, sondern dient als Sprungbrett in eine Fabric-Architektur.

QFX3500 gleich, QFabric später

75 Prozent der Juniper-Kunden, die diesen Switch QFX3500 ausprobieren wollen, prüfen zugleich den Umstieg auf QFabric. Bild Juniper (Archiv: Vogel Business Media)

So werde der häufige Kompromiss zwischen der Nutzererfahrung und der Wirtschaftlichkeit aufgelöst, der bis heute eine Altlast der bestehenden Netzwerke war.

QF/Interconnect und QF/Director können ab dem dritten Quartal dieses Jahres bestellt werden.

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