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HOSTING & SERVICE PROVIDER SUMMIT 2012

Jan Wildeboer, Red Hat: „Ohne Open Source kein Hosting-Markt“

| Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Das Interview führte Michael Hase / Michael Hase

Jan Wildeboer, EMEA Open Source Evangelist bei Red Hat
Jan Wildeboer, EMEA Open Source Evangelist bei Red Hat

Red-Hat-„Evangelist“ Jan Wildeboer meint, dass der Hosting-Markt zwingend auf offene Standards und daher auf Open-Source-Produkte angewiesen ist. IT-BUSINESS sprach mit dem Experten am Rande des HOSTING & SERVICE PROVIDER SUMMIT 2012.

ITB: Welche Rolle spielt Open Source aktuell im Hosting- und Service-Provider-Markt?

Wildeboer: Die gleiche Rolle wie schon seit Jahren: Ohne Open Source wäre der Hosting-Markt kaum existent und der Service-Markt aufgrund der extrem hohen Preise kaum in der Lage, einen Kundenstamm aufzubauen.

ITB: Warum ist das so?

Wildeboer: Der Hauptgrund auf technischer Ebene ist so einfach wie logisch zwingend. Diese Märkte brauchten eine Voraussetzung um überhaupt zu existieren: das Internet. Es basiert zu hundert Prozent auf offenen Standards. Deren Kennzeichen ist die freie Verfügbarkeit, die Möglichkeit sie ohne Kosten zu implementieren und zu nutzen. Mitte der 90er Jahre hat das Internet einen extremen Wandel verursacht, weil es frei zugänglich war, keine Lizenzgebühren oder Genehmigungen erforderlich waren und sich eine globale Szene entwickeln konnte, die mit gewaltiger Kreativität die Grenzen des Machbaren ausgelotet und ständig erweitert hat. Auf der wirtschaftlichen Ebene sieht es ähnlich aus. Insbesondere im Hosting-Markt, der durch knallharten Wettbewerb geprägt ist, setzen fast alle Anbieter Open Source ein. Nicht weil es umsonst ist. Aber Open-Source-Lösungen erlauben es, auf kostengünstige Art agil und schnell auf Veränderungen im Markt zu reagieren, ohne von einem Anbieter abhängig zu sein. Diese Flexibilität, gepaart mit einem hohen Standardisierungsgrad, sorgt für einen gesunden Wettbewerb. Und das ist gut so, auch wenn der Druck für die Marktteilnehmer durchaus hoch ist.

ITB: Wie kann Open Source zur Standardisierung in der Cloud beitragen?

Wildeboer: Die Wild-West-Zeiten, wo jeder darauf spekulierte, mit einem hochproprietären Angebot zum neuen Microsoft zu werden, neigen sich dem Ende zu. Anbieter und Kunden verlangen nach Standardisierung. Was liegt da näher, als die bewährten Prinzipien von Open Source und offenen Standards zu verwenden? Genau deswegen arbeitet Red Hat mit Hochdruck daran – nicht hinter verschlossenen Türen, sondern offen. Ob Projekte wie „oVirt“ oder Projekte im Middleware-Umfeld – gemeinsam mit der Community entwickeln wir sozusagen das TCP/IP für die Cloud, basierend auf Open Source mit offenen Standards und offen für jeden, der sich daran beteiligen will. Dieser Ansatz hat das Internet nach vorne katapultiert und unser aller Leben nachhaltig verändert. Auch im Cloud-Bereich werden sich langfristig nur offene Lösungen durchsetzen können.

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