B2B- und B2C-Nachfrage steigt rasant ITK-Absätze klettern auf Allzeithoch

Autor / Redakteur: Martina Sedlmaier und Dr. Rudolf Aunkofer, GfK Marketingservices / Katrin Hofmann

Der ITC Channel Index von IT-BUSINESS und GfK hat mit 120 Punkten den höchsten Wert seit Beginn der Messung im Januar 2004 erreicht. Dies gilt sowohl für die B2C- als auch die B2B-Nachfrage.

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Ob es weiter steil bergauf geht, ist nicht zuletzt von passenden Marketingstrategien abhängig.
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( Archiv: Vogel Business Media )

Anders als in früheren Jahren ist das Rekordhoch im aktuellen Untersuchungsmonat durch ein signifikantes Plus im Großkundengeschäft mit bedingt. Dieser Wert ist vielversprechend für dieses Marktsegment und dürfte die Chance für erste beziehungsweise größere Replacement-Investitionen eröffnen. Das SMB-Geschäft folgte eher dem Trend der vergangenen Monate und hat das Jahr mit einem Rückgang um sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat abgeschlossen. Die beginnende, eher verhalten bis negativ geführte Diskussion über mögliche Wachstumspotenziale der Wirtschaft im Jahr 2008 hat somit die mittelständische Wirtschaft zu einer eher abwartenden Nachfragehaltung bewegt.

Dennoch ist im kumulierten Jahresvergleich 2007 zu 2006 im B2B-Bereich ein Plus von neun Prozent zu verzeichnen. Der SMB-Bereich wuchs um fünf, der Enterprise-Bereich um 17 Prozent. Die Nachfrage durch Consumer legte um elf Prozent zu. Den B2B- als auch B2C-Absätzen, bescherte dies ein Plus von zehn Prozent.

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Die Vorzeichen für 2008 stehen somit günstig. Allerdings wird dieses Jahr eher von einem Halten des hohen Niveaus geprägt sein, als von weiteren zweistelligen Zuwachsraten. Momentan ist wegen der hohen Werte bei der Konsumstimmung und der Wirtschaftslage von einem Plus im einstelligen Bereich auszugehen, zumindest was die Nachfrage betrifft. Die Wert-Entwicklung wird nur dann im einstelligen positiven Bereich verbleiben, wenn alle Marktpartner Preisdisziplin an den Tag legen.

Im B2C-Segment ist der Umsatz im IT-Bereich im Untersuchungsmonat positiv ausgefallen. Die Werte des Vorjahresmonats wurden aber nur knapp überschritten, was deutlich macht, dass sich eher unerfreuliche Meldungen über Inflation oder eine ausbleibende Jahresend-Rallye bei Aktienkursen nachteilig auf die Nachfrage auswirkten. Insgesamt schneidet das Jahr 2007 deutlich erfolgreicher ab als die Vorjahre. Beginnend mit dem vierten Quartal des Jahres 2006 wurde deutlich positives Umsatzwachstum verzeichnet, das auch 2007 bis einschließlich September weiter anhielt. Der hohe Level des Jahresendgeschäfts 2006 konnte im Oktober, November und Dezember 2007 erreicht, aber nicht signifikant überboten werden.

Wachstum bei Notebooks

Bei der Gegenüberstellung verschiedener Produktbereiche zeigen sich deutliche Unterschiede. Mobile Computer wurden im Erhebungszeitraum neun Prozent mehr umgesetzt als im Vorjahr. 2007 konnten 25 Prozent mehr mobile PCs als 2006 verkauft werden, was mit einem Umsatzzuwachs von 15 Prozent einherging. Verantwortlich dafür zeichnen vor allem die privaten Käufer, die zum größten Teil des Wachstums beigetragen haben.

Die meist gekauften Notebooks sind mit einer Bildschirmgröße von 15,4 Zoll ausgestattet. Im Untersuchungsmonat erreichte dieses Segment einen Anteil von 76 Prozent. Aber auch größere Notebooks mit 17 Zoll sind mit anteilmäßig 14 Prozent interessant für private Konsumenten und dürften sich bei entsprechendem Preis-Leistungsangebot auch 2008 gut verkaufen lassen.

Ein weiterer Wachstumsträger des Jahres 2007 waren LCD-Monitore. Es wurden zwölf Prozent mehr Displays abgesetzt als im Vorjahr, jedoch mit einem Umsatzwachstum von nur einem Prozent. Im aktuellen Monat konnte dieser Bereich das Vorjahresniveau sowohl absatz- als auch umsatzmäßig aber nicht ganz erreichen.

Wachstumsträger Gaming-Zubehör

Gerade zum Jahresende werden auch immer wieder verstärkt Produkte nachgefragt, die das Gaming-Segment betreffen, beispielsweise Gamepads, Joysticks oder Steering Wheels. Hier wurden im Untersuchungsmonat nach Absatz und Umsatz 16 Prozent mehr verkauft als noch im Vorjahr. Ebenfalls ein Plus verzeichnete das entsprechende Zubehör wie Taschen, Memory-Cards, Ladegeräte oder Akkus. Eines der Schlagworte aus dem Jahr 2007, Casual Gaming (Gelegenheitsspiele für die kurzweilige Unterhaltung), zeigt somit seine Wirkung auch im Markt für Spiele-Accessoires und -Eingabegeräte.

Auch Grafikkarten wurden im Erhebungszeitraum 17 Prozent mehr nachgefragt als im Vorjahr. Erkennen lässt sich dabei in diesem Markt ein fortwährender Segmentwechsel. Knapp die Hälfte der verkauften Grafikkarten sind mit einer Speichergröße von 256 Megabyte ausgestattet. Stark wachsend sind auch Karten mit 512 Megabyte mit einem Anteil von mittlerweile 30 Prozent sowie Karten mit einer Speicherkapazität von mehr als 512 Megabyte mit einem Anteil von sieben Prozent. Nicht zuletzt durch Upgrades auf das neue Betriebssystem Vista ist dieser Trend eines der Indizien, dass Vista die Nachfrage nach einer Reihe von Produktkategorien positiv beeinflusst.

Aufbauend auf die Wachstumsmärkte im Jahr 2007 lassen sich auch für 2008 positive Umsatzpotenziale erkennen. Dabei steht der Handel vor der Herausforderung, dem Konsumenten Segmentwechsel in bestehenden Produktbereichen und neue Anwendungsmöglichkeiten näher zu bringen. Digitale Foto-Displays, Ergonomie und Vernetzung dürften einerseits im Fokus der privaten Nutzer stehen, andererseits ist durch das neue Betriebssystem mit einer beginnenden Replacement-Welle für PCs zu rechnen. Es ist zu erwarten, dass die Nachfrage der privaten Nutzer – vorausgesetzt, die Konsumstimmung bleibt weiter positiv – auch 2008 einstellig wachsen wird.

Im Detail: Drucker

Der Markt zeichnet sich überwiegend durch Replacement-Zyklen aus. Impulse kommen über bessere Printleistung zu günstigeren Preisen, was das dezentrale Printing mit hohen Qualitätsanforderungen stärker möglich macht. Bei den Käufern gibt es eine Präferenz für multifunktionale Geräte sowie Farb- und Laserdrucker. Der Individualisierung im Fotomarkt folgend, werden die Anforderungen spezifischer. Produktspezialisierung scheint eine Option für Marktsegmentierung zu werden, was Marktvolumina wachsen lassen dürfte und die Preisgestaltung intransparenter machen sollte.

(ID:2010710)