Keine Technik, dafür viele Impulse für Systemhaus-Entscheider iTeam erklärt auf dem Jahreskongress, wo es lang geht

Redakteur: Sarah Gandorfer

Die Systemhauskooperation iTeam lud zum Jahreskongress nach Frankfurt. Statt Technik standen Unternehmensstrategien im Vordergrund.

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André Nösse, Olaf Kaiser, Karsten Agten (von links)
André Nösse, Olaf Kaiser, Karsten Agten (von links)
( Archiv: Vogel Business Media )

Mit „Hell’s Bells“ von AC/DC startete der zweitägige iTeam-Jahreskongress im zehnten Stock des Frankfurter Messeturms. Das Besondere: Am Schlagzeug saß der Geschäftsführer der iTeam-Systemhauskooperation, Olaf Kaiser, und an der Gitarre rockte iTeam-Regionalleiter Holger Esseling.

Alles, außer gewöhnlich, kann man da nur sagen. Das war auch das Motto des ersten Keynote Speakers und Business-Querdenkers Peter Kreuz. Er rief die Anwesenden auf, erst einmal alles in Frage zu stellen: das Produkt an sich, das Preis- sowie das Geschäftsmodell. Der Vortrag von Prof. Dr. Knut Löschke, seines Zeichens Unternehmer und ein IT-Urgestein, „Spezialisierung und Kollaboration – Erfolgsrezept oder Notlösung“ war ein wenig provokant. Er vertrat die These, dass eine Zusammenarbeit zweier Unternehmen nur funktionieren kann, wenn „die Handschlagsqualität des ehrbaren Kaufmanns vorhanden ist“. Denn nicht jede Situation könne via Anwalt vertraglich geregelt werden.

Gelebte Kooperation

Wie diese gelebte Kooperation aussehen kann, erzählen André Nösse, Geschäftsführer bei Nösse Datentechnik und Karsten Agten, Geschäftsführender Gesellschafter bei IT-On.net im Gespräch mit IT-BUSINESS. Seit rund zwei Jahren kennen sich Nösse und Agten. Der Kontakt kam über die iTeam-Regionalgruppe zustande. Während sich Nösses Unternehmen auf Managed Print Services spezialisiert hat, hat sich Agtens Systemhaus besonderes Knowhow über Managed Security angeeignet.

„Durch Zufall hörten wir, dass die Firma Ebero ein Virtualisierungsprojekt plant“, erzählt Nösse. „Wir hätten das alleine gar nicht bewerkstelligen können. Zusammen mit IT-On konnten wir den Kunden für uns gewinnen.“ Das Projektvolumen umfasste 70.000 Euro. Die Aufgabe bestand darin, alte Server innerhalb von drei Tagen abzubauen und durch virtualisierte Server zu ersetzen. Das Ganze musste im laufenden Betrieb geschehen.

„Wie Knut Löschke bereits sagte, wir haben vertrauensvoll per Handschlag miteinander gearbeitet“, fügt Agten hinzu. „Alles verlief ideal und am Ende der Handlungskette stand ein zufriedener Kunde.“ Folgeaufträge sind entsprechend in Aussicht. Beide Geschäftsführer sind sich allerdings darüber einig, dass solch ein gemeinsames Geschäft von Unternehmer zu Unternehmer abgewickelt werden muss. „Das kann kein Verkäufer machen“, betont Agten.

Auf der nächsten Seite erklärt Olaf Kaiser, Geschäftsführer der iTeam-Systemhauskooperation, mehr über die Strategie für 2011.

Schwerpunkt für 2011

Am Vorabend zu der Veranstaltung traf sich der Beirat. Was hier besprochen wurde, erfuhren und diskutierten die Kongressteilnehmer in der Tacheles-Runde. Dabei ging es hauptsächlich um die Verbundstrategie, welche Olaf Kaiser kurz zusammenfasst: „Wir haben zwei Schwerpunkte für 2011. Erstens die Partner in Richtung Endkunde mit Marketing-Aktionen und beim Vertrieb zu unterstützten. Zweitens, Impulse zur Unternehmensführung zu geben.“ Letzteres spiegelte sich im Programm des Kongresses wider. Die Vorträge besetzten bewusst strategische statt technische Felder. Die Zentrale kam deshalb auch dem Wunsch der Mitglieder nach einem Persönlichkeits-Workshop von Dr. Jens Tomas nach, der die ersten dreieinhalb Stunden des zweiten Tages füllten. Auch ein erstes Pilotprojekt im vergangenen Jahr, ein Workshop für iTeam-Systemhaus-Entscheider durchgeführt von der Synacademy die zur Mutterkooperation Synaxon gehört, stieß auf positives Feedback und soll wiederholt werden.

Veranstaltungsmanager für die Partner

Weitaus umfangreicher gestaltet sich der erste Schwerpunkt. Die in der Vergangenheit versuchten Methoden zur Vertriebsunterstützung, wie von der Zentrale organisierte regionale Vertriebsmitarbeiter oder Telesales, haben sich als wenig erfolgreich herausgestellt. „Jetzt setzen wir auf Endkundenveranstaltungen die wir beim Partner durchführen“, erläutert Kaiser das neue Konzept. Dabei kümmert sich die iTeam-Zentrale um Ort, Agenda, Referenten, Einladungen, eine Buchungsplattform und einen Sponsoring-Partner von Herstellerseite. Das alles ist kostenlos für die Mitglieder, die allerdings eine erforderliche Mindestzahl von 30 Endkunden zusammenbringen müssen. Zudem erhält das Systemhaus eine Bezuschussung für das Catering und die Event-Aktion. Egal, ob dies für ein einzelnes Systemhaus oder einen Zusammenschluss von Partnern geschieht. Beispielsweise haben sich im Mai acht iTeam-Systemhäuser aus Hannover zusammengeschlossen, die bei einem ADAC-Fahrsicherheit-Training ihre erhofften 100 Kunden auch über IT-Security informieren wollen.

„Die Partner haben selbst keine Ressourcen so etwas zu stemmen und beurteilen dieses Instrument als sehr vorteilhaft“, so der iTeam-Geschäftsführer. Auf seinem und dem Programm der Regionalleiter steht heuer zudem ein persönlicher Besuch bei jedem der 263 Partner. Im ersten Quartal waren sie bereits bei 60 Mitgliedern. „Das Ergebnis dieser persönlichen Gespräche spigelt sich auch in der im Vergleich zum vergangenen Jahr gestiegenen Teilnehmerzahl des Kongress wieder“, führt Kaiser aus. „Außerdem werden die Partner so aktiviert. Das sehen wir an vermehrten Anfragen nach Partnern für gemeinsame Aufträge. Können diese Suchanfragen gelöst werden, gibt das wiederum mehr Umsatz für unsere Mitglieder.“

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie die B2B-Marktplattform Synmarket von iTeam genutzt wird.

Synmarket für iTeam

Die Mutterkooperation Synaxon stellt seit rund einem halben Jahr für ihre Töchter den B2B-Marktplatz Synmarket bereit. Mittlerweile sind insgesamt 500 Partner auf der Plattform angemeldet. Von den 263 iTeam-Systemhäusern nutzen 25 Prozent das Angebot und haben dort auch Lösungen eingestellt. Damit stammen derzeit rund 50 Prozent der Lösungen von iTeam. Olaf Kaiser hofft, dass bis zum Jahresende alle iTeam-Mitglieder auf Synmarket registriert sind.

Nach so viel Arbeit durften die Partner auf der Abendveranstaltung auch feiern. Diese fand in der Frankfurter Klassikstadt statt. Hier werden auf 16.000 m² Oldtimer und Kultwagen präsentiert – ein Areal also, dass die Herzen von Autoliebhabern höher schlagen lässt. Fotos finden Sie in der IT-BUSINESS-Bildergalerie zum iTeam-Event.

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