Kommentar von Doris Albiez, IBM IT wird nicht mehr gekauft, sondern „gecloud“

Autor / Redakteur: Doris Albiez, Vice President Geschäftspartner und Mittelstand, IBM Deutschland / Dr. Stefan Riedl

Als Vice President stellt Doris Albiez für IBM Deutschland strategische Weichen. Für IT-BUSINESS kommentierte die Managerin das aktuelle Marktgeschehen mit Hauptaugenmerk auf das Thema „Cloud Computing im Mittelstand“.

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Doris Albiez, Vice President Geschäftspartner und Mittelstand, IBM Deutschland
Doris Albiez, Vice President Geschäftspartner und Mittelstand, IBM Deutschland
( Archiv: Vogel Business Media )

Der „Arbeitsplatz“ verliert immer mehr seine wörtliche Bedeutung. Die Globalisierung verwandelt den einst stationären Arbeitsplatz schrittweise in eine mobile Arbeitswelt. Unseren Beruf können wir bald überall und zu jeder Zeit ausüben. Gestern auf Geschäftsreise in Peking, heute im Büro in Berlin und morgen zuhause in Wernigerode im Home-Office – so sieht bereits heute oft der Arbeitsalltag aus.

Aber nicht nur wir bewegen uns, auch digitale Daten und Informationen bewegen sich dank moderner IT in Sekundenschnelle um den Globus.

Wie ein Dach wölbt sich über dieser mobilen Welt das sogenannte Cloud Computing. Aus einer Cloud beziehen wir weltweit einheitlich unsere IT-Infrastrukturen und Services – und zwar flexibel skalierbar und bedarfsorientiert.

Von diesem Dach profitieren vor allem mittelständische Unternehmen, da sie über die Cloud auf eine IT zugreifen können, die jederzeit verfügbar ist, sich stets auf dem aktuellsten technologischen Stand befindet und eine transparente Kostenstruktur bietet.

Zukunftsorientiert

Ein Konzept, das laut Expertenmeinung beste Zukunftschancen besitzt: So sieht das Beratungsunternehmen Experton Group für den deutschen Cloud-Markt durchschnittliche Wachstumsraten von mehr als 40 Prozent im Zeitraum von 2010 bis 2015. Hinter Cloud Computing verbirgt sich ein umfassender Paradigmenwechsel, der die gesamte Informationswirtschaft mit ihren Technologien und Geschäftsmodellen verändern wird.

Die IT wird nicht mehr gekauft, sondern „gecloud“ – also nach Bedarf bezogen, genutzt und bezahlt. Ein IT-Ökosystem, das IT-Anbietern, unabhängigen Softwareanbietern (ISV), Systemintegratoren sowie Value Added Partnern und Resellern (VAR) neue Geschäftschancen eröffnet.

Über die Cloud können beispielsweise ISVs ihre Anwendungen flexibel und kosteneffizient webbasiert anbieten und finden so Zugang zu neuen Märkten. Auch spezialisierte Softwareanbieter haben die Möglichkeit, ihre Nischenlösungen als SaaS-Komponenten (Software as a Service) über globale Wertschöpfungsnetze zu vermarkten.

Partner mit Know-how gefragt

Für VARs oder auch Systemintegratoren und Systemhäuser entwickelt sich neben dem klassischen Geschäftsmodell ein neuer Geschäftszweig, der sich verstärkt aus Services und Beratung zusammensetzt.

Gerade im Mittelstand verlangt die Umsetzung einer Cloud-Strategie eine ausgewiesene Expertise, die meist im eigenen Unternehmen nicht vorhanden ist. Vor allem, wenn es um die Planung und Umsetzung geht oder auch die Integration von Cloud-Lösungen in bestehende Systeme.

Hier ist tiefes Know-how unabdingbar, das in den kommenden Jahren verstärkt nachgefragt wird.

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