Channel Fokus 2022: Digital Learning IT-Helfer mit Geduld gesucht

Von Ann-Marie Struck

Durch den DigitalPakt Schule und die Corona-Pandemie tut sich in deutschen Schulen was in puncto IT. Allerdings noch viel zu wenig und sehr langsam. Wie sich der Markt im Bildungs­bereich für den IT-Channel gestaltet, zeigen die Ergebnisse des IT-BUSINESS-Panels.

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Mit unserem IT-BUSINESS-Panel sammeln wir Meinungen, Wünsche und Einschätzungen aus dem ITK-Channel zu aktuellen Branchen-Themen.
Mit unserem IT-BUSINESS-Panel sammeln wir Meinungen, Wünsche und Einschätzungen aus dem ITK-Channel zu aktuellen Branchen-Themen.
(Bild: apinan - stock.adobe.com)

Mangelnde Ausstattung, lähmende Datenschutzdebatten, Schulöffnungen ohne Teststrategie: die vergangenen drei Schulhalbjahre waren für Schüler, Lehrkräfte und Eltern ein chaotischer Mix aus neuen Regelungen. Immer wieder verhandelte die Politik neu über Präsenz- und / oder Heimunterricht. Jedoch funktioniert Homeschooling nur mit der richtigen technischen Ausstattung, und diese musste sowohl für Schüler als auch Lehrer erst besorgt werden. So hat der Bund mit der ­Corona-Hilfe I 470 Millionen Euro für digitale Leihgeräte lockergemacht.

Nachfrage nach Geräten steigt

Dementsprechend hat sich die Nachfrage an digitalen Lösungen durch die Coronapandemie verstärkt, wie die IT-BUSINESS-Panel-Teilnehmer bestätigen. 67 Prozent der ITK-Fachhändler und Systemintegratoren berichten von einer starken Nach­frage durch die Pandemie. Diese Ansicht teilen auch 80 Prozent der befragten Distributoren und Hersteller, die eine verstärkte Nachfrage nach Lösungen bei ihren Partnern verzeichnen.

Und der Topf war bis Herbst 2021 auch fast vollkommen ausgeschöpft. So hat die ­Coronapandemie die Digitalisierung in deutschen Schulen zwar beschleunigt, ­jedoch gibt es weiterhin Lücken bei der technischen Ausstattung. Einer Studie des Digitalverbands Bitkom unter 1.000 Eltern im April 2021 zufolge ist der Internet­zugang in deutschen Schulen nur mittelmäßig“ (Note 3,2), und der WLAN-Zugang in Klassenräumen in Schulnoten ausgedrückt „ausreichend“. Der Zustand der vorhandenen Technik bekommt ein „befrie­digend“ (Note 3,5), und die Hilfe bei IT-Problemen wird mit einer 3,6 bewertet. Das größte Hindernis für digitale Schulen sehen 78 Prozent der Eltern im Föderalismus.

IT-BUSINESS-Panel 2022: Digital Learning
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Mit diesem hat auch der ITK-Channel zu kämpfen, denn langsame Verfahren, komplexe Bürokratien und starre Hierarchien erschweren für den Zugang zu den Geldern und machen das Geschäft nicht leicht. Hinzu kommen spezielle Produktanforderungen sowie Beratungsleistungen und Service. Kompetenzen, die der IT-Fachhandel leisten kann. Darüber hinaus muss er für den Bildungssektor das nötige Durchhaltevermögen mitbringen.

Allen Widrigkeiten zum Trotz ist der Bildungssektor dennoch interessant für den Channel, wie die Zahlen des IT-BUSINESS-Panels zeigen. Für 59 Prozent der befragten ITK-Fachhändler und Systemintegratoren ist der Bildungssektor „wichtig“ für ihr Geschäft. Davon halten es sogar 39 Prozent für „sehr wichtig“.

Wo liegen die Schwierigkeiten?

Sei es der fehlende Zaun um den Pausenhof oder veraltete Sportgeräte: die Probleme an Schulen sind zahlreich. Vor allem im puncto Technik gibt es an deutschen Schulen noch viel Nachholbedarf. Als größte Schwierigkeit in Schulen und Universitäten sehen 78 Prozent der befragten ITK-Fachhändler und Systemintegratoren das fehlende Knowhow. Erst danach folgt die fehlende Infrastruktur (65 %). Verständlich, denn immerhin muss die vorhandene Technik auch gewartet und verwaltet werden, und oft machen dies nicht dafür ausgebildete Lehrer. Den dritten Platz belegt mit 59 Prozent das fehlende Budget an Schulen / Universitäten. Das gängige Vorurteil gegenüber Lehrkräften, die Technik-Skepsis (19 %), bekommt den letzten Platz.

Was sind die aktuellen Bestseller?

Bei der Frage, welche Produktbereiche derzeit besonders begehrt sind, sind sich die Panelteilnehmer ­uneinig. Die ITK-Fachhändler und Systemintegratoren erfahren mit 59 Prozent die größte Nachfrage bei Netzwerk-Lösungen. Dieser Ansicht schließen sich nur 40 Prozent der Distributoren und Hersteller an. Ihre aktueller Bestseller sind Software-Plattformen, -Tools und Apps. Das sehen nur 37 Prozent der ITK-Fachhändler / Systemintegratoren auch so. Den zweiten Platz der Umsatzschlager bekommen Clientgeräte (ITK-Fachhändler / Systemintegratoren 50 %; Distributoren / Hersteller 50 %), gefolgt von Cloud-Lösungen auf Platz drei (ITK-Fachhändler / Systemintegratoren 40 %; Distributoren / Hersteller 40 %). Die Nachfrage nach UCC-Tools unterscheidet sich bei den Teilnehmern sehr (ITK-Fachhändler / Systemintegratoren 15 %; Distributoren / Hersteller 40 %).

Was wollen Schulen?

Der Bildungssektor, insbesondere Schulen, gilt als ein sensibler Ort mit speziellen Anforderungen. Daher steht auf Platz eins der Produktanforderungen bei 71 Prozent der Kunden der ITK-Fachhändler und Systemintegratoren die DSGVO-Konformität, gefolgt von ­einer einfachen Bedienbarkeit (68 %). Schließlich müssen auch Schüler mit den Geräten umgehen können. Den dritten Platz der Kundenansprüche belegt mit 65 Prozent ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Langlebigkeit der Produkte (43 %) sowie Security (34 %) stehen bei Schulen auf den hinteren Plätzen.

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