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Der Wirtschaftskrise zum Trotz

IT-Fachkräftemangel bleibt ein Problem

20.05.2009 | Autor / Redakteur: Joachim Benner / Katrin Hofmann

Joachim Benner, Research Analyst bei IDC in Frankfurt
Joachim Benner, Research Analyst bei IDC in Frankfurt

Die Zahl der Arbeitslosen ist in den vergangenen Monaten in Folge der konjunkturellen Krise stetig gestiegen. Viele Unternehmen haben auf die rückläufigen Umsätze mit Personalabbau reagiert, um so ihre Kosten besser in den Griff zu bekommen. Eigentlich sollte man meinen, dass sich der Mangel an IT-Fachkräften unter den derzeitigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entspannt. In Wirklichkeit aber kann von Entspannung keine Rede sein.

Das zeigt jedenfalls eine aktuelle Befragung von IDC unter 76 IT-Managern in Deutschland. So haben über die Hälfte der befragten Unternehmen nach wie vor Schwierigkeiten, geeignete IT-Fachkräfte zu finden (Abbildung). Akuter Mangel herrscht insbesondere bei Netzwerkspezialisten, Systemarchitekten und Experten für Rechenzentren.

Unternehmen, die derzeit qualifizierte Fachkräfte suchen, haben es nicht wesentlich leichter als noch vor einem Jahr, ihre offenen Positionen zu besetzen. Entwarnung, was den IT-Fachkräftemangel anbelangt, kann daher nicht gegeben werden. Deshalb sollten Unternehmen ein besonderes Augenmerk auf ihrer Personalplanung haben. Die Unternehmen sollten hier nicht in Quartalen denken, sondern vielmehr mittelfristig planen. Wer jetzt Fachkräfte entlässt oder auf Neueinstellungen verzichtet, um kurzfristig Kosten einzusparen, kann schnell ins Hintertreffen geraten. Denn eins ist auch in der Krise sicher: der nächste Aufschwung kommt gewiss und dann wird der Kampf um geeignetes Personal wohl an Härte gewinnen, zumal die demografische Entwicklung das Problem künftig noch verschärfen wird.

Wer dennoch angesichts der Krise seine Kosten reduzieren muss, aber im Aufschwung den Anschluss nicht verpassen will, für den kann das Auslagern von Teilen der IT eine Alternative darstellen. Outsourcing bietet die notwendige Flexibilität, in Krisenzeiten die Kosten zu senken und dennoch im Aufwärtstrend schnell auf die nötigen personellen Ressourcen zuzugreifen. Insbesondere standardisierte Aufgaben der IT, wie etwa der Serverbetrieb oder Backup und Storage Management, für die ein geringes unternehmensspezifisches Know-how erforderlich ist, eignen sich bestens zum Outsourcen. Doch auch hier gilt es mit Bedacht zu handeln. Die Erfahrung der vergangenen Jahre hat gezeigt: Wer überstürzt auslagert oder zu hohe Erwartungen damit verbindet, wird schnell enttäuscht. Vielmehr ist eine durchdachte Planung notwendig.

Im Klaren sollte man sich insbesondere darüber sein, dass durch das Auslagern Kompetenz im eigenen Unternehmen verloren geht. Wer sich das nicht leisten kann oder will, sollte diesen Weg besser nicht wählen. Für alle anderen kann Outsourcing ein Lösungsansatz sein, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Aber egal wie man sich entscheidet, klar ist, dass man sich der Herausforderung des Fachkräftemangels stellen muss.

Die gegenwärtige Wirtschaftskrise darf nicht dazu verleiten, das Problem zu ignorieren, sondern Verantwortliche sollten ihre personellen Ressourcen auch in schwierigen Zeiten mit Weitsicht planen.

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