Hören, was die ITK-Branche bewegt – Folge 66 IT-BUSINESS Podcast: Telepressure – muss nur noch kurz 148.713 Mails checken

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Der Druck, ständig erreichbar zu sein, ist allgegenwärtig. Die Folgen der sogenannten Telepressure sind allerdings nicht zu unterschätzen. Im IT-BUSINESS Podcast gehen wir auf das Phänomen ein und geben ein paar praktische Tipps an die Hand.

Der IT-BUSINESS Podcast informiert schnell und unterhaltsam über die spannendsten Themen der Schlüsselbranche der Digitalisierung.
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(Bild: Vogel IT-Medien GmbH )

Der ganz normale Wahnsinn: 36 ungelesene Mails, 2 Gruppenchat- und 5 Messenger-Nachrichten – fühlen Sie auch den Druck, immer sofort antworten zu müssen? Im Büro wird dieser Druck durch die Anwesenheit relativiert. Doch im Homeoffice kann er verheerende Ausmaße annehmen. Denn niemand will, dass der Vorgesetzte denkt, man arbeite zu wenig. Ein stetig steigendes Arbeitspensum und ein zunehmender Leistungsdruck sind das Resultat. So birgt das Gefühl, ständig erreichbar sein zu müssen, eine große Gefahr für die psychische Gesundheit eines jeden Arbeitnehmers.

Dieser Druck beziehungsweise dieses Phänomen wird Telepressure genannt. Spätestens in Zeiten des Pandemie-bedingten Homeoffice ist Telepressure keine Seltenheit mehr. Das größte Problem ist dabei das mangelnde oder gar fehlende Vertrauen der Chefs. Aber auch andere Faktoren wie FOMO („Fear Of Missing Out“), Neugierde oder soziale Zugehörigkeit können Telepressure begünstigen. Das Phänomen muss jedoch ernst genommen werden.

„Nur noch kurz die Welt retten“ von Tim Bendzko

Das Lied „Nur noch kurz die Welt retten“ von Tim Bendzko, hat sicherlich jeder schon einmal gehört. Man könnte meinen, dass er hier das Phänomen Telepressure thematisiert:
„Muss nur noch kurz die Welt retten, Danach flieg' ich zu dir, Noch 148.713 Mails checken, Wer weiß was mir dann noch passiert, denn es passiert so viel.“

Laut Wikipedia hatte Bendzko jedoch einen anderen Hintergedanken: „Laut eigener Aussage saß Bendzko mit zwei Musikern zusammen, um ein Lied zu schreiben. Dabei kam die Idee zu diesem Liedtitel auf. Bendzko erinnerte sich dabei an den Lebensgefährten seiner Mutter. Dieser habe immer diesen Satz gesagt, wenn er Computerspielen ging, um sich vor Aufgaben zu drücken. In diesem Lied geht es also darum, nur vorzugeben, etwas ganz Wichtiges zu tun, um eigentlich Freizeit zu haben.“

Thematisiert wird somit nicht der Druck ständiger Erreichbarkeit, sondern die Sehnsucht nach Freizeit. Wobei es, unter diesem Aspekt betrachtet, auch wieder in die Telepressure-Thematik passt.

In dieser Episode des IT-BUSINESS Podcasts haben wir uns das Phänomen mal genauer angesehen und dafür mit Dr. Ralf Ebbinghaus, Geschäftsführer bei Enreach, gesprochen. Und für alle Leser und Hörer, die sofort Hilfe brauchen: Unsere nachfolgenden Tipps lassen sich schnell umsetzen und erzielen eine super Wirkung.

Unsere Tipps gegen Telepressure:

  • 1. Selbstkontrolle: Nicht ans Handy gehen.
  • 2. Selbstreflexion: Wie oft haben wir eine Nachricht geschrieben und erwartet, dass das Gegenüber schnell antwortet? Dieses Denken übt Druck aus.
  • 3. Struktur: Man muss im Job erreichbar sein, allerdings nicht immer. Deshalb sollte jeder Arbeitnehmer gezielt Zeiten fürs Antworten, aber auch Ruhezeiten und Pausen einplanen. Arbeitnehmer sollten ihre Fürsorgepflicht erfüllen und Vertrauen in ihre Mitarbeiter haben.
  • 4. „Gefakter Nachhauseweg“: Kleiner Tipp für alle Homeoffice-Kandidaten, die sich schwertun abzuschalten: Führt ein Ritual ein. Fahrt den Laptop bewusst herunter und klappt ihn zu. Lauft danach, um Abstand von der Arbeit zu bekommen, als „Nachhauseweg“ einmal um den Block.

Neugierig geworden? Dann schnell reinhören! Zu Hören gibt es den IT-BUSINESS Podcast aktuell auf Spotify, Deezer, iTunes, Google Podcasts und YouTube. Lassen Sie uns auch gerne ein Abo bei Podigee da.

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