Hören, was die ITK-Branche bewegt – Folge 47 IT-BUSINESS Podcast: Ein Patent, und wie es dazu kam...

Autor: Dr. Stefan Riedl

Ein relativ kleiner Software-Familienbetrieb aus Straubing setzt mit einem patentierten Verfahren neue Akzente in Sachen Backup und Archivierung. In diesem Podcast sprechen Albin Brandl und seine Tochter Larissa Dengler über ihr Software-Patent und den Weg dorthin.

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Software-Patente beziehen sich nicht auf den Programmcode, sondern auf eine Problemlösung.
Software-Patente beziehen sich nicht auf den Programmcode, sondern auf eine Problemlösung.
(Bild: chrupka - adobe.stock.com)

Das Besondere am Ansatz seines „Software-defined Archives“ ist der modulare Aufbau über eigenständig agierende Nodes, sagt Albin Brandl, Geschäftsführer von Systemhaus Brandl. Vertrieben wird der patentierte Ansatz über EfficientNodes, einer später gegründeten Firma, bei der seine Tochter Larissa Dengler die Geschäftsführung übernahm.

Effiziente Knoten

Das Prinzip kann man sich vorstellen wie beim Computerspiel „Siedler“, bei dem einzelne Einheiten vordefinierte Aufgaben erfüllen, beispielsweise ein Sägewerk, das angelieferte Baumstämme zu Brettern oder eine Gerberei, die angelieferte Felle zu Leder verarbeiten. Die Nodes in der Software agieren dahingehend ähnlich, als dass ihnen verschiedene Aufgaben zugewiesen werden können (beispielsweise ­Replikation, Verifizierung oder Verschlüsselung) und das Ergebnis, sobald es vorliegt, dann anderen Nodes übergeben wird. „In XML-Listen steht jeweils, welche Aufgaben anstehen, und so greift alles effizient ineinander. Bis das Patent für diese Verfahrensweise durch war, sind immerhin sechs Jahre vergangen“, so Brandl.

3-2-1-Backup-Strategie automatisiert umsetzen

Larissa Dengler und Albin Brandl sind beide Geschäftsführer bei EfficientNodes; Brandl zudem Chef bei Brandl Systemhaus.
Larissa Dengler und Albin Brandl sind beide Geschäftsführer bei EfficientNodes; Brandl zudem Chef bei Brandl Systemhaus.
(Bild: EfficientNodes)

Das Patent betrifft die „Verfahrenssicherung von Daten“, erläutert Geschäftsführerin Larissa Dengler. „Software-defined Archive“ heißt in diesem Zusammenhang, dass regelbasiert eine Archiv- und Backup-Strategie vordefiniert wird und diese automatisiert ausgeführt wird, beispielsweise im Sinne der 3-2-1-Backup-Regel.

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  • Vorbereitet auf das Katastrophenszenario – Das Prinzip Hoffnung stellt keine Backup-Strategie dar. Das 3-2-1-Prinzip (drei Kopien auf zwei Arten von Speichermedien, davon eine räumlich getrennt) hingegen schon. Hinzu kommt eine zeitliche Komponente, um im Notfall auf frühere Stände ohne mitabgespeichertes Ransomware-Problem zurückgreifen zu können.
  • Doomsday – aber die IT läuft wie geschmiert – Dank Backup können fehlende Daten zurückkopiert werden. Soll im Katastrophenfall der Geschäftsbetrieb aufrechterhalten (Business Continuity) oder danach wieder aufgenommen (Disaster Recovery) werden, ist Backup aber nur ein kleines Zahnrädchen im IT-Getriebe.

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Leitender Redakteur