Hören, was die ITK-Branche bewegt – Folge 32 IT-BUSINESS Podcast: Die digitale Lieferkette

Autor: Dr. Stefan Riedl

Digitale Lieferketten sollen Prozesse automatisieren und Ausfallrisiken minimieren. Mit dem umstrittenen Lieferkettengesetz kommen weltverbessernde Bestrebungen hinzu. Kritiker entgegnen: „Das Gegenteil von gut ist nicht böse, sondern gut gemeint.“

Firmen zum Thema

Der IT-BUSINESS Podcast informiert schnell und unterhaltsam über die spannendsten Themen der Schlüsselbranche der Digitalisierung.
Der IT-BUSINESS Podcast informiert schnell und unterhaltsam über die spannendsten Themen der Schlüsselbranche der Digitalisierung.
(Bild: Vogel IT-Medien)

Schon seit Jahren erwarten Unternehmen einen tiefgreifenden Wandel hinsichtlich der Digitalisierung ihrer Lieferketten. Und seit Jahren haben sie recht und unrecht zugleich. So ist es bis zur voll „durchdigitalisierten“ Lieferkette noch ein weiter Weg und insbesondere bei kleineren Unternehmen entlang von Liefer- und Produktionsketten steht noch einiges an Überzeugungs- sowie Projektarbeit an. Aber gleichzeitig ist die Innovationsfreude groß.

Einer der Player in diesem Markt ist Tradeshift. Als Unternehmen für Supply-Chain-Zahlungen und -Marktplätze unterstützt Tradeshift Käufer und Lieferanten bei der Digitalisierung ihrer Handelstransaktionen, bei der Prozess-Zusammenführung und bei der Anbindung an Supply-Chain-Anwendungen. Rund 1,5 Millionen Unternehmen in 190 Ländern nutzen die Lösungen. Die cloudbasierte B2B-Handelsplattform von Tradeshift greift den Netzwerkgedanken auf, wie er in den sozialen Medien wie LinkedIn verfolgt wird und setzt auf Apps im Bereich des Ein- und Verkaufs.

Transparenz entlang der Handelskette

Andreas Thonig ist Regional VP Sales DACH bei Tradeshift.
Andreas Thonig ist Regional VP Sales DACH bei Tradeshift.
(Bild: Tradeshift)

Menschenrechte achten, Umwelt schützen, Kinderarbeit unterbinden – dagegen hat vermutlich niemand etwas einzuwenden. In international vernetzten Lieferketten ist das aber nicht einfach zu belegen und Ökonomen erwarten unliebsame Sekundäreffekte. Ein Entwurf für ein Lieferkettengesetz, das Unternehmen dahingehend in die Verantwortung nehmen soll, dass sich ihre Lieferanten stets untadelig verhalten, birgt auch vorhersehbare Probleme.

Naturgemäß ist man bei Tradeshift dem Lieferkettengesetz wohlwollend zugetan, denn schließlich tun sich hier neue Betätigungsfelder auf. Ohne die offenen Fragen abschließend zu klären, erläutert Andreas Thonig, Regional VP Sales DACH bei Tradeshift, anhand eines Beispieles, wie zumindest Blockchain-basiert nachgewiesen werden kann, dass Rindfleisch aus Dänemark und nicht umetikettiert aus China stammt – Transparenz im Sinne der Verbraucher.

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Weiterführende Artikel

  • Was das Lieferkettengesetz bedeuten würde – Menschenrechte achten, dagegen hat vermutlich niemand etwas einzuwenden. In international vernetzten Lieferketten ist das aber nicht immer einfach zu belegen. Mit dem Lieferkettengesetz wäre es Pflicht.
  • Lieferkette als millionenschwerer Risikofaktor – In der heutigen komplexen globalen Wirtschaft ist Supply Chain Risk Management (SCRM) ein Wettbewerbsvorteil. Diese Risikominimierung entlang der Lieferkette wird jedoch selten ganzheitlich genutzt.
  • Blockchain in der Lieferkette: Authentifizierung von Planungsdaten – Viele assoziieren das Thema Blockchain mit Bitcoin. Dabei ist die verteilte Datenbanktechnologie nicht nur für Kryptowährungen und andere Finanzdienstleistungsanwendungen geeignet, sondern hat auch das Potenzial, die Planung der Lieferketten wesentlich zu beeinflussen.

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Über den Autor

Dr. Stefan Riedl

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Leitender Redakteur