eMail aus der Redaktion Ist eine Business-CeBIT nicht genug?

Redakteur: Harry Jacob

Messe-Chef Ernst Raue hat Veränderungen für die CeBIT angekündigt, will aber derzeit von der breiten Ausrichtung der immer noch größten IT-Messe der Welt nicht abrücken - trotz des Erfolgs von Spartenmessen. Redaktionsleiter Harry Jacob fragte für IT-BUSINESS in Hannover nach, ob eine Business-CeBIT mittelfristig eine Alternative bietet, den Hersteller- und Besucherschwund zu stoppen.

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Harry Jacob, Redaktionsleiter IT-BUSINESS
Harry Jacob, Redaktionsleiter IT-BUSINESS
( Archiv: Vogel Business Media )

Sehr geehrter Herr Raue, Sie haben zwar die größte Konzeptänderung in der CeBIT-Geschichte angekündigt - Nachfrageorientierung statt Angebotsorientierung, Aber so richtig viel ändert sich dann doch nicht, denn Sie beharren darauf, eine Querschnittsmesse für IT, TK und CE durchführen zu wollen - und damit alles zu zeigen, was jeder einzelne Wettbewerber in seinem Segment auch hat.

Warum muss das denn sein? Ist das »Centrum der Büro- und Informationstechnologie« nicht ausreichend? Das wäre ein klarer Fokus, und damit haben die Kollegen andernorts ja gute Erfahrungen gemacht: Die TK-Messe 3GSM brummt, die Games Convention war zuletzt völlig überlaufen und die IFA holt die CE-Hersteller inzwischen doppelt so oft nach Berlin. Und alle drei haben Kunden gewonnen, die die CeBIT verloren hat.

Bestes Beispiel für das Problem der CeBIT ist für mich die Halle 1 - früher mal die »Druckerhalle«. 2006 lärmten da Beyoncé & Co. überlebensgroß auf riesigen Plasma- und LCD-TVs von BenQ und LG, mit entsprechend massiver Beschallung. Und dieses Jahr? Druckerhersteller wie Epson und Konica-Minolta sind nicht nur aus der Halle 1 vergrault, sondern bleiben der CeBIT komplett fern, CE-Größen wie LG und BenQ kommen aber auch nicht mehr.

Wie weit muss die CeBIT noch schrumpfen, bis sie sich wieder als reine Business-Messe positioniert, die nur in geringem Masse Überschneidungen mit den genannten Fachmessen aufweist? Oder ist für Sie eine CeBIT ohne den Querschnittsanspruch keine CeBIT mehr?

Mit freundlichen Grüßen

Harry Jacob, Redaktionsleiter IT BUSINESS

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Antwort an die Redaktion

Sehr geehrter Herr Jacob,

von den knapp 100 Messen, die die Deutsche Messe jährlich in der ganzen Welt organisiert, befindet sich keine so stark im Wandel wie die CeBIT - und das aus gutem Grund. Als weltweite Leitmesse der ITK-Branche soll die CeBIT sowohl Spiegel als auch Trendsetter der digitalen Welt sein und dabei kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse von Ausstellern und Besuchern reagieren.

Zu diesem Anspruch gehört, dass man als Gastgeber der digitalen Welt nicht in vorgegebenen Kategorien denkt, sondern Megatrends wie Konvergenz und Ubiquität aufnimmt und aktiv mitgestaltet. Das Ergebnis dieser Strategie ist eine Messe, die nicht nur neue Benchmarks für Aussteller und Besucher setzen wird. Zukünftig wird nicht mehr die Anzahl der belegten Hallen, sondern die Anzahl der angebotenen Lösungen entscheidend für den gemeinsamen Erfolg sein.

Die aktuellen Rückmeldungen aus dem Markt zeigen uns: Das zukünftige CeBIT-Konzept trifft nicht nur exakt die Interessenlagen der Industrie. Es ist auch genau das richtige Instrument, um den Anwendern die riesigen Potenziale der digitalen Welt zu vermitteln. Ob Beyoncé & Co. dann auch wieder dabei sind, kann ich Ihnen heute nicht sagen – aber die Stars der ITK-Branche werden vertreten sein, verlassen Sie sich darauf.

Mit freundlichen Grüßen aus der Messestadt Hannover

Ihr

Ernst Raue, Geschäftsführer

Deutsche Messe AG

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