Apple hält Konkurrenz auf Abstand iPod-Familie legt auf breiter Front zu

Redakteur: Harry Jacob

Mehr Speicher, mehr Funktionen und günstigere Preise, vor allem aber ein iPod, der sich via WLAN die Songs direkt aus dem Internet holt – Apples MP3-Player setzen mit der neuen Generation wieder einmal Maßstäbe.

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iPod Touch nennt Apple den ersten iPod im iPhone-Look – zwar ohne Handy-Funktion, aber mit Internetzugang.
iPod Touch nennt Apple den ersten iPod im iPhone-Look – zwar ohne Handy-Funktion, aber mit Internetzugang.
( Archiv: Vogel Business Media )

Nach zwei Jahren kommt nun ein Generationswechsel bei Apples iPods. Und der hat es in sich. Flaggschiff der Musicplayer ist der iPod touch, der aussieht wie das im Sommer vorgestellte iPhone, jedoch ohne Telefoniefunktion ist. 120 Gramm schwer, 8 Millimeter dick, mit einem 3,5-Zoll-Display (480 x 320 Pixel), WLAN nach 802.11b/g und acht oder 16 Gigabyte Speicher, das sind die technischen Eckdaten des Players.

Die Bedienung ist die gleiche wie beim iPhone, ebenfalls die Ausstattung mit MacOS X, Webbrowser und verschiedenen PIM-Applikationen, also beispielsweise Kalender und Adressbuch. In den Webbrowser Safari sind Google Search und Yahoo! oneSearch integriert, außerdem gibt es eine Youtube-Applikation, mit der sich die beliebten Videos durchsuchen und via WLAN anschauen lassen. Noch im Laufe des Monats soll der iPod touch hierzulande verfügbar sein. Mit acht Gigabyte Speicher kostet er 299 Euro, für 399 Euro gibt es die 16-Gigabyte-Version.

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In den USA ist Apple zudem eine Kooperation mit der Cafe-Kette Starbucks eingegangen. Dort werden die Filialen Zug um Zug mit WLAN ausgestattet. Die jeweils letzten zehn Musiktitel, die in der Filiale gespielt wurden, können dann vom iPod touch aus abgefragt und im iTunes WiFi Music Store gekauft werden.

iPhone wirft seine Schatten voraus

Ebenfalls nur für die USA gültig ist die Preissenkung beim iPhone. Das gibt es nur noch mit acht Gigabyte Speicher, für jetzt 399 statt 599 US-Dollar. Die Vier-Gigabyte-Variante entfällt, da sie kaum nachgefragt wurde. Kurz vor dieser Preissenkung hatte der Marktforscher iSupply bekanntgegeben, dass im Juli Apples iPhone das meistverkaufte Smartphone in den USA war. Die Branchenexperten schoben das jedoch auf den Hype, der um das Gerät gemacht wurde und konstatierten, dass man nun abwarten müsse, ob sich die Verkaufszahlen stabilisieren. Angesichts der massiven Preissenkung dürfte das kein Problem werden. Ende des Jahres soll das iPhone dann auch in Europa erhältlich sein.

Der Online-Musikshop von Apple, iTunes Music Store genannt, wird für die neuen Geräte angepasst. Das betrifft zum einen Funktionen für den Online-Kauf via iPod touch, zum anderen wird dem Sortiment, das bislang neben Musik-Stücken und -Videos auch aus TV-Filmen und TV-Serien sowie Spielen bestand, nun eine Abteilung für iPhone-Klingeltöne hinzugefügt.

Noch mehr Musik und Videos

Der bislang nur »iPod« genannte Player bekommt jetzt den Zusatz »classic«. Vollmetallgehäuse, 80 bis 160 Gigabyte Speicher und eine verbesserte Bedienoberfläche inklusive »Cover Flow«, also dem Blättern durch die Cover der gespeicherten Alben, zeichnen die sechste Generation der Musikplayer aus. Sie sind ab sofort in schwaz und silber verfügbar für 249 Euro (80 GB) oder 349 Euro (160 GB).

Der iPod nano wurde ebenfalls überarbeitet. Mit einem Zwei-Zoll-Display (320 x 240 Pixel) versehen, kann er nun ebenfalls Videos und Spiele darstellen. Erhältlich ist er für 199 Euro mit acht Gigabyte Speicher in den Farben silber, schwarz, blau, grün und als (Product) Red Special Edition. Mit vier Gigabyte Speicher kostet der iPod nano 149 Euro, ist aber nur in silber erhältlich.

Der iPod shuffle wird ebenfalls in den neuen Farben geliefert, hat sich technisch aber nicht geändert. Von der (Product) Red Special Edition des iPod shuffle und iPod nano geht ein bestimmter Betrag direkt an den Global Fund, ein vom damaligen UNO-Generalsekretär Kofi Annan im Jahr 2002 eingerichtetes Hilfswerk, das gegen die Folgen von Aids, Malaria und Tuberkulose in Afrika kämpft. In der (Product) Red-Kampagne engagieren sich neben Apple Unternehmen wie American Express, Motorola, Giorgio Armani und andere, die jeweils spezielle Produkte in Rot auf den Markt bringen und einen Teil der Erlöse an den Global Fund abführen.

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