Apple renoviert Smartphone und Betriebssystem iPhone 4 ab 21. Juni in Deutschland erhältlich

Redakteur: Harry Jacob

Ein hochauflösendes „Retina“-Display, Glasflächen vorne und hinten sowie eine 5-Megapixel-Kamera, die für Videochats gut ist, deren Filme aber man auch direkt am iPhone schneiden und vertonen kann, und ein verbesserter Akku sind nur einige Features von Apples neuestem Wurf.

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Die Eröffnung der weltweiten Entwicklerkonferenz der Apple-Gemeinde nutzte der Chef der Apfel-Company, Steve Jobs, zur Vorstellung der neuen iPhone-Generation und des verbesserten Betriebssystems. War das iPhone anfangs aufgrund der technischen Eigenschaften anfangs stark kritisiert worden, holte es mit jedem Generationswechsel auf. Mit dem iPhone 4 setzt Apple nun tatsächlich neue Maßstäbe – und die Konkurrenz wieder einmal unter Druck.

Das Retina-Display

Das Äußere des iPhone 4 besteht aus Glas – sowohl Vorder- wie Rückseite – und einem Stahlrahmen darum herum, in dem die Antennen für Bluetooth, WLAN und UMTS untergebracht sind. Das 3,5-Zoll-IPS-Display hat eine Auflösung von 960 x 640 Bildpunkten bei einer Dichte von 326 dpi und einem Kontrastverhältnis von 800:1. Laut Apple kann das menschliche Auge kein einzelnes Pixel mehr erkennen, daher sei die Auflösung extrem scharf. So erklärt sich auch die Bezeichnung „Retina-Display“: die Auflösung der menschlichen Netzhaut (Retina) im Auge wird quasi übertroffen.

Im Vergleich zu den Vorgängermodellen ist die Auflösung auf das Vierfache angestiegen, gemessen am iPad (1.024 x 768 Pixel) bietet das iPhone 4 immerhin 78 Prozent von dessen Pixelanzahl. Somit lohnt es sich für Entwickler umso mehr, ihre Apps „hochauflösend“ zu gestalten, denn nun wird nicht nur die Darstellung auf dem iPad, sonern auch auf dem iPhone davon profitieren.

Das Glas, das sich durch außergewöhnliche Biegsamkeit auszeichnet, ist sowohl auf der Vorder- wie auf der Rückseite mit einer fett-abweisenden Beschichtung versehen, so dass das Touch-Display nicht so schnell verdreckt. Es soll 30 Mal härter als Plastik und dadurch sehr kratzfest sein, so Apple.

Apple ist es gelungen, das Gerät noch kompakter zu bauen als die Vorgänger. Es ist 115,2 mm hoch und 58,6 mm breit, aber nur noch 9,3 mm dünn – es ist mehr als 3,5 mm schmäler und 3 mm dünner (also 24 Prozent „flacher“) als das iPhone 3G. Das Gewicht ist dabei fast gleich geblieben.

Auf der folgenden Seite finden Sie mehr zu den „inneren Werten“ des iPhone 4.

iPhone 4: die inneren Werte

Basis des iPhone ist der auch im iPad verwendete Prozessor A4. beim WLAN unterstützt das iPhone neben 802.11 b/g nun auch den aktuellen n-Standard. Die Datenübertragung via HSDPA funktioniert mit bis zu 7,2 Megabit/Sekunde, der Upload mit bis zu 5,7 Megabit/Sekunde. Zusätzlich zum bisher schon verwendeten Beschleunigungssensor kommt nun ein Drei-Achsen-Gyroskop zum Einsatz, um die Umschaltung zwischen Hoch- und Querformat-Betrieb zu verbessern. Für Entwickler wurde eine Zugriffsmöglichkeit auf die Daten des neuen Bauteils integriert, so dass der neue Sensor beispielsweise auch für verbesserte Spiele-Steuerungen genutzt werden kann.

Weiter verbessert wurde zudem der Akku: zehn Stunden Videobetrieb, 40 Stunden Musikwiedergabe, sieben Stunden Sprechzeit beziehungsweise sechs Stunden Internetnutzung (3G, bei 2G: 14 Stunden Sprechzeit; WLAN: 10 Stunden Internetnutzung) oder 300 Stunden Standby sind damit möglich.

Filmen, Schneiden, Chatten

Die Kamera, früher ein Schwachpunkt, hat Apple auf zeitgemäße Werte gebracht: sie schafft nun Foto-Aufnahmen von fünf Megapixeln (2.592 x 1.944 Pixel) sowie Videoaufnahmen mit 1.280 x 720 Pixeln bei 30 Bildern pro Sekunde. Ein LED-Blitz beziehungsweise -Licht hellt sowohl bei Foto- wie bei Video-Aufnahmen das Motiv auf. Die Kamera-Anwendung bietet einen fünffachen digital Zoom.

Damit nicht genug: aus seiner iLife-Suite hat Apple das Programm iMovie als App bereitgestellt. Damit können Filme geschnitten, mit Video-Effekten versehen und neu vertont werden. Das App kostet in den USA 4,99 Dollar, deutsche Preise sind noch nicht bekannt.

Eine zweite Kamera ist auf der Vorderseite integriert. Diese läßt sich beispielsweise nutzen, um Videochats zu führen. Diese sind derzeit nur zwischen zwei iPhones und nur über WLAN möglich. Der zugehörige Dienst heißt FaceTime, er soll ohne jegliche Konfiguration zur Verfügung stehen.

Auf der folgenden Seite finden Sie mehr zum überarbeiteten Betriebssystem iOS 4, den Konfigurationen und Preisen des iPhone 4.

Das iPhone-Betriebssystem

Die Entwicklergemeinde bekam zusammen mit dem iPhone 4 auch die neueste Betriebssystem-Generation vorgestellt. Sie heißt nun nicht mehr iPhone OS sondern nur noch iOS und läuft auf iPad, iPhone und iPod Touch. iOS 4 liefert nach Angaben von Apple 100 neue Funktionen und sogar 1.500 neue Programmierschnittstellen (APIs). Google ist nach wie vor die Standardsuchmaschine, aber die Nutzer können nun alternativ auch Microsofts Bing einstellen.

Zu den wichtigsten Erweiterungen gehört „intelligentes Multitasking“ das allerdings auf jene Apps beschränkt ist, die mit iOS 4 entwickelt wurden. Außerdem werden Ordner eingeführt, so dass Nutzer mit einer großen Zahl von Apps diese nun besser organisieren können.

Zum 1. Juli startet Apple zudem den Dienst iAd. Damit lassen sich Werbe-Einblendungen in den Programmen („Apps“) einfügen – die Einnahmen daraus gehen zu 60 Prozent an die Entwickler, zu 40 Prozent an Apple.

iPhone 4 ab 24. Juni erhältlich

Gleichzeitig mit dem Verkaufsstart am 24. Juni 2010 in den USA wird das iPhone 4 auch in Deutschland, England, Frankreich und Japan erhältlich sein. Zur Wahl stehen die Farben Schwarz und Weiß sowie Speichergrößen von 16 und 32 Gigabyte. Hierzulande hat die Deutsche Telekom nach wie vor den exklusiven Vertrieb des iPhone inne. Ab 15. Juni nimmt Apple im Online-Store und den Retail-Stores Vorbestellungen entgegen. Ende Juli soll der Verkauf in Kanada und weiteren 17 europäischen und asiatischen Ländern starten, Ende September kommen dann weltweit noch einmal 88 Länder hinzu.

Preise für Deutschland hat Apple zum Redaktionsschluss noch nicht kommuniziert. In den USA gibt es die Geräte mit Zwei-Jahres-Vertrag für 199 US-Dollar (16 GB) beziehungsweise 299 Dollar (32 GB). Außerdem wird der Preis für das Acht-Gigabyte-Modell des iPhone 3G dann auf 99 Dollar gesenkt.

iOS 4 ist bereits ab dem 21. Juni erhältlich. Anders als in der Vergangenheit werden diesmal auch Besitzer des iPod Touch ein kostenloses Update erhalten.

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