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Verbraucherstudie der GfK zum Iphone 3G Iphone 3G trotz Nutzerbeschwerden begehrt

| Redakteur: Katrin Hofmann

Trotz Verbindungsproblemen und gebrochener Hüllen, von denen einige Iphone-Nutzer berichten, steht das neue Apple-Gerät bei potenziellen Käufern hoch im Kurs. Das verdeutlicht eine Studie der GfK. Der Hype um den Handy-Smartphone-Ipod-Mischling ruft mittlerweile offenbar erste Betrüger auf den Plan.

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Der Verkaufsstart des Iphones 3G lief blendend.
Der Verkaufsstart des Iphones 3G lief blendend.
( Archiv: Vogel Business Media )

Fast jeder dritte deutsche und britische Handynutzer erwägt, sich ein Iphone 3G anzuschaffen. Einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zufolge würde je ein Fünftel ein Paket von T-Mobile in Deutschland oder von O2 in England kaufen. Die GfK befragte 5.750 Briten und 500 Deutsche.

Die Exklusiv-Vermarkter könnten zudem bei der Mobilfunk-Konkurrenz wildern, so die Analysten. Denn rund 31 Prozent der bei anderen Anbietern in Deutschland und 25 Prozent in England unter Vertrag stehenden Kunden denken ernsthaft über den Kauf eines Iphones nach.

Hohes Interesse zeigen Männer, unter 40-Jährige, Kunden mit festem Vertrag und diejenigen, die mehrere Handys nutzen. Summa summarum sei das Iphone 3G ein Hoffnungsträger für den gesättigten Mobilfunkmarkt und die Aussichten für das Handy der dritten Generation Erfolg versprechend.

Riss im Gehäuse und Kritik an der Netzabdeckung

Beschwerden von Iphone-Nutzern, die beispielsweise im MacRumors-Forum Photos von Geräten mit eingerissener Außenhülle »veröffentlicht hatten« – angeblich ohne dass diese abgestürzt sind oder stark gedrückt wurden – scheinen also keine durchschlagende Wirkung auf die Anschaffungsneigung zu haben.

Dem Kaufwunsch ebenso wenig abträglich sind die von Anwendern geäußerten Probleme mit der Netzabdeckung. Im niederländischen »Iphone-Weblog« von T-Mobile weist eine Vertreterin des Unternehmens auf diesbezüglich bemängelte Defizite hin. Anwender hätten kritisiert, dass die 3G-Abdeckung (also der UMTS-Empfang) nicht so gut sei wie beworben. Dieses Problem scheine auch in anderen Ländern aufzutreten, meint die Unternehmensvertreterin mit Verweis auf »Apples Forum«.

Weil die 3G-Netzabdeckung von T-Mobile so gut wie die der Konkurrenz sei, stehe zu vermuten, dass ein Hardware- oder Software-Problem des Iphones selbst ursächlich sei. Medienberichten zufolge macht ein Analyst des japanischen Finanzunternehmens Nomura einen nicht ausgereiften Chipsatz des deutschen Herstellers Infineon verantwortlich.

Nicht zuletzt war das Iphone auch ins Gerede gekommen, weil Apple-Chef Steve Jobs zugegeben hatte, dass eine »Hintertür« im Iphone installiert ist. Über diese kann der Hersteller feststellen, welche Software auf dem Gerät installiert ist, und einzelne Applikationen sogar deaktivieren. Dies dien ausschließlich dem Schutz der User vor Malware, argumentierte Jobs in einem Interview.

Verdacht: 700.000 Euro veruntreut

Wo ungeachtet solcherlei Schwierigkeiten der Hype um ein Produkt anhält, sind Betrüger oft nicht weit. So meldet Iclear, Anbieter des gleichnamigen Online-Bezahlsystems, mit Berufung auf Berichte in »mehreren holländischen Online-Portalen«, dass gegen einen niederländischen Iphone-Händler Betrugsverdacht besteht. Hunderte von Verbrauchern, die bei diesem ein Iphone gegen Vorkasse bestellt hätten, würden wahrscheinlich ihr Geld nie wieder sehen. Vom Iphone ganz zu schweigen. Der Händler soll 700.000 Euro veruntreut und sich anschließend mutmaßlich nach Russland oder Brasilien abgesetzt haben.

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