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IP-basierte Videoüberwachung boomt

| Autor: Dr. Stefan Riedl

Das Thema Videoüberwachung ist so etwas wie ein „garantierter Zukunftsmarkt“.
Das Thema Videoüberwachung ist so etwas wie ein „garantierter Zukunftsmarkt“. (Bild: ©Michael Rosskothen - stock.adobe.com)

„Datenschutz ist Täterschutz!“ – so lautet eine politische Formel, die Gegner von Videoüberwachung auf die Palme bringt. So kontrovers diskutiert das Thema auch sein mag: IP-basierte Videoüberwachung ist ein garantierter Zukunftsmarkt für spezialisierte Reseller und IT-Systemhäuser.

Mehrere Entwicklungen treiben gleichzeitig den Markt für IP-Videoüberwachung voran, darunter die Baustelle „innere Sicherheit“, also staatliche Investitionen, aber auch der gewerbliche sowie der private Sektor statten sich zunehmend mit Perimeterschutzmaßnahmen im Sinne von Freigeländeüberwachungssystemen aus.

Es ist eine dynamische und innovative Branche. Im gewerblichen Sektor wird an innovativen Spezialanwendungen gearbeitet, beispielsweise zur Drone-Detection oder auch an Radar-Lösungen. Dadurch wird vor allem der Perimeterschutz effizienter, da das Radar-Gerät zum Beispiel Personen auch innerhalb eines großflächigen Gebiets detektieren kann.

Surveillance im Smart-Home-Umfeld

Als Teil von Smart-Home-Szenarien wurde private Überwachung zu einem heiß umkämpften Markt und dadurch kamen in den letzten Jahren immer günstigere, einfachere und zuverlässigere Lösungen heraus. Für ein paar hundert Euro gibt es inzwischen einige Komplett-Sets, bestehend aus einem PoE-fähigen NAS, Videomanagement-Software und einem – oft vierteiligen – Kamera-Set zu Kampfpreisen. Digitalisierung und Automatisierung verlassen dank der immer ausgefuchsteren und günstiger werdenden Systeme das Nischendasein und erobern den Alltag. Eine in ein Smart-Home-Netzwerk eingebundene Kamera ermöglicht es, von unterwegs oder der Couch aus zu prüfen, ob es dem Familienhund, der Oma oder dem im Garten spielenden Kind gut geht. War der Paketzusteller vormittags da? Welche Katze löst in der Nacht immer die Bewegungsmelder aus? All diese Fragen spielen in der Alltagswirklichkeit auch abseits der Einbruchsproblematik eine Rolle.

Wachstum in Sachen Sicherheits-Technik

Das Marktforschungsinstitut IHS Research rechnet mit einem Wachstum von jährlich 16 Prozent bis 2019 im Videoüberwachungsmarkt. Die aktuelle Umfrage des Bundesverband Sicherheitstechnik e.V. (BHE) spiegelt ebenso den Optimismus im Marktsegment wieder: Die deutschen Fach-Errichter zeigen sich demnach „äußerst zufrieden“ mit der Entwicklung im Sicherheitsmarkt und vergaben in zahlreichen Kategorien neue Best-Noten.

„Die Stimmung am Markt ist insgesamt sehr positiv. Dies spiegelt sich auch in der guten Benotung der derzeitigen Geschäftslage mit einem Wert von 1,83 auf der Schulnotenskala wider. Rund 30 Prozent aller Befragten haben ihre momentane Auftragslage sogar als ‚sehr gut‘ bezeichnet“, so Dr. Urban Brauer, Geschäftsführer des BHE.

Fach-Errichter gefragt

Die gewerbliche Kundengruppe konnte weiter stark zulegen und machte einen deutlichen Sprung zur neuen Bestmarke von 1,76. Auch bei den Behörden hält die positive Entwicklung an. Die Geschäftslage in dieser Kundengruppe konnte sich in den letzten Jahren von der Note 2,90 auf mittlerweile 2,50 verbessern. Lediglich der private Sektor ist mit einem Wert von 2,48 leicht rückläufig. Trotzdem gehört der erzielte Wert zu den Top 5 der letzten Jahre. Insgesamt blicken die Fach-Errichter durchaus positiv in die Zukunft und beurteilen die künftige Geschäftslage mit 1,97. 78 Prozent der befragten Unternehmen vergaben hierbei die Note „gut“. Aufgrund dieser Aussichten würden 63 Prozent der Betriebe gerne neues Personal einstellen. Der höchste Wert seit Beginn der Erhebungen des BHE. Und kein einziges Unternehmen plant Entlassungen. Damit hängt auch der, laut BHE „einzige Wermutstropfen“ zusammen, nämlich eine angespannte Situation auf dem Arbeitsmarkt. Tendenziell können die befragten Fachfirmen ihren Bedarf an qualifiziertem Personal immer schlechter decken, so der BHE.

Videoüberwachung von Kassenplätzen

Zu den breit gefächerten Anwendungsfeldern für Videoüberwachungstechnik zählt auch die Videoüberwachung zur Betrugserkennung. Alpha11 verheiratet zu diesem Zweck Kassensysteme mit Videoüberwachung. Der Firmengründer und Geschäftsführer, Klaus Hamal, freut sich über volle Auftragsbücher: „Die Konkurrenzsituation entwickelt sich derzeit positiv für uns, da einige Mitbewerber in diesem Segment aus Altersgründen aufgehört haben oder wie Norma Systems insolvent gegangen sind. Zudem haben wir auch seit zwei Jahren den Privatkundenmarkt mit der Aufnahme von Alarmanlagen Rechnung getragen, da hier der Bedarf derzeit enorm wächst. Schließlich sind erst fünf Prozent der privaten Haushalte mit Alarmanlagen ausgestattet.“

Das allsehende Auge der Videotechnik

Titelstory Axis, Interview Alpha11

Das allsehende Auge der Videotechnik

09.06.17 - Alpha11 verheiratet Kassensysteme mit Videoüberwachung. Firmengründer und Geschäftsführer, Klaus Hamal, beschreibt die Knackpunkte und Geschäftsmöglichkeiten in dem Segment. lesen

Videosysteme für Marketing-Zwecke

Abseits der Einbruchsproblematik und von Smart-Home-Anwendungen treiben im Handel neue Möglichkeiten in der intelligenten Videoanalyse die Umsätze voran. Der Einzelhandel nutzt Videobilder nicht nur zur Überwachung, sondern beispielsweise auch, um Sales und Marketing zu verbessern. Mittels Netzwerk-Kameras, die auch als Sensoren fungieren können, kann der Einzelhändler statistische Daten über seine Kunden sammeln und diese verwenden, um eben seinen Laden besser auf die Kundenbedürfnisse anzupassen. Stichwörter sind hier Heat-Mapping, Queue-Management oder Digital Signage. Der zuletzt genannte Punkt ist dahingehend ein Trend, als dass häufig ein Live-Bild aus den Verkaufsräumen auf einem Display am Eingang gezeigt wird, um zu verdeutlichen, dass in diesem Laden überwacht wird. Oft gibt es das in Kombination mit Informationen – sei es ein Nachrichtenticker oder Wetterdaten – sowie Werbung. Diese wird teilweise individualisiert, beispielsweise mit verschiedenen Ansprachen für Männer und Frauen, je nachdem, wer vor der Kamera steht.

Videoüberwachung auf der Überholspur

Titelstory Axis

Videoüberwachung auf der Überholspur

06.06.17 - Mehrere Entwicklungen treiben gleichzeitig den Markt für IP-Videoüberwachung voran, darunter die Baustelle „innere Sicherheit“, also staatliche Investitionen. Herstellern wie Axis und ihren Systemhauspartnern kommt das zugute – ein Marktüberblick von treibenden Faktoren, der Geschäftslage bis hin zu Berichten aus dem Tagesgeschäft sowie Einblicken in die Margensituation. lesen

Surveillance im öffentlichen Raum

Was Installationen im öffentlichen Raum angeht, legt in Deutschland nicht nur die häufig mit Verve vorgetragene politische Forderung nach weniger Überwachung Steine in den Weg, sondern auch Eigenheiten der hoheitsrechtlichen Aufgabenverteilung. Andreas Beerbaum, Geschäftsführer bei SeeTec, einem Hersteller von plattformunabhängiger IP-Videomanagement-Software, kennt das aus erster Hand. Das Beispiel rund um die Silvester-Ereignisse im Jahr 2015 auf der Domplatte in Köln verdeutliche recht gut die Praxisprobleme der Verantwortlichen. So liegt dort beispielsweise das Hausrecht im Bahnhof bei der Deutschen Bahn und hoheitsrechtlich bei der Bundespolizei. Für den Vorplatz hingegen sind Kommune, der ÖPNV-Betreiber und hoheitsrechtlich die Landespolizei zuständig. Konstellationen wie diese können dazu führen, dass unabhängige Inselsysteme ­installiert werden, was die Gesamtsicht und die Koordination von Maßnahmen ­erschwert.

SeeTec und der Umsatzfaktor „innere Sicherheit“

Videoüberwachung

SeeTec und der Umsatzfaktor „innere Sicherheit“

25.09.17 - Dass die innere Sicherheit zur politischen Baustelle wurde, bringt der Videoüberwachungsbranche ein dickes Umsatzplus. SeeTec kennt die Tücken in der Praxis bei Großprojekten. lesen

Laute Stimmen versus schweigende Mehrheit

Wie so oft, wenn es um politische Kontroversen geht – und die um das Thema Videoüberwachung im öffentlichen Raum wird mitunter besonders aufgeregt ausgetragen – übertönen die lauten Stimmen der Aktivisten die der schweigenden Mehrheit. Zumindest, wenn man sich die Argumentation von Hubertus Andrä, Polizeipräsident in München zu eigen macht. Was das Thema Videoüberwachung im öffentlichen Raum angeht, bezog der Polizeipräsident klar Stellung: Die Argumentation, dass Videoüberwachung keine präventive Komponente beinhalte, sei „grundlegender Schmarrn“, was die Praxis zeige. Beispielsweise konnte mittels Videoüberwachung aufkeimende Kriminalität am Orleansplatz in München erfolgreich zurückgedrängt werden. Als in Folge die Videoüberwachungsinstallation wieder abgebaut werden sollte, beschwerten sich die ­Anwohner. Die präventive Wirkung zeige sich zudem sehr deutlich bei zurückgehender Sachbeschädigung bei Bussen und Bahnen nach Einrichtung von Videoüberwachungsmaßnahmen.

IT für innere ­Sicherheit

Videoüberwachung

IT für innere ­Sicherheit

02.11.17 - Auf einer Partnerveranstaltung des IP-Videoüberwachungs-Herstellers Axis legte Hubertus Andrä, Polizeipräsident in München, die Perspektive der Ordnungshüter dar. lesen

Fazit: Garantierter Zukunftsmarkt

Insgesamt lässt sich mit Fug und Recht behaupten, dass im Markt für Videoüberwachung mehrere Umsatztreiber zusammenkommen, die für volle Auftragsbücher und eine bequeme Margensituation sorgen:

  • Die Baustelle „Innere Sicherheit“ des Staates
  • Die Reaktion privater sowie gewerblicher Akteure auf vermehrte Einbruchsversuche
  • Die Etablierung von Smart-Home-Konzepten
  • Die Notwendigkeit von Smart-City-Konzepten im Sinne von Verkehrs- sowie Parkleitsystemen
  • Diebstahlsicherung im Handel in Hinblick auf Kunden sowie Angestellte
  • Technologische Impulse im Handel im Sinne von intelligenten Analyse-Systemen und Display-Innovationen.

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