Wichtigster Prozessor seit Intel-Gründung vor 40 Jahren

Intels Atomkraft für Alltagsgegenstände

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Intels Atom-Portfolio

Ein aktueller Mobile-Prozessor läuft mit einer Leistungsaufnahme von etwa 35 Watt. Die erste, einkernige Generation an Atom-CPUs aus dem Hause Intel kommt hingegen mit lediglich 0,65 (Z500, 0,8 Gigahertz) bis 2,4 Watt (Z540, 1,83 Gigahertz) aus. Diese Atom-CPUs aus der Z-Reihe sind für den Einsatz in PDAs optimiert. Die N-Reihe, die für die neue Produktkategorie der »Netbooks« ausgelegt ist, umfasst derzeit den Vertreter N270. Er rechnet mit einer Taktrate von 1,6 Gigahertz, bei einer Leistungsaufnahme in Höhe von 2,5 Watt.

Der Atom 230 ist für günstige Desktop-Systeme, so genannte Nettops ausgelegt und läuft bei einer Leistungsaufnahme von 4 Watt mit einer Taktrate in Höhe von 1,6 Gigahertz.

Kommentar des Autors: Geplanter Atom-Einstieg

Wer im Physikunterricht aufgepasst hat oder bei Wikipedia nachschaut, der weiß, dass das Wort »Atom« altgriechisch ist und »unteilbar« heißt.

Was der griechische Gelehrte Demokrit noch nicht ahnen konnte ist, dass sich das mit der Unteilbarkeit relativieren wird. Allein in Deutschland werden gegenwärtig in 17 kommerziellen Kernkraftwerken Uran-Atome geteilt, auch wenn sie bis spätestens 2021 vom Netz gehen sollen. Atom-Ausstieg hin oder her – was für die Energiekonzerne in Deutschland gilt, muss noch lange nicht für die Hersteller von brauner und weißer Ware gelten, deren Geräte den Strom verbrauchen. Auch auf die Gefahr hin, dass das Wortspiel zu billig ist: Branchenexperten erwarten hier eher einen »Atom-Einstieg«, denn »billig« ist ja auch die Haupteigenschaft der Atom-CPUs.

Doch welche Auswirkungen wird das auf den IT-Channel haben?

Ist damit zu rechnen, dass intelligente Waschmaschinen, Kühlschränke, Kaffeemaschinen und Ähnliches ins Sortiment des durchschnittlichen IT-Händlers wandern? Wohl eher nicht. Neben den Fachgeschäften werden hier lediglich die Online-Händler ihr Angebot erweitern, denn die verkaufen eh alles, was Marge bringt. Bei Amazon und Home-of-Hardware können schon jetzt Wäschetrockner bestellt werden. Profitieren werden aber auch die IT-Dienstleister, die Services rund um das vernetzte Heim anbieten. Noch ist das alles Zukunftsmusik, aber irgendwann wird man per Online-Zugriff aufs heimische Netzwerk auch überprüfen, ob die Vorräte für einen Kuchen reichen.

Übrigens: So unteilbar sind auch die Intel-Atome nicht. Noch im dritten Quartal 2008 sollen zweikernige Atom-CPUs auf den Markt kommen.

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