Gartner sprach, es werde Licht! Intelligente Lichttechnik hilft beim Energiesparen

Redakteur: Moritz Müller

In der smarten Beleuchtung sieht Gartner hohes Potenzial zum Energiesparen. Mit dem Installieren von sparsamen LED-Leuchten ist es jedoch nicht getan: Auf eine effiziente Steuerung durch Vernetzung und die Auswertung der Daten kommt es an.

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Auch Beleuchtung wird in Zukunft "intelligenter".
Auch Beleuchtung wird in Zukunft "intelligenter".
( © vladimirfloyd - Fotolia)

Noch ist der Markt für intelligente Beleuchtung noch recht überschaubar: 46 Millionen Einheiten sollen dieses Jahr über die Ladentheke gehen, so eine Vorhersage des Marktforschungsinstituts Gartner. Diese Zahl soll bis in das Jahr 2020 jedoch stark steigen, und zwar auf 2,56 Milliarden.

Bereits heute werden weltweit zwischen 27 und 46 Millionen Quadratmeter an Bürofläche bereits mit smarter Lichttechnik beleuchtet. Gartner selbst definiert als intelligente Beleuchtung Lichtsysteme, die mit einem Netzwerk verbunden sind und über dieses oder von der Cloud aus überwacht und gesteuert werden können.

Die fünf Stufen zur smarten Beleuchtung

„Intelligente Lichttechnik in Büro- und Industriegebäuden hat das Potential, Energiekosten um bis zu 90 Prozent zu reduzieren,“ erklärt Dean Freeman, Research Vice President bei Gartner.

Um diese Energieersparnis zu erreichen, muss man jedoch fünf Schlüsselstrategien für smarte Beleuchtung implementieren: 1. LED-Beleuchtung, 2. Sensoren und andere Kontrollinstrumente, 3. Konnektivität, 4. Analyse und 5. Intelligenz.

„Die Kosten für Smart Solid-State Lighting (SSL) sind mittlerweile an einem Punkt angelangt, an dem es sich lohnt, diese zu implementieren,“ sagt Freeman. „Energieersparnis um bis zu 50 Prozent sind in vielen Installationen dokumentiert worden. Allein schon das Ersetzen alter Glühbirnen mit moderner Technik kann, zusätzlich zu deutlichen Einsparungen, zu geringerem Wartungsaufwand führen.“

Bei Stufe 3 ist meistens Schluss

Die meisten modernen Beleuchtungssysteme benötigen auf die eine oder andere Weise Sensoren, mit denen sie kontrolliert werden, was im selben Zug zu einer Automatisierung eben jener führt. Das Verbinden der Kontrollen mit den Lichteinheiten über ein Netzwerk ermöglicht es, die Beleuchtung mit einer zentralen Nutzeroberfläche zu steuern.

Dies gibt dem Gebäudebesitzer bereits in Ansätzen die Möglichkeit, bestimmte Muster zu erkennen und so Schritte einzuleiten, das System so anzupassen, dass Energie eingespart werden kann. Die meisten Installationen hören bereits bei dieser Stufe 3 auf, womit den Gebäudebesitzern die nachfolgenden Stufen der Analyse und Intelligenz verwehrt bleiben.

Bis zum intelligenten System dauert es noch

Durch das Auslagern der Beleuchtungssteuerung in die Cloud wird es dem Gebäudemanager ermöglicht, mehrere Installationen gleichzeitig von einem zentralen Punkt aus zu steuern und so den Energieverbrauch zwischen einzelnen Gebäuden und über einen bestimmten Zeitraum hinweg vergleichen.

Werden zusätzlich noch Analysetools angewandt, so kann man die Energie- mit der Raumnutzung vergleichen und so Programme entwickeln, die Kosten reduzieren und gleichzeitig Sicherheit und Annehmlichkeit für die Raumnutzer steigern.

In den meisten Fällen endet hier auch schon die Implantation intelligenter Beleuchtungssysteme. Menschen oder Computer betrachten die durch Sensoren erbrachten Daten und identifizieren Anomalien in den Nutzungsmustern, die es daraufhin zu beseitigen gilt.

Das ultimative smarte System wäre jedoch eine Installation, die sich die Resultate der Analysesysteme ansieht und daraus ein voraussehendes Model entwickeln würde, welches es ihr erlauben würde zu lernen und noch intelligenter zu werden. Zusätzlich könnte Lighting as a Service (LaaS) eingeführt werden, welche es erlauben würde, dass Dienstleister zu geringen Kosten das System warten und immer auf den aktuellen Stand halten. Gartner erwartet, dass mit Zunahme des smarten Beleuchtens sich die ersten LaaS-Provider bald gründen werden.

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