Chiphersteller vom Erfolg des Mobile Internet überrascht Intel gehen die Atome aus

Redakteur: Harry Jacob

Netbooks, Nettops, MIDs – die Hersteller entwickeln derzeit ein neues Produktsegment, ganz so, wie Intel es erwartet hatte. Die Grundlage ist meist Intels »Atom«-Prozessor. Nicht erwartet hatte der Chipriese hingegen, wie schnell die Nachfrage steigt. Trotzdem treibt er mit weiteren Ankündigungen den Markt.

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Vom Erfolg der Winzig-CPU Atom wurde Intel selbst überrascht.
Vom Erfolg der Winzig-CPU Atom wurde Intel selbst überrascht.
( Archiv: Vogel Business Media )

Im Laufe des Jahres kommen die seit September 2006 angekündigten MIDs in den Handel. MID steht für »Mobile Internet Device« und definiert eine neue Geräteklasse: Angesiedelt zwischen Notebooks und Smartphones bieten sie ein größeres Display als Blackberry, Iphone und Co, so dass beim Surfen im Internet die Seiten nicht zerstückelt oder zu klein dargestellt werden. Andererseits sind sie von der Leistung her nur für einfachere Office-Aufgaben geeignet, sind dafür aber auch günstiger als vollwertige Notebooks. Konzipiert sind die MIDs als praktisches Zweit- oder Drittgerät, das als Ergänzung des vorhandenen Equipments dient.

In den vergangenen eineinhalb Jahren haben rund ein Dutzend Hersteller ihre Konzeptstudien in Sachen MIDs präsentiert. Gemeinsam ist ihnen das Intel-»Herz«: der stromsparende und preislich attraktive Atom-Prozessor. Mit diesen Eigenschaften ist er auch für andere IT- und CE-Geräte interessant. Die ersten verfügbaren Modelle der Atom-CPUs präsentierte Intel zur CeBIT 2008, auf der Computex in Taiwan gab der Chiphersteller nun den Startschuss für die nächsten Modelle. Doch wie Intel bereits im Vorfeld einräumen musste, übersteigt die Nachfrage inzwischen die Produktion. Gegenüber der britischen Financial Times gab Vice President Sean Maloney zu, dass es einen Engpass in den kommenden sechs bis acht Wochen gebe. Allerdings sei Intel dabei, die Fertigungskapazitäten massiv zu erhöhen, deshalb glaube er nicht, dass die Knappheit lange anhält, betonte Maloney. Über 100 MIDs, Netbooks, Nettops sowie Motherboards mit Atom-Prozessoren wurden auf der Computex präsentiert.

Neben einem stromsparenden Prozessor ist auch eine breitbandige drahtlose Übertragungstechnik entscheidend für die stärkere Nutzung des Mobile Internet. Intel setzt dabei auf Wimax und hat zur Computex seine Chipsätze um Wimax-fähige Komponenten erweitert. In Deutschland findet der Standard bislang kaum Anwendung. Intel erwartet, dass sich Wimax ab 2009 stärker verbreitet. Deshalb wird es auch für die kommende Generation der Centrino-2-Prozessoren (Montevina), die ab Mitte Juli in den Markt eingeführt wird, Wimax-Unterstützung geben. Unter dem Codenamen Echo Peak will Intel eine Lösung vorstellen, die Wimax und WLAN in einem Chip integriert.

Auf der IT-Messe in Taiwan ergänzte Intel die Atom-Familie um die Modelle N230, das vornehmlich auf einen Einsatz in Netbooks abzielt, und das N270 für en Einsatz in Netbooks. Beide Prozessoren arbeiten mit einem Takt von 1,6 Gigahertz. Der N270 kommt ohne Hyperthreading, was zwar Performance kostet, aber den Strombedarf senkt und somit die Akkulaufzeit der Netbooks verbessert. Als Chipsatz für die beiden Atom-Prozessoren kommt der 945GSE zum Einsatz, mit integrierter Grafik und – ebenfalls aus Stromspar-Gründen – nur einer PCI-Express-Lane.

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