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Intel Core X auf der Computex

Intel bringt PC-Prozessoren mit bis zu 18 Cores

| Autor: Klaus Länger

Bis zu 18 Prozessorkerne sitzen auf den Dies der Core-X-Prozessoren von Intel. Sie sind für die High-End-PC-Plattform mit X299-Chipsatz und Sockel 2066 bestimmt.
Bis zu 18 Prozessorkerne sitzen auf den Dies der Core-X-Prozessoren von Intel. Sie sind für die High-End-PC-Plattform mit X299-Chipsatz und Sockel 2066 bestimmt. (Bild: Intel)

Auf der Computex in Taiwan präsentiert Intel die kommende High-End-Prozessorgeneration für PCs. Mit bis zu 18 Cores, vier DDR4-Speicherkanälen und AVX-512-Unterstützung will man sich AMDs Ryzen vom Hals halten.

Intels bisherige High-End-Plattform mit Broadwell-E-Prozessoren und X99-Chipsatz ist in die Jahre gekommen und war gegen AMDs Ryzen nur bedingt konkurrenzfähig. Auf der Computex ist zudem ein Ryzen-Prozessor mit 16 Cores zu erwarten, der unter dem Codenamen „Threadripper” entwickelt wurde.

Der weltgrößte Hersteller von PC-Prozessoren legt daher nach und bringt mit dem Core X eine Prozessorgeneration auf den Markt, die den Leistungsvorsprung wieder herstellen soll. Die Prozessoren gehören zu zwei Familien: Die von kommenden Server-CPUs abgeleiteten Skylake-X-Modelle verfügen über sechs bis 18 Cores und vier DDR-4-Speicherkanäle, die günstigeren Kaby-Lake-X-Modelle über vier Cores und zwei Speicherkanäle. Sowohl Skylake-X als auch Kaby-Lake-X werden in einem verfeinerten 14-Nanometer-Tri-Gate-Prozess hergestellt. Beiden gemeinsam ist der LGA2066-Prozessorsockel, mit dem sie auf die neuen Mainboards passen, die mit einem Intel X299-Chipsatz bestückt sind. Intels Optane-SSDs werden ebenfalls unterstützt.

Spitzenmodell für 2.000 Euro

Das Spitzenmodell unter den Core-X-Prozessoren ist der Core i9-7890XE mit 18 Cores, 36 Threads, 18 MB L2-Cache und 24,75 MB gemeinsam genutzem L3-Cache. Zudem verfügt er über vier DDR4-Speicherkanäle und bietet 44 PCI3-3.0-Lanes. Darunter rangieren weitere Skylake-X-Modelle mit sechs bis 16 Cores. Die Modelle i7-7800X mit sechs Cores und i7-7820 mit acht Prozessorkernen verfügen über 28 PCIe-3.0-Lanes. Sie sollen 389 und 599 US-Dollar kosten und sind damit deutlich günstiger als ihre direkten Vorgänger für 570 beziehungsweise 1.080 Euro. Die Core-i9-Modelle bieten mindestens 10 Cores und 44 PCIe-3.0-Lanes. Die Preise beginnen hier bei 999 US-Dollar, der Hälfte dessen was der 10-Kerner i7-6950X derzeit kostet. Die niedrigeren Preise sind sicher auch eine Reaktion auf AMDs Ryzen, die im Vergleich zu Broadwell-E deutlich günstiger sind.

Der Kaby-Lake-X-Zweig der Core-X-Prozessoren wird durch die Modelle Core i5-7640X und i7-7740X vertreten. Beide verfügen über vier Cores, zwei Speicherkanäle und 16 PCIe-3.0-Lanes. Im Gegensatz zum i5 bietet der i7 Hyperthreading und eine höhere Taktfrequenz von bis zu 4,5 statt 4,2 GHz. Die Preise liegen hier bei 242 und 339 US-Dollar. Insgesamt verspricht Intel für die neuen Prozessoren ein Leistungssteigerung von bis zu 15 Prozent bei Single-Threaded-Software gegenüber den direkten Vorgängern mit der gleichen Anzahl von Prozessorkernen. Programme mit mehreren Threads sollen bis zu zehn Prozent schneller laufen.

AVX 512 und Turbo Boost Max 3.0

Mit AVX 512 hat Intel die Daten- und Registerbreite bei der Befehlssatzerweiterung auf 512 Bit verdoppelt. So soll der 18-Kerner Core i9-7890XE eine Rechenleistung von mehr als einem TFLOPs liefern. Broadwell-E unterstützt ebenso wie AMD Ryzen nur AVX2 mit 256 Bit. Allerdings benötigt der AMD-Prozessor zudem noch zwei Taktzyklen für eine Instruktion, was die Performance halbiert. Den möglichen Leitungsvorteil durch AVX 512 können die Core-X-Prozessoren aber nur bei angepasster Software ausspielen. Auch der maximale Takt ist bei der Ausführung von AVX-Instruktionen niedriger.

Während AVX 512 bei allen Core-X-Prozessoren zur Grundausstattung gehört, beherrschen nur ausgewählte Modelle die Übertaktungsfunktion Turbo Boost Max 3.0. Mit ihr können nun zwei Kerne mit besonders hohem Takt betrieben werden. Welche Kerne das sind, wird bei der Produktion der CPUs selektiert.

Auf den Markt kommen zunächst die Core-X-Prozessoren mit vier bis zehn Kernen. Sie sollen in Kürze verfügbar sein. Die Core-i9-X-Modelle mit 12 bis 18 Cores folgen später. Wann das sein wird, hat Intel noch nicht verraten. Auch passende Hauptplatinen mit Sockel 2066 und X299-Chipsatz sollen von allen relevanten Mainboard-Herstellern rechtzeitig zum Marktstart der CPUs im Handel sein.

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