Volume, Value, Verticals – Broadliner passt interne Strukturen an künfiges Geschäft an Ingram Micro richtet Management auf VVV-Strategie aus

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Harry Jacob / Harry Jacob

Bei Ingram Micro stehen große Veränderungen an. Das Management wird in den nächsten Wochen umgekrempelt und neue Strukturen geschaffen. So soll die VVV-Strategie besser umgesetzt werden. Zwei Manager verlassen das Unternehmen, weil ihre Verantwortungsbereiche der Umstrukturierung zum Opfer gefallen sind.

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Die neue Spitze bei Ingram Micro: Robert Beck, Marcus Adä und Klaus Donath.
Die neue Spitze bei Ingram Micro: Robert Beck, Marcus Adä und Klaus Donath.
(Bild: Ingram Micro)

Dass Gerhard Schulz sich für die Europa-Ebene des Ingram-Micro-Managements empfohlen hat, war angesichts der Entwicklung der hiesigen Niederlassung keine große Überraschung. Auch die Nachfolge von Marcus Adä auf dem DACHH-Chefposten war von vielen erwartet worden. Doch auf der IM.Top herrschte großes Rätselraten: Wer würde wiederum Adä beerben?

Nach einer umfassenden Strukturänderung stellt sich die Frage nun in dieser Form nicht mehr. Denn statt Vertrieb und Produktmarketing heißen die zwei wichtigsten Säulen nun:

  • „Volume“: das ist zunächst das Broadline-Geschäft, aber auch die Verantwortung für den gesamten Vertrieb und das Produktmarketing, und
  • „Value / Verticals“: das sind die Value-Add-Aktivitäten und die Verantwortung für vertikale Märkte, für die sich Ingram Micro spezialisiert.

Neben Marcus Adä, der ab dem 1. August 2013 den Vorsitz der Geschäftleitung für die Region DACHH (Deutschland, Österreich, Schweiz und Ungarn) innehaben wird, gehört der Geschäftsführung nach wie vor Robert Beck an, der mit der Verantwortung für „Volume“ nun Vertriebsaufgaben und Produktmanagement in einer Hand vereint. Als dritter operativer Geschäftsführer im Bunde stößt Klaus Donath als Verantwortlicher für „Value / Verticals“ hinzu.

Der Geschäftsleitung gehören weiterhin Karl-Heinz Müller (Geschäftsführer Finanzen, Controlling & Treasury), Thomas Lingen (Geschäftsführer Legal), Armin Bergbauer (Bereichsleiter EDV & Organisation), Herbert Hufsky (Bereichsleiter Operations) und Patrick Stahl (Bereichsleiter Personal & Zentrale Dienste) an.

Der scheidende DACHH- und künftige Europa-Chef Gerhard Schulz betonte bei der Vorstellung des neuen Managements: „Es geht hier nicht um eine reine Übergabe von einer Person zur anderen, sondern darum, die Strukturen von Ingram Micro an das Geschäftsmodell anzupassen.“ Die Strategie VVV – für Volume, Value und Verticals – wurde erstmals auf der IM.Top 2010 proklamiert. Inzwischen wurden die Value- und Vertical-Bereiche so weit mit Inhalten gefüllt, dass es Sinn macht, diese in eine Struktur einzufügen, die sich von ganz oben bis ganz unten durchzieht.

Hier die einzelnen Manager und ihre künftigen Aufgaben

Auch auf der zweiten Management-Ebene ergeben sich aus diesem Grund einige Änderungen.

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Eine ausführliche Darstellung der VVV-Strategie von Ingram Micro finden Sie hier:

Die Aufgaben nach der neuen Struktur im Einzelnen:

  • Alexander Maier wird im Geschäftsbereich Volume-Distribution unter der Leitung von Robert Beck vertrieblich das B2B-Geschäft verantworten. Dazu zählen die bisherigen Abteilungen Systemhäuser, Business-Channel und Business Development;
  • Thomas Gross verantwortet parallel dazu das B2C-Geschäft, das keinen neuen Zuschnitt erfährt;
  • David Dupuy zeichnet für das Export-Geschäft verantwortlich wie bisher. Auch hier gibt es keine Veränderung;
  • Wolfgang Jung hat die Leitung des Produktmanagements Systems inne;
  • Renke Krüger verantwortet die Leitung des Produktmanagements Peripherals;
  • Uwe Kannegießer treibt das Geschäft bei Enterprise Solutions im Geschäftsbereich Value-Distribution voran, das in erster Linie die Ausstattung von Rechenzentren umfasst;
  • Klaus Donath übernimmt (in Personalunion mit der Leitung der Geschäftseinheit Value / Vertical) die Business Unit Advanced Solutions. Sie umfasst die Säulen Unified Communications & Collaboration (UCC), Digital Signage, Physical Security und Data Capturing/Point of Sale (DC/POS).
  • Michael Wittel entwickelt das Geschäft der Verticals weiter. Die Themenbereiche Education und Healthcare sind hier zu nennen, außerdem trägt Wittel die Verantwortung für den Value-Bereich Digital Signage im Bereich Advanced Solutions.

Ein Name tauchte in der Auflistung von Ingram Micro nicht auf: Thorsten Bischoff, zuständig für das deutsche Geschäft von Ingram Micro Mobility (ehemals Brightpoint), steht außerhalb dieser Strukturen. Das Mobile-Geschäft sei zwar faktisch in die Broadline-Distribution eingebunden, so Gerhard Schulz. Doch Verantwortlich sei Bischoff nicht gegenüber dem Volume-Geschäftsführer Robert Beck, sondern direkt der Europa-Ebene von Ingram Micro Mobility. Die Annäherung von Mobile- und Broadline-Distribution wird in Kürze noch verstärkt, denn das ehemalige Brightpoint-Lager in Trier soll geschlossen werden. Die Auslieferung erfolgt dann vom Zentrallager in Straubing aus.

Impressionen von der IM.Top-2013-Ausstellung

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Opfer der Strukturreform

Es gibt auch zwei prominente Abgänge, die der Strukturveränderung zum Opfer fallen:

  • Christoph Dassau, der bisherige Director Professional Audio Video Group (Pro AV) bei Ingram Micro, wird das Unternehmen nach 17 Jahren verlassen. Sein Aufgabenbereich entfällt zum Teil auf die Volume-Distribution, wo einfache Produkte in der Abteilung Systeme angesiedelt sind. Der andere Teil, mit komplexeren Produkten, wird im Value-Bereich Digital Signage angesiedelt, der unter der Leitung von Klaus Donath steht.
  • Christian Schneider war seit April 2011 als SMB-Chef tätig. Auch er trennt sich von Ingram Micro. Sein Bereich, der nun mit zur Volume-Distribution unter Leitung von Alexander Maier zählt, wird künftig von Guido Blasius geführt.

Beide hatten auf der IM.Top 2013 noch ihren bisherigen Verantwortungsbereich vertreten. Adä und Schulz betonten, die Trennung von den beiden erfahrenen und bekannten Mitarbeitern sei bedauerlich.

Wo die Reise hingeht

Befragt nach den Zielen für die neue Unternehmensstruktur sagte der designierte Ingram-Chef Marcus Adä: „Mehr Flexibilität, mehr Agilität, mehr Fokussierung“. Das Geschäft solle nicht zweigeteilt, sondern ganzheitlich geführt werden. An den Schnittstellen zum Kunden werde sich oft gar nichts, an manchen stellen wenig ändern.

Es solle aber vermieden werden, dass Kunden aus verschiedenen Richtungen angegangen werden, sondern Klarheit herrschen, wer der Ansprechpartner für den Kunden ist. „Alles aus einer Hand, und alles auf einer Rechnung“, so das Credo von Adä, der dies auch als Unterscheidungsmerkmal zum Wettbewerb verstanden wissen will.

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Eine ausführliche Darstellung der VVV-Strategie von Ingram Micro finden Sie hier:

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