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Studie von IDC

Industrie 4.0 ist in Deutschland mehr Vision denn Wirklichkeit

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Etwa ein Drittel der Betriebe, in denen das Konzept Industrie 4.0 bekannt ist, verwenden laut Studie bereits heute Maschinen und Anlagen mit eingebetteten, vernetzten Systemen – beispielsweise Industrieroboter oder Windkraftanlagen. Eine zunehmende Vernetzung von Objekten in Fertigungsprozessen werde auch bei Transporttechnologien oder Produkten deutlich, die bei einem Viertel der befragten Betriebe Informationen übertragen können, häufig per RFID. Auch CPS-Plattformen, die die Daten der vernetzten Objekte sammeln, aufbereiten und analysieren, finden laut IDC bereits bei einigen Unternehmen Anwendung.

„Auch wenn die Umsetzung zum Teil noch im Rahmen von Pilotprojekten, Testphasen oder einzelnen Bereichen der Fertigung geschieht, sammeln Firmen bereits heute Erfahrungen mit der Erhebung und Analyse von Daten aus vernetzten Produktionssystemen“, sagt Mark Alexander Schulte, Consultant und Projektleiter bei IDC. „Eine gute Ausgangsbasis, um umfassendere Industrie 4.0-Initiativen in Betrieben zu starten.“

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Predictive Maintenance

Bei der Predictive Maintenance, auf Deutsch „vorausschauende Instandhaltung“, werde laut IDC das Prinzip und der Nutzen von Industrie 4.0 besonders deutlich. Die Basis bilden Anlagen, die mit Sensoren und vernetzten, eingebetteten Systemen ausgestattet sind. Die Sensoren erfassen den Verschleiß kritischer Bauteile einer Maschine und übertragen die Informationen an eine Softwareplattform. Diese analysiert die Echtzeitdaten und optimiert den Wartungsplan für das Team an Servicetechnikern.

Die drei größten Vorteile von Predictive Maintenance aus Sicht der Befragten sind eine bessere Produktionsplanung, eine längere Laufzeit der Maschinen und die Vermeidung von ungeplanten Stillständen – Gründe, die dazu beitragen, dass ein Viertel der befragten Fertigungsunternehmen heute bereits eine vorausschauende Wartung mithilfe von Echtzeitdaten im Einsatz hat, teilweise im Rahmen von Pilotprojekten. Weitere 25 Prozent haben Implementierungspläne für das nächste Jahr.

IDC erwartet ein dynamisches Marktumfeld

Auch die Hersteller von Anlagen, Maschinen und Geräten planen laut Studie einen massiven Ausbau ihres Angebots an Predictive-Maintenance-Lösungen. IDC erwartet daher ein dynamisches Marktumfeld im Bereich der vorausschauenden Wartung auf Basis von Echtzeitdaten.

Diese Entwicklung passe zu dem Ergebnis, dass jedes vierte Fertigungsunternehmen die Instandhaltung und den Betrieb von Maschinen zukünftig stärker auslagern will. Dieser Trend wird nach Einschätzung des Marktforschers sicherlich durch den Kostendruck, den viele Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe spüren und die Forderung nach mehr Flexibilität forciert.

Aber auch technische Weiterentwicklungen tragen hierzu bei. Denn durch vernetzte, mit Sensoren und eingebetteten Systemen ausgestattete Maschinen müssen Abnahmen seltener vor Ort durchgeführt werden. Vielmehr sind das Monitoring, die Steuerung und die Wartung der Anlagen durch die Übertragung von Maschinendaten für Serviceanbieter einfacher geworden. Diese Entwicklung biete Maschinenbauern Geschäftspotenzial und die Möglichkeit, ihr Serviceangebot auszuweiten, fasst IDC zusammen.

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