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Das Internet wird zum neuen Firmennetzwerk In vielen Unternehmen fehlt eine sichere Fernzugriffslösung

Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Das Internet tritt an, zum neuen Unternehmensnetz zu werden. Dies geht aus dem Report „State of Digital Transformation Research EMEA 2020“ von Zscaler hervor. Im Zeitalter von „Working from anywhere“ ringen die Unternehmen allerdings mit der Sicherheit.

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67 Prozent der europäischen Unternehmen verfügen über keine sichere Fernzugriffslösung.
67 Prozent der europäischen Unternehmen verfügen über keine sichere Fernzugriffslösung.
(Bild: © – motortion – stock.adobe.com)

Dem aktuellen Report von Zscaler zufolge haben zwei Drittel (66 %) der europäischen Unternehmen die Mehrheit ihrer Geschäftsanwendungen bereits in die Cloud verlagert. Nahezu die Hälfte (48 %) rechne im nächsten Jahr mit einer um 25 bis 50 Prozent höheren Zahl an Remote-Mitarbeitern. Allerdings sei nur ein Drittel der Entscheidungsträger (33 %) zuversichtlich, dass sie über eine sichere Infrastruktur für den Fernzugriff verfügen.

Wie bereits im letztjährigen Bericht stehe die IT-Sicherheit auch in diesem Jahr ganz oben auf der Liste der Transformationshindernisse – allerdings mit steigender Tendenz, denn bereits 42 Prozent der Befragten berichteten von sicherheitsbezogenen Herausforderungen. Kosten und mangelndes Fachwissen seien von mehr als einem Drittel der Befragten (36 %) genannt worden, dicht gefolgt von der Komplexität (35 %).

„Unternehmen sind aufgewacht und haben die Vorteile der Cloud sowohl für die geschäftliche Agilität als auch für die Flexibilität der Arbeitskräfte erkannt. Die in der Umfrage geschilderten Herausforderungen implizieren jedoch, dass sie sich nicht schnell genug transformieren. Multi-Cloud-Setup, Komplexität und Sicherheit werden wie bisher angegangen, obwohl es genau diese Bereiche sind, die eine neue Vision im Hinblick auf moderne Netzwerkinfrastrukturen erfordern“, erklärt Ismail Elmas, Geo VP EMEA & APAC bei Zscaler. „Die Tatsache, dass so viele Unternehmen ihre Cloud-Infrastruktur noch immer mit traditionellen Remote-Desktop- und VPN-Lösungen kombinieren, adressiert die modernen Herausforderungen nicht effizient. Da die Mobilität der Mitarbeiter in naher Zukunft nicht an Bedeutung verlieren, sondern im Gegenteil sogar weiter wachsen wird, müssen sich Unternehmen nach modernen Methoden zur Absicherung ihrer Belegschaft umsehen und einen benutzerfreundlichen und leistungsfähigen Zugriff anbieten.“

Sicherheitslösungen für Remote-Arbeitsplätze

Lediglich etwas mehr als ein Drittel (34 %) der Unternehmen würden neue Sicherheitslösungen auf der Grundlage des wachsenden Bedarfs an Remote-Arbeitsplätzen evaluieren. Auf die Frage nach dem Kenntnisstand und ihren Plänen einer Implementierung eines Secure-Access-Service-Edge-Ansatzes (SASE) auf Basis des Gartner Frameworks, planten 55 Prozent, dem Rahmenwerk zu folgen und entweder alle Einheiten gleichzeitig (36 %) oder im Laufe der Zeit separate Einheiten (Zweigstellen, mobile Einheiten usw.) umzustellen (19 %). Bei dem Security-Framework würden umfassende WAN-Fähigkeiten mit einer Reihe durch Gartner definierte Netzwerksicherheitsfunktionen kombiniert. Während fast die Hälfte (49 %) der deutschen und schwedischen sowie 41 Prozent der niederländischen Unternehmen planten, alle Einheiten gleichzeitig auf SASE umzustellen, seien britische, französische und italienische Unternehmen bereits im Rückstand. Nur bei 27 Prozent der britischen und französischen Unternehmen sowie bei 23 Prozent der italienischen Unternehmen gebe es Pläne, alle Einheiten auf einmal umzustellen.

Obwohl das SASE-Framework eine Reihe von Vorteilen ermöglichen könne, seien Sicherheitsbedenken die Triebfeder für den Wechsel zu SASE. Der von den Befragten am häufigsten genannte Mehrwert des Rahmenwerks sei die Verringerung des Risikos von Sicherheitsvorfällen und Datenverlusten (50 %), darauf folgen verbesserte Netzwerktransparenz und -kontrolle über alle Benutzer und Cloud-Plattformen hinweg (39 %) sowie eine verringerte Komplexität/erhöhte Agilität der Infrastruktur (36 %).

„Wir waren angenehm überrascht, dass SASE in den Roadmaps so vieler europäischer Unternehmen präsent ist, und die Vorteile weitgehend anerkannt sind“, kommentiert Nathan Howe, Head of Transformation Directors EMEA bei Zscaler. „Was noch vor einem Jahr ein ziemlich undurchsichtiges Framework war, dem nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde, ist durch die enorme Cloud-Transformation weit nach oben gerückt auf der Agenda. Wenn die Unternehmen ihre SASE-Einführung richtig angehen, sollten die aktuellen Sicherheitsherausforderungen bald der Vergangenheit angehören.“

Wechsel zu Multi-Cloud-Infrastrukturen

Die Studie habe zudem herausgestellt, dass die Cloud-Transformation gleichzeitig auch ein Wechsel zu Multi-Cloud-Infrastrukturen sei. Im Durchschnitt habe fast die Hälfte (49 %) der Befragten angegeben, in einer Multi-Cloud-Umgebung mit zwei Cloud-Service-Providern zusammenzuarbeiten, ein Drittel der Unternehmen sogar mit drei. Nur 13 Prozent nutzten derzeit nur einen Cloud-Provider. Von Land zu Land gebe es Unterschiede in der Cloud-Vielfalt. Schweden (52 %) und die Niederlande (42 %) seien am stärksten diversifiziert, da sie bereits zu einer Zusammenarbeit mit drei Cloud-Anbietern übergegangen seien, gefolgt von Großbritannien mit 30 Prozent. In Italien und Deutschland dominiere die Zusammenarbeit mit zwei Cloud-Anbietern. Die größte Herausforderung bei einem Multi-Cloud-Setup (36 %) sei deren Absicherung.

Über die Studie

Atomik Research hat im Auftrag von Zscaler 606 CIOs, CISOs und IT-Leiter in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Schweden und den Niederlanden in Unternehmen mit mehr als 3.000 Mitarbeitern befragt.

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