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Cisco-Prognose

In Deutschland hapert es beim Breitbandausbau

| Autor: Sarah Böttcher

Der TK-Anbieter Cisco prognostiziert, dass Deutschland in Sachen Breitbandausbau einen Zahn zulegen muss, um nicht von anderen Industrienationen vollständig abgehängt zu werden.
Der TK-Anbieter Cisco prognostiziert, dass Deutschland in Sachen Breitbandausbau einen Zahn zulegen muss, um nicht von anderen Industrienationen vollständig abgehängt zu werden. (Bild: MH - stock.adobe.com)

Laut einer aktuellen Cisco-Umfrage wird Deutschland sich in den kommenden Jahren zu einer Industrienation entwickeln. Der steigende Datenverkehr sowie die Anzahl der vernetzten Geräte treiben diese Entwicklung voran. Nur am Breitbandausbau hapert es noch gewaltig.

Der langsam fortschreitende Breitbandausbau verzögert Deutschland auf seinem Weg zur Industrienation 4.0, so die Ergebnisse einer aktuellen Cisco-Umfrage. Zwar wächst die Durchschnittsgeschwindigkeit von 44 Mbit/s auf 75,2 Mbit/s. Doch im Vergleich mit Industrienationen wie USA (100,5 Mbit/s) oder China (98,9 Mbit/s) zeigt sich, dass noch konsequent am Breitbandausbau gearbeitet werden muss, um den Anschluss noch zu schaffen. Deutschland muss folglich stärker in den Breitbandausbau investieren.

„In vier Jahren kommen auf jeden Bundesbürger rund zehn vernetzte Geräte, 2017 waren es weniger als sechs“, sagt Uwe Peter, Director Service Provider von Cisco Deutschland. „Gleichzeitig wird sich der Netzwerkverkehr in Deutschland mehr als verdoppeln, hauptsächlich wegen immer mehr Videoübertragungen. Das bedeutet: Wir müssen in Deutschland nicht nur die Funkabdeckung in ländlichen Gebieten verbessern, sondern gleichzeitig auch in mehr Bandbreite investieren. Zusätzlich besteht wegen der Einführung von 5G weiterer Investitionsbedarf.“

Erst diese Woche hat die Bundesnetzagentur die Vergabebedingungen für die 5G-Frequenzauktion im Frühjahr 2019 beschlossen. Für die Industrie und Teile der Bundesregierung zwar ein Schritt in die richtige Richtung, keinesfalls jedoch ausreichend zufriedenstellend. Denn flächendeckendes 5G wird es in naher Zukunft noch nicht geben – auch Funklöcher sind noch lange nicht Geschichte.

Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M) gewinnt an Bedeutung

Laut der Cisco-Studie stieg der Datenverkehr hierzulande 2017 um 34 Prozent. Bis 2022 wird er sogar um das Vierfache steigen. Neben Mobilität wird auch das Internet der Dinge (IoT) eine immer größere Rolle spielen. So steigt der Anteil der M2M-Module an den vernetzten Geräten in diesem Zeitraum von 41 auf 60 Prozent. Entsprechend sinken den Studienergebnissen zufolge die Anteile von PCs (von 10 auf 6 %), Tablets (von 5 auf 3 %), Smartphones (von 18 auf 12 %) und TV-Geräten (von 19 auf 14 %).

Mobiler Video-Traffic steigt

Neben dem Anstieg von M2M-Modulen soll auch der mobile Video-Traffic von 2017 bis 2022 um das Fünffache steigen. Dann werden Videos 81 Prozent des gesamten mobilen Datenverkehrs in Deutschland ausmachen. Zum Vergleich: 2017 waren es noch 59 Prozent. Auch die Zahl der Internetnutzer steigt weiter an. In vier Jahren werden der Studie zufolge 98 Prozent der Bundesbürger das Internet nutzen, 2017 waren es 91 Prozent. Die durchschnittliche Geschwindigkeit von Internet-Anschlüssen erhöht sich in diesem Zeitraum von 40,7 Mbit/s auf 75,2 Mbit/s, der Netzwerk-Traffic pro Kopf von 39,2 GB auf 101,7 GB.

Deutschland im Jahr 2022

  • Im Jahr 2022 wird das Datenvolumen sämtlicher jemals gedrehter Filme alle 42 Minuten in Deutschlands IP-Netzwerken übertragen.
  • Der gesamte IP-basierte Videoverkehr wird um das Dreifache wachsen.
  • Der Anteil von Videos am IP-Traffic nimmt von 75 auf 81 Prozent zu.
  • Der Anteil von Ultra-HD am IP-basierten Videoverkehr erhöht sich von 2,8 auf 23,4 Prozent.
  • Die Anzahl der vernetzten Geräte steigt von 464,5 Millionen auf 797,6 Millionen.
  • 2022 werden 30 Prozent aller vernetzten Geräte mobil sein.
  • Deutschland muss bei der Breitbandgeschwindigkeit aufholen: Südkorea hat bereits heute eine höhere Durchschnittsgeschwindigkeit (89 Mbit/s) als Deutschland in fünf Jahren (75,2 Mbit/s). Südkorea wird 2017 bereits bei 151,1 Mbit/s liegen. Die USA, 2017 noch etwa gleichauf mit Deutschland, wird in fünf Jahren mit 100,5 Mbit/s fast 50 Prozent schneller sein als Deutschland.
  • Die durchschnittliche Geschwindigkeit mobiler Verbindungen erhöht sich um das Dreifache auf 44 Mbit/s.
  • Die monatlich von jedem Internet-Nutzer in Deutschland erzeugte Datenmenge wächst von 29,5 GB auf 81,2 GB.

Die Welt im Jahr 2022

  • Der weltweite mobile Datenverkehr wird sich Cisco zufolge von 2017 bis 2022 verfünffachen, was einer jährlichen Wachstumsrate von 46 Prozent entspricht.
  • Weltweit wird es mehr als 28 Milliarden vernetzte Geräte geben. Dabei wird mehr als die Hälfte aller Geräte ausschließlich mit anderen Geräten (Machine-to-Machine, M2M) kommunizieren.
  • Video, Gaming und Multimedia werden einen Anteil von mehr als 85 Prozent des weltweiten IP-Verkehrs einnehmen. Der Anteil von Virtual- und Augmented-Reality-Anwendungen wird dabei in die Höhe schnellen, da immer mehr Verbraucher und Unternehmen diese Technologien nutzen werden. Bis 2022 wird der Traffic der Studie zufolge 4,02 Exabyte pro Monat erreichen, verglichen mit 0,33 Exabyte pro Monat im Jahr 2017.
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