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Cloud Computing Immer mehr lukrative Wolken am IT-Himmel

Autor / Redakteur: Petra Adamik / Sarah Nollau

Die Digitalisierung ist der Taktgeber für die zukünftige Ausrichtung jedes Unternehmens. Digitale Angebote und neue Arbeitsweisen verändern die Prozesse in allen Branchen. Ohne Cloud-Services ist diese Entwicklung nicht zu stemmen.

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Die weltweiten Ausgaben für Cloud-Infrastrukturen werden zum Jahr 2021 vermutlich knapp 52 Milliarden US-Dollar erreichen.
Die weltweiten Ausgaben für Cloud-Infrastrukturen werden zum Jahr 2021 vermutlich knapp 52 Milliarden US-Dollar erreichen.
(Bild: frenta - stock.adobe.com)

Bis 2021 wird die Hälfte der globalen Wertschöpfung digitalisiert sein, prognostizieren die Analysten der International Data Corporation (IDC). Unternehmen, die nicht auf diesen Zug aufspringen, haben im globalen Wettbewerb schlechte Karten.

Die Konkurrenz wird ihnen zunehmend das Leben schwer machen, wenn sie bei der Digitalisierung ihrer Angebote und Arbeitsabläufe zu langsam vorankommen. Das kann eine Organisation Kunden und möglicherweise auch die Wettbewerbsposition im eigenen Marktsegment kosten. Die wirtschaftlichen Folgen wären fatal.

Steigende Ausgaben für Cloud-Services

IDC-Analysten gehen davon aus, dass die Aufwendungen für Cloud Services und Infrastruktur bis 2021 über 530 Milliarden US-Dollar betragen. Über 90 Prozent der Unternehmen werden demnach Multiple-Cloud-Services und -Plattformen verwenden. Cloud Computing ist längst nicht mehr nur eine Frage der Wirtschaftlichkeit oder der Agilität. Vielmehr wird die Cloud für das Gros der Unternehmen zur wichtigsten und zuverlässigsten Quelle einer nachhaltigen Technologie-Entwicklung.

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Laut dem aktuellen „IDC Worldwide Quarterly Cloud IT Infrastructure ­Tracker“ werden die Gesamtausgaben für IT-Infrastrukturprodukte, die in Cloud-Umgebungen eingesetzt werden, heuer voraussichtlich bei 46,5 Milliarden US-Dollar liegen. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Wachstum von 20,9 Prozent. Der Löwenanteil entfällt mit 65,3 Prozent auf Public-Cloud-Rechenzentren, die mit einer jährlichen Wachstumsrate von 26,2 Prozent am schnellsten zulegen.

Bei Private-Cloud Umgebungen sehen die Analysten zwei Optionen: das sind einmal die Lösungen, die außerhalb von Geschäftsräumen realisiert werden (Non Premises). Deren Anteil an den Ausgaben für Cloud-IT-Infrastrukturen macht 13 Prozent aus, was gegenüber dem Vorjahr einem Wachstum von 12,7 Prozent entspricht. Private Clouds, die direkt vor Ort im Unternehmen realisiert werden (On Premises), haben einen Anteil von 62,6 Prozent an den Ausgaben für Private Clouds und wachsen gegenüber dem Vorjahr um 11,5 Prozent.

Langfristig erwartet IDC, dass die Ausgaben für die IT-Infrastruktur außerhalb der Geschäftsräume mit einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 12,0 Prozent auf 51,9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 steigen werden. Öffentliche Cloud-Rechenzentren machen den Prognosen zufolge 82,1 Prozent dieses Betrags aus, während die Ausgaben für private Cloud-Infrastrukturen außerhalb der Geschäftsräume um 11,7 Prozent steigen werden. Zusammen mit der lokalen privaten Cloud werden die Gesamtausgaben für Cloud-IT-Infrastrukturen um 11,7 Prozent steigen und bis 2020 die Investitionen für nicht-Cloud-IT-Infrastrukturen übertreffen.

Immer mehr Cloud Computing ist ohne neue Rechenzentren allerdings nicht machbar. Allein in Deutschland werden daher mehr und mehr neue Rechenzentren gebaut, um die steigende Nachfrage nach Cloud-Kapazitäten zu decken. So plant Microsoft Medienberichten zufolge den Bau weiterer drei Datacenter an verschiedenen Standorten in der Bundesrepublik.

Die hohen Sicherheitsregeln, die hierzulande von Providern eingehalten werden müssen, sind für Kunden ein wichtiges Entscheidungskriterium für die Zusammenarbeit. Denn Hackerangriffe und Datendiebstahl, Offenlegung und Missbrauch vertraulicher Informationen oder Erpressungsversuche verursachen Jahr für Jahr hohe Schäden. Solche Attacken gefährden nicht nur Geschäftsprozesse, sondern auch die geschäftliche Reputation. Unternehmen, die mit Cloud-Anbietern oder externen Rechenzentren (RZ) arbeiten, verlangen daher immer häufiger einen Nachweis dafür, dass ihr Kooperationspartner wichtige Regeln der IT-Sicherheit einhält.

Ein weltweit anerkannter Beleg dafür ist die international führende Norm ISO 27001 für Informationssicherheits-Managementsysteme (ISMS). Sie definiert die Forderungen für die Einführung, Umsetzung, Überwachung eines ISMS. Die Zertifizierung nach ISO 27001 ist zwar kein Muss für einen RZ-Betreiber, wird aber nach Aussage von diesen Betreibern immer häufiger nachgefragt, wenn Unternehmen den Schritt in die Cloud wagen.

Die IDC-Prognosen für das Jahr 2021
Die IDC-Prognosen für das Jahr 2021
(Bild: rzaru - stock.adobe.com)

Umsetzung von Cloud-Konzepten

Der Weg durch die verschiedenen Phasen der Digitalisierung ist beileibe kein Kinderspiel, und Lösungen sind meist nicht von der Stange verfügbar. Laut IDC wird die erfolgreiche Umsetzung von Cloud-Konzepten maßgeblich davon abhängen, wie Unternehmen das Management von Cloud-Ressourcen sowie die Integration von Ressourcen über multiple Cloud-Plattformen hinweg organisieren. Damit wird ein gut strukturiertes Cloud-Computing-Konzept nicht zuletzt zum Gradmesser für die Leistungsfähigkeit einer IT-Organisation.

Das Internet of Things (IoT) ist ein weiterer Turbo, der den Markt antreibt. Analysten gehen davon aus, dass Cloud-Umgebungen sich auch „at the edge“ ausbreiten, um zukünftige Anforderungen von modernen Applikationen zu erfüllen. Hervorzuheben sind dabei Anwendungen wie Smart City, autonomes Fahren oder weitere zukunftsträchtige Lösungen, die das Leben im urbanen Raum attraktiver und lebenswerter machen sollen. Nach den Prognosen der Marktforscher werden über die Hälfte der verbraucherorientierten Unternehmen in den kommenden Jahren richtig viel Geld in die Hand nehmen, um die Modernisierung ­ihrer Cloud-Ressourcen „at the edge“ voranzutreiben. Nur dann werden sie auch in der Lage sein, ihre Klientel entsprechend der wachsenden Anforderungen schnell und individuell zu bedienen.

„Platform as a Service“

In den kommenden drei Jahren migrieren Unternehmen immer mehr ihrer Applikationen in hyperagile Architekturen. Marktbeobachter gehen davon aus, dass 90 Prozent davon auf Cloud-Plattformen laufen, die Microservices und Cloudfunktionen nutzen, dass also „Platform as a Service“ (PaaS) starke Nachfrage erfahren wird. Container werden nicht länger ein Hype-Thema sein, sondern direkten Einzug in den IT-Alltag halten. Aktuellen Einschätzungen zufolge werden zukünftig mehr als 95 Prozent der neuen Microservices in Containern bereitstehen.

Diese Entwicklung ist angesichts des aktuellen Wandels nachvollziehbar, denn während Unternehmen neue Services für die digitale Wirtschaft schaffen, müssen sie einen rasch wachsenden Anteil dieser Dienste auf völlig neue Art bereitstellen. Skalierbarkeit, Flexibilität und Mobilität sind dabei wichtige Eckpfeiler der so genannten hyperagilen Bereitstellungstechnologien für Applikationen.

Diese neuen Grundtechnologien werden den Analysten zufolge die Zahl der Anwendungen und Microservices dramatisch ansteigen lassen. Prognostiziert wird eine Verzehnfachung des Volumens.

Die digitale Transformation ist ohne die wachsende Zahl von Dienstleistungen und Lösungen im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) nicht realisierbar. Getrieben wird diese ­Entwicklung nicht zuletzt durch die zunehmende Vielschichtigkeit von Mensch-Maschine-Schnittstellen sowie durch ein vielfältigeres Angebot an Cloud-Services – sowohl für den privaten Bereich, als auch für das professionelle Geschäftsumfeld.

Einzug der Künstlichen Intelligenz

Nach Einschätzung von IDC werden bis 2019 etwa 40 Prozent aller Initiativen im Bereich der Digitalen Transformation die eine oder andere Form der künstlichen Intelligenz nutzen. Und bis 2021 hält KI Einzug in bis zu 75 Prozent der kommerziellen Unternehmensapplikationen, heißt es.

Dabei wird es in den kommenden Jahren spannend werden, treffen die Prognosen der Analysten tatsächlich zu. Sie gehen davon aus, dass schon bald einige große Schlachten ausgefochten werden, denn die großen Cloud-Plattform-Anbieter fangen an, sich mit der Vielfalt ihrer KI-Angebote zu überbieten. Digitale Dienste und Apps ohne „KI inside“ werden mit der Innovationsgeschwindigkeit der Konkurrenz nicht lange mithalten können, glauben die IDC-Auguren.

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Über den Autor

 Petra Adamik

Petra Adamik

Freie Journalistin