Weg vom administrativen Software-Bauchladen IHK Bodensee-Oberschwaben spart mit Terminal-Technik

Redakteur: Dr. Andreas Bergler

Die Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben senkt Administrationsaufwand und Lizenzkosten mit der Terminalserver-Lösung Net Man Desktop Manager von H+H.

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Die IHK-Bodensee-Oberschwaben hat ihre Arbeitsplätze auf Thin Clients umgestellt.
Die IHK-Bodensee-Oberschwaben hat ihre Arbeitsplätze auf Thin Clients umgestellt.
( Archiv: Vogel Business Media )

Rund 31.000 Mitgliedsunternehmen gehören zur Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben, die sich über drei Landkreise erstreckt. Mit rund 70 Beschäftigten liegt die IHK in der unteren Mitte der insgesamt 83 regionalen IHKs in Deutschland. Zu den modernsten zählt die IHK Bodensee-Oberschwaben allerdings bei der IT-Infrastruktur und der Ausstattung der Arbeitsplätze.

Bis 2007 war dies noch nicht der Fall. »Aufgrund des sehr breit gefächerten Aufgabengebiets hatten wir etwa 200 Software-Anwendungen im Einsatz«, beschreibt Klaus Burkhart, stellvertretender Leiter des Geschäftsbereichs Zentrale Dienste und verantwortlich für die IT-Technik, die Situation. »Eine IHK ist quasi ein Bauchladen verschiedenster Dienstleistungen und Aufgaben. Dementsprechend sah unser bisheriges Anwendungsortfolio aus«. An allen Arbeitsplätzen kamen PCs zum Einsatz.

Fruchtbare Zusammenarbeit

Gemeinsam mit der regional ansässigen Firma Systemworks EDV, die als IT-Fachhändler die IHK Bodensee-Oberschwaben seit Jahren betreut, wurde Ende 2006 ein umfassendes Konzept zur Modernisierung der EDV-Infrastruktur bei der IHK erarbeitet. »Die Zusammenarbeit mit Systemworks EDV war bisher immer sehr zufriedenstellend. Daher war es für uns keine Frage, dass wir unseren Partner bei diesem komplexen Projekt mit ins Boot nehmen«, erklärt Klaus Burkhart. Bodo Przygoda, Geschäftsführer von Systemworks EDV, fügt hinzu: »Die Anforderungen einer IHK an ein IT-System sind sehr speziell. Über die letzten Jahre konnten wir aber reichlich Erfahrung sammeln, so dass wir die Bedürfnisse der IHK sehr gut einschätzen können.«

Entscheidend bei der Einführung einer neuen Lösung waren vor allem zwei Kriterien: Es müssen sich alle benötigten Anwendungen installieren und nutzen lassen. Darüber hinaus sollte die Migration auf die neue Lösung möglichst nahtlos und ohne Betriebsausfälle vollzogen werden. Da auf Sicherheit großer Wert gelegt wurde, visierte man von Anfang an eine Terminalserver-Lösung an. Vor der Implementierung der neuen Lösung stellte Burkhart fest, dass tatsächlich nur knapp 30 der insgesamt 200 Applikationen im Arbeitsalltag verwendet werden. »Die übrigen haben wir deinstalliert und so den Administrationsaufwand deutlich reduziert.«

Bei rund einem Drittel der bundesweit insgesamt 83 Industrie- und Handelskammern kommt die Terminalserver-Technologie (TS) bereits zum Einsatz. Im Vergleich zur klassischen Client-/Server-Infrastruktur bietet die TS-Technik Vorteile, die sich sowohl auf den Administrationsaufwand als auch auf die Betriebskosten positiv auswirken.

Vorteile durch Umstellung

Alle Anwendungen laufen zentral auf einem oder mehreren Servern, die auch die gesamte Rechenleistung übernehmen. Gleichzeitig sinken die Anforderungen an die Endgeräte drastisch. Dort werden nur noch Bildschirminhalte angezeigt, Rechenleistung wird nicht benötigt. Thin Clients ersetzen teure, laute und fehleranfällige PCs.

Neben der Hardware erfordert eine Terminalserver-Installation auch ein spezielles Betriebssystem. In der Regel handelt es sich dabei um Windows Server 2003 Terminal Server. »Der Windows Terminal Server bietet allerdings bei der Veröffentlichung von Anwendungen nur Basisfunktionen, so dass auf jeden Fall noch eine zusätzliche Lösung erforderlich ist«, gibt Bodo Przygoda zu bedenken. Als zertifizierter Partner der H+H Software GmbH hat Systemworks EDV die Terminalserver-Lösung Net Man Desktop Manager (NDM) vorgeschlagen und der IHK zum Testen zur Verfügung gestellt. »Wir haben nach einer umfassenden Lösung gesucht, die uns nicht nur beim Funktionsumfang überzeugt, sondern auch preislich attraktiv ist. Beim Net Man Desktop Manager hat uns von Anfang an das flexible Lizenzierungsmodell angesprochen, das es uns erlaubt, auch Pakete mit nur einer kleinen Lizenzanzahl zu erwerben«, beschreibt Burkhart die Vorteile der H+H-Lösung. »Produkte des Mitbewerbs spielen beim Preis in einer anderen Liga, ohne dass Sie für uns einen echten Mehrwert bieten.«

Sanfte Migration

Drei Monate hat Klaus Burkhart mit Unterstützung von Systemworks EDV Net Man Desktop Manager eingehend getestet. »Ich wollte vor allem überprüfen, ob und wie sich die benötigten Anwendungen auf dem Terminalserver installieren lassen. Auch der Administrationsaufwand etwa beim Anlegen von Benutzern oder die Zuordnung von Programm-Icons hat mich interessiert«, beschreibt Klaus Burkhart die Testphase.

Im März 2007 wurde die neue Lösung implementiert. Hierzu wurden drei Terminalserver und ein Domaincontroller in Betrieb genommen. Hinzu kamen 100 NDM-Lizenzen. Das Gesamtprojekt umfasst drei Terminalserver, einen primären Domain-Controller, 53 ThinClients, 17 Windows-XP-PCs und neun Notebooks. Lediglich für Spezialanwendungen wurden noch PCs benötigt. Zusammen mit den Dienstleistungen von Systemworks EDV beläuft sich das Gesamtvolumen des Projekts auf rund 80.000 Euro.

Die Installation von Windows Server 2003 Terminal Server und NDM hat Klaus Burkhart quasi im Alleingang durchgeführt. Durch den Einsatz der Terminalserver-Technik spart die IHK jährlich rund 3.000 Euro an Stromkosten. »Die Umstellung der Arbeitsplätze war ganz einfach: PC weg, Thin Client hin, weiterarbeiten«, beschreibt Klaus Burkhart die Umstellung auf die neue Lösung.

Projektdaten

  • Kunde: Zur IHK Bodensee-Oberschwaben gehören alle Gewerbebetriebe mit Ausnahme von Handwerk, Landwirtschaft und freien Berufen – insgesamt also rund 31.000 Mitgliedsunternehmen. Diese wählen alle fünf Jahre ihre Repräsentanten in die Vollversammlung. Das Gremium entscheidet dann über Zielsetzung und Umfang der IHK-Tätigkeit, bestimmt über den Haushalt der IHK und trifft die wichtigsten Personalentscheidungen.
  • Dienstleister: Systemworks EDV ist darauf ausgerichtet, kleinere und mittlere Kundengrößen als Full-Service-Partner zu betreuen. Zum Kundenkreis zählen Industrieunternehmen, Handwerk und auch Systemhäuser. Schwerpunkte liegen auf Netzwerktechnik, PC-Komponenten, Druckern, Monitoren und Multimedia.
  • Problem: Vielfältige Dienstleistungen und Aufgabenbereiche sollten auf einer zentral administrierbaren Plattform zusammengeführt werden. Das Equipment wurde generalüberholt.
  • Lösung: Einführung von Terminalservern und Net Man Desktop Manager (100 Lizenzen)
  • Hardware: Das Gesamtprojekt umfasst drei Terminalserver, einen primären Domain-Controller, 53 Thin Clients, 17 Windows-XP-PCs und neun Notebooks. Lediglich für Spezialanwendungen wurden noch PCs benötigt.
  • Kostenumfang: Zusammen mit den Dienstleistungen von Systemworks EDV beläuft sich das Gesamtvolumen des Projekts auf rund 80.000 Euro.

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