Lünendonk-Studie ICT-Sourcing-Beratung in Deutschland gewinnt an Bedeutung

Autor Heidi Schuster

Die Nachfrage nach externer Unterstützung bei Entwicklung und Umsetzung von ICT-Sourcing-Strategien wird im Jahr 2016 laut einer Lünendonk-Studie stark steigen.

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Lünendonk zufolge lassen sich Digitalisierungsstrategien ohne passende Sourcingstrategie nicht erfolgreich umsetzen.
Lünendonk zufolge lassen sich Digitalisierungsstrategien ohne passende Sourcingstrategie nicht erfolgreich umsetzen.
(Foto: © everythingpossible - Fotolia)

CIOs und Business-Verantwortliche zeigen bei ICT-Sourcing-Strategien vor allem einen hohen Beratungsbedarf bei der Einführung und Nutzung von Technologien wie IT-Security, Cloud und SAP. Diese drei Technologiebereiche stehen bei der Ausrichtung der Unternehmen auf den digitalen Wandel und die damit verbundene Modernisierung der Geschäfts- und IT-Prozesse besonders im Fokus. Das ergab die Lünendonk-Studie „Der Markt für ICT-Sourcing-Beratung in Deutschland“.

Die richtige Sourcing-Strategie für einzelne Aufgabenstellungen sowie die für die Umsetzung geeigneten Beratungs- und IT-Dienstleister zu finden, stellt dabei für Projektverantwortliche eine der größten Herausforderungen im Sourcing-Prozess dar.

Berater im gesamten Sourcing-Prozess

Die hohe Bedeutung der ICT-Sourcing-Beratung für erfolgreiche IT-Projekte zeigt sich darin, dass Sourcing-Berater rund 30 Prozent des extern vergebenen IT-Budgets in den untersuchten Kundenunternehmen betreuen. Dabei übernehmen sie unterschiedliche Aufgaben im Sourcing-Prozess. Das „Ausschreibungsmanagement“ macht rund 18 Prozent ihres Umsatzes aus. Mit der „Providersuche und -auswahl“ erzielen die untersuchten Beratungen 8,7 Prozent und mit der „Unterstützung bei Vertragsverhandlungen“ 9,4 Prozent im Umsatzdurchschnitt.

Damit entfallen rund 36 Prozent des Umsatzes auf den gesamten Ausschreibungsprozess. Diese Phase nimmt bei den Kundenunternehmen auch den größten Anteil an Zeit und Ressourcen in Anspruch. So dauert es teilweise bis zu 60 Werktagen, bevor für ein IT-Projekt die Ausschreibung mit den Fachbereichen und dem Einkauf abgestimmt ist und die passenden IT-Provider gefunden sind, erklären die Marktforscher. Um diesen Zeitaufwand zu optimieren, beauftragen Kundenunternehmen bevorzugt ICT-Sourcing-Berater als Unterstützung. Rund 80 Prozent der befragten CIOs und Business-Verantwortlichen bestätigen eine hohe Nachfrage nach Unterstützung bei der „Providerauswahl“ durch ICT-Sourcing-Berater.

„Die Suche nach dem richtigen IT-Dienstleister und dem passenden Zusammenarbeitsmodell gewinnt durch die Zunahme der IT-nahen Projekte der Fachbereiche massiv an Bedeutung für die erfolgreiche Umsetzung von Digitalisierungsstrategien“, erläutert Mario Zillmann, Leiter Professional Services bei Lünendonk und Studienautor.

In diesem Zusammenhang steigt auch der Bedarf der Kundenunternehmen an Unterstützung bei der „Entwicklung einer IT-Sourcingstrategie“. Diese Einzeldienstleistung steht für durchschnittlich 12,6 Prozent des Umsatzes der analysierten ICT-Sourcing-Berater. Drei Viertel der untersuchten Kundenunternehmen avisieren eine hohe Nachfrage nach dieser Beratungsleistung.

Zusammenarbeit mit ICT-Sourcing-Berater

Die Nachfrage nach ICT-Sourcing-Beratung wird von den befragten Beratungen positiv eingeschätzt. Sie erwarten für 2015 ein durchschnittliches Marktwachstum von 6,3 Prozent. Für 2016 rechnen sie sogar mit einem Anstieg der Nachfrage um durchschnittlich 8,3 Prozent.

„Dieser Optimismus spiegelt die steigende Bedeutung des Beratungsfeldes ICT-Sourcing sowie dessen veränderte Rolle als Bindeglied zwischen Management- und IT-Beratung wider“, so Zillmann.

Hinsichtlich des eigenen Umsatzes sind die befragten ICT-Sourcing-Beratungen erwartungsgemäß noch optimistischer und trauen sich zu, individuell stärker zu wachsen als der Gesamtmarkt. Die Umsatzprognosen der Anbieter liegen mit durchschnittlich 11 Prozent deutlich über dem erwarteten Marktwachstum.

Der Optimismus der ICT-Sourcing-Berater deckt sich mit der benötigten externen Unterstützung der Kundenunternehmen. Denn je komplexer die IT-Vorhaben und je höher die Auslastung der eigenen IT-Abteilung sich gestalten, umso mehr Aufwand erfordern Planung und Umsetzung von Sourcing-Strategien. Darum kalkulieren 51 Prozent der befragten IT-Entscheider mit einer Erhöhung dieser Ausgaben um bis zu 5 Prozent, während weitere 27 Prozent der Befragten davon ausgehen, ihre Ausgaben sogar um mehr als 5 Prozent zu steigern.

Dieser Anstieg der Ausgaben für ICT-Sourcing-Beratung geht einher mit der Entwicklung der IT-Budgets großer Unternehmen. Im Fokus stehen dabei insbesondere Veränderungs- und Anpassungsprojekte der Geschäfts- und IT-Prozesse sowie die Einführung digitaler Lösungen auf der einen Seite, genauso wie Modernisierung der IT-Landschaft und die Erhöhung der Effizienz der IT-Operations auf der anderen Seite. Für die zentralen Handlungsstränge (change the business und run the business) gehören Sourcing-Strategien zu den kritischen Erfolgsfaktoren.

Zur Studie

Für die Lünendonk-Studie „Der Markt für ICT-Sourcing-Beratung in Deutschland“ wurden 28 ICT-Sourcing-Beratungen sowie 112 Business- und IT-Verantwortliche aus Großunternehmen und Konzernen sowie aus dem gehobenen Mittelstand befragt.

Die Studie stellt eine 360-Grad-Betrachtung des Marktes für ICT-Sourcing-Beratung dar. Analysiert wurden Strukturen, Planungen und Meinungen der 28 ICT-Sourcing-Beratungen sowie die konkreten Planungen der 112 CIOs, IT-Einkaufsleitern und Business-Verantwortlichen großer Kundenunternehmen in Bezug auf digitale Transformation und ihre Zusammenarbeit mit ICT-Sourcing-Beratungen.

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