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Intel Prozessoren-Roadmap

Intel kündigt „Ice Lake“-Architektur in 10nm bis 2020 an

| Autor: Sebastian Gerstl

Prozessor-Roadmap bis zum Jahr 2020.
Prozessor-Roadmap bis zum Jahr 2020. (Bild: Intel)

Intel hat auf dem Data-Centric Innovation Summit in Santa Clara erstmals seine neue Prozessoren-Roadmap bis zum Jahr 2020 vorgestellt. Demnach soll in zwei Jahren nach den 2019 erscheinenden 14-nm-CPUs „Cooper Lake“ die im 10-nm-Verfahren gefertigte „Ice Lake“-Architektur folgen.

Noch im Mai hatte Intel eingeräumt, dass sich die Serienproduktion von Chips auf Basis einer 10-nm-Fertigungstechnologie noch bis in das Jahr 2019 verzögern wird. Das war wohl noch zu optimistisch geschätzt: Auf dem Data-Centric Innovation Summit im kalifornischen Santa Klara präsentierte der Chiphersteller die aktualisierte Roadmap für seine High-End-Prozessorreihe Intel Xeon.

Die Nachfolgereihe zu Intels aktuellen „Coffee Lake“-Prozessoren, die den Codenamen „Cascade Lake“ trägt, soll demnach noch 2018 auf den Markt kommen. Die 14nm-Prozessoren unterstützen nun den bereits vor langer Zeit angekündigten Intel Optane Persistent Memory, der ursprünglich für die „Skylake“ Xeon-Familie vorgesehen war. Optane soll bis zu 3 TByte Hauptspeicher pro Sockel ermöglichen und dazu beitragen, die Leistung bei einer Vielzahl von Anwendungen zu steigern, die Intel und seine Partner immer noch erforschen. Intel hat einen neuen Speichercontroller integriert, um die Optane DIMMs zu unterstützen.

Bei den „Cascade Lake“-Prozessoren behält Intel die Fassung LGA 3647 mit sechs Speicherkanälen bei, die CPUs haben weiterhin 28 Kerne und werden mit 14 nm gefertigt. Die Prozessoren erhalten höhere Taktraten und optimierte Caches sowie ein überarbeitetes Mesh. Intel hat auch Unterstützung für DLBoost hinzugefügt, eine neue AVX-512-Optimierung für maschinelle Lernanwendungen. „Cascade Lake“ wird ebenso die erste Generation von Xeon-Prozessoren sein, die Hardware-Vorkehrungen zum Schutz vor den unter der Bezeichnung Spectre und Meltdown bekannten Schwachstellen besitzt.

„Cooper Lake“: Erneute „Brücken-Architektur“ im 14nm++-Verfahren

Als nächstes sollen 2019 die sogenannten „Cooper Lake“-Prozessoren auf den Markt kommen. Diese erhalten mit Bfloat 16 ist das neue von Google entwickelte Fließkomma-Format implementiert. Auch dies soll unter anderem dazu dienen, speziell dem maschinellen Lernen spürbare Impulse geben. Die „Cooper Lake“ Prozessoren sind noch im 14nm-Verfahren gefertigt und sollen als Brücke zwischen den aktuellen 14nm und den überfälligen 10nm Prozessoren dienen. Derlei Ankündigungen sind freilich von Intel inzwischen nichts Neues mehr; schon Kaby Lake war 2015 als „Übergangslösung zwischen 14nm und 10nm" angekündigt worden. „Cooper Lake“-Prozessoren sollen voraussichtlich mit dem 14nm++-Prozess kommen, der eine weitere Iteration von Intels ausgereiftem 14nm-Nodes ist.

Intels Navin Shenoy, Executive Vice President und General Manager der Data Center Group bei Intel, sagte, dass die „Cooper Lake“-SP-Plattform mit den kommenden 10nm „Ice Lake“-SP-Prozessoren kompatibel sein wird, die 2020 ankommen werden. Das bedeutet, dass die neue „Cooper Lake Plattform“ mit dem LGA4198 Sockel mit der Whitley Plattform ankommen wird - und dann bereits Sockel-kompatibel mit den folgenden „Ice Lake“ Prozessoren sein dürfte.

Intel steht mit der abermaligen Verschiebung der geplanten 10nm-Architekturen gehörig unter Druck. AMD hat mit seiner ZEN-Reihe neue Spitzenmarken auf dem Prozessormarkt vorgelegt. Die Serverreihe AMD Rome soll ebenfalls in Kürze erscheinen. Auch wenn Cascade Lake, Cooper Lake und Ice Lake mit mehr Kernen, neuen Befehlssatzerweiterungen und mehr Speicherkanälen erscheinen, werden sie mit einem starken Konkurrenten zu kämpfen haben.

Dieser Beitrag ist zuerst erschienen bei der Elektronikpraxis.

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