Gleicher Stromverbrauch bei doppelter Taktung IBMs neuer Dualcore Power6-Prozessor

Redakteur: Ulrich Roderer

Mit der Ankündigung des neuen Power6-Prozessors holt IBM im Wettrennen der Chiphersteller um Performance auf. Power6 ist vor allem auf Virtualisierung und hohe Bandbreiten optimiert.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Gleichzeitig mit dem nach Herstellerangaben schnellsten bisher gebauten Prozessor kündigt IBM einen neuen System p-Server an. Das Modell 570 wird zum gleichen Preis wie sein Vorgänger vermarktet, ist aber durch den neuen Power6 doppelt so leistungsfähig. Die Vier-Wege-Einheiten lassen sich insgesamt zu einem System von bis zu 16 Einheiten skalieren. „Wir bieten damit vor allem dem Mittelstand ein einfach zu skalierendes Einstiegssystem an, das sich auch zur Serverkonsolidierung eignet“, sagt Andreas Walter, Director Vertrieb System p.

„Die Quadcore-Architektur stand zwar auch zur Diskussion, aus Leistungsgründen haben wir uns doch für einen Dual-Core-Design entscheiden“, sagt Klaus Gottschalk, Senior IT Spezialist IBM Systems und Technology Group. Während Intel, AMD und Sun auf Mehrkernprozessoren setzen, nutzt IBM die Chipfläche für Second Level Cache pro Kern und Busbandbreite von 300 GB7sec. Power6 hat eine Cachegröße von 4 MB pro Core, um mit der extrem hohen Bandbreite Schritt halten zu können. Speziell um die Performance von Geschäftsanwendungen zu optimieren, ist im Power6 eine Dezimalfließkommaarithmetik-Einheit integriert.

Doppelte Taktrate

Mit einer Geschwindigkeit bis zu 4.7 GHz verdoppelt der Dualcore-Power6-Prozessor die Geschwindigkeit der vorherigen Power5-Generation. Gleichzeitig benötigt er aber nur die gleiche Strommenge für Betrieb und Kühlung. Die Entwickler haben dazu mehrere Techniken implementiert:

  • Ein neuer Weg, wie Instruktionen innerhalb des Chips ausgeführt werden, halbiert die Ausführungszeit und reduziert den Energieverbrauch;
  • das Stilllegen von Schaltkreisen, die viel Energie verbrauchen, so dass der Stromverbrauch Chips deutlich geringer wird;
  • Spannungs- und Frequenzanpassung, die dem Chip einen um bis zu fünfzig Prozent reduzierten Energieverbrauch ermöglichen, mit minimalem Leistungseffekt
  • POWER6 kann durch eine neue Methode der Chipprogrammierung bei niedriger Spannung arbeiten, was den Einsatz des Chips in Niedrigenergie-Blade-Umgebungen wie auch in großen symmetrischen Hochleistungs-und Multiprozessor-Maschinen ermöglicht.
  • Die Prozessorclocks lassen sich dynamisch abschalten. Im Idle-Zustand lässt sich damit eine 35-prozentige Stromverbrauchsminderung realisieren.

Neue AIX-Version im Herbst

Besonders interessant sind die neuen Virtualisierungsfunktionen. „Live Partition Mobility, derzeit noch in der Betaversion, ebenso wie Live Application Mobility stellt IBM mit dem nächsten Release von AIX noch im Herbst zur Verfügung. Partition Mobility erlaubt es, aktive virtualisierte Partitionen zu verschieben, ohne sie herunterfahren zu müssen. Administratoren können damit eine Servergruppe als eine flexible, bewegliche Ressource anzusehen im Gegensatz zur bisherigen Sicht auf einen Server als einzelne Entität mit spezifischem Einsatzzweck. Auch Applikationen lassen sich dann einfach über Server verschieben, so dass Wartungsarbeiten schnell durchgeführt werden können.

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