Initiative gegen x86-Server IBM stellt »System i«-Geschäft um

Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Branchengröße IBM will mehr Marktanteile bei kleineren Unternehmen und lotet das Preismodell für »System i Express«-Server neu aus. Ein Pay-Per-User-Modell mischt die Karten in der Kundenkalkulation neu.

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Nicht mehr die Prozessorleistung, sondern die Anzahl der User ist Grundlage zur Berechnung des »System i«-Preises.
Nicht mehr die Prozessorleistung, sondern die Anzahl der User ist Grundlage zur Berechnung des »System i«-Preises.
( Archiv: Vogel Business Media )

IBM vertreibt die System-i-Server (vormals iSeries, davor AS/400) über einen Per-User-Price und spricht damit kleinere Unternehmen an. Bisher rechnete sich ein System-i-Server in der Regel nicht für kleine Betriebe, da das Lizenzmodell als wichtigste Basisgröße die Prozessorleistung herangezog. Mit dem neuen Preismodell, dass sich an der Zahl der Nutzer orientiert, soll sich das ändern. Die Einstiegspreise wurden gesenkt, um den x86-Servern besser Paroli bieten zu können.

Dieses skalierbare Pricing-Modell wird in Verbindung mit den neuen »IBM System i Express«-Servern gestartet, die in der Ausführung 515 Express für den Einstiegsbereich gedacht sind. Ebenso neu ist der große Bruder namens 525 Express, der für den darüber liegenden Mid-Market entworfen wurde. In beiden neuen Systemen wirbelt ein Power5+-Prozessor Bits und Bytes umher. Damit verfügen beide Modelle über fünf bis sechs mal mehr Performance als bisherige System-i-Einstiegs-Server. Prozessorleistung muss im neuen Modell ja nicht mit barer Münze bezahlt werden.

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Das neue Entry-Modell 515 Express ist in seiner Ausführung für fünf bis 40 User zu einem Einstiegspreis von 8.000 Euro zu haben. Die Version 525 ab 40 User kostet laut vorläufiger Preisliste in der untersten Ausbaustufe 36.500 Euro. Wenn die Anzahl der User überschritten wird, muss preislich hochskaliert werden. Beim 515 Express geht das in Fünferschritten für jeweils einmalige 1.300 Euro. Der 525 Express wird in Zehnerschritten hochgeschraubt. Das Userpaket kostet hier 2.600 Euro.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Definition eines Users. Benutzer, die in den Per-User-Price fallen, sind die Mitarbeiter des Unternehmens, egal ob sie vom Arbeitsplatz oder von Zuhause aus auf die Serverdaten zugreifen.

Fazit für den Channel

Für Reseller und Systemhäuser, die sich auf x86-Systeme spezialisiert haben, bedeutet das nicht nur, dass eine Konkurrenzsituation zur preislich neu ausgeloteten IBM-Hardware vorliegt, sondern auch die Chance auf System-i-Geschäft. Bei IBM weiß man durchaus, dass nun auch neue indirekte Vertriebswege erschlossen werden müssen. Es fehlen Reseller aus dem x86er-Umfeld. Auf einer Telefonkonferenz hat ein Mitarbeiter des Konzerns angedeutet, dass bereits entsprechendes Schulungspotenzial aufgebaut werde.

Mark Shearer, General Manager für IBMs System-i-Server findet eine fast wortspielhafte Umschreibung für die neue Stoßrichtung: »Mit dem IBM System i Express kann ein Mittelständler IT-Aufgaben effektiv verwalten und sich auf die Weiterentwicklung seines Geschäfts konzentrieren, im Vertrauen darauf, dass sich seine IT-Infrastruktur mitentwickelt, so wie er sich entwickelt.«

(Technische Details zu den beiden Maschinen finden Sie per Mausklick in der Bildergalerie.)

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