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Web-Analytics- und Marketingautomatisierungs-Anbieter übernommen

IBM folgt mit Kauf von Coremetrics seiner Software-Strategie

02.07.2010 | Autor / Redakteur: Rüdiger Spies / Katrin Hofmann

Rüdiger Spies, Independent Vice President Enterprise Applications bei IDC in München
Rüdiger Spies, Independent Vice President Enterprise Applications bei IDC in München

Am 15. Juni 2010 kündigte IBM die Übernahme eines weiteren Unternehmens an: den Web-Analytics- und Marketingautomatisierungs-Anbieter Coremetrics. Somit erweitert IBM sein wachsendes Softwareangebot mit Anwendungen im Bereich der Analyse, Kundenanalyse und E-Commerce.

Jeder, der immer noch glaubt, dass IBM nicht im Softwaregeschäft aktiv ist, sollte sich die Akquisitionen der letzten zwei Jahre im Analytics-Bereich einmal genauer ansehen: Im Jahr 2008 komplettierte IBM die Übernahme von Cognos und im Oktober 2009 die von SPSS. Allerdings ist es schwierig, ohne Durchgriff auf den Anwendungslayer Analytics zu forcieren und so einem größeren Benutzerkreis verfügbar zu machen. Mit dem Kauf von Coremetrics steht nunmehr ein weiteres Element für IBMs Lösungen durch die IBM Business Analytics and Optimization Consulting Organization bereit.

Was Coremetrics bietet

Coremetrics war ein guter Dritter bei den Web-Analytics-Anbietern hinter Omniture und Webtrends. Mit einem Fokus auf den Handel hat sich Coremetrics recht gut in einer Marktnische eingenistet und hat sein Portfolio an Marketing-Automationsanwendungen und Benchmarking-Services weiter entwickelt. Coremetrics kann genaue Vorhersagen in Bezug auf individuelles Verhalten im Web machen. Diese Profile können dann direkt für Marketingkampagnen genutzt werden. Coremetrics bietet diese Lösungen auch als Cloud Service an und unterstützt so zusätzlich IBMs Engagement im Cloud- beziehungswiese SaaS-Markt.

IBM kann derzeit ein eindrucksvolles Bild – basierend auf den kombinierten Angeboten seiner letzten Übernahmen – zeichnen: Coremetrics, Cognos, SPSS, die noch aktuelle Übernahme von Sterling Commerce (E-Commerce) und Cast Iron Systems (Integration-Appliances).

Eine Verknüpfung der oben genannten Produkte mit Coremetrics ermöglicht ein besseres Zusammenwirken mit IBMs Rational Initiative für „Smarter Products“. Ähnlich wie die auf Cognos basierenden Rational-Insight-Podukte eine bessere Einsicht in finanzielle Unternehmensbelange ermöglichen, können Coremetric‘s Analytics-Lösungen Geschäftsverantwortlichen und IT-Entscheidern eine bessere Einsicht sowohl für den Produkt- als auch den IT-Lebenszyklus vermitteln. Andere Möglichkeiten existieren für Tivoli (für Service-Management-Entscheidungen und -strategien). Auch für Lotus (zur Verbesserung von Collaborations-Lösungen) bestehen gute Chancen einer gemeinsamen Vermarktung. Damit IBM alle Vertriebs-Chancen nutzen kann, ist eine gute Koordination zwischen der Websphere-, der Rational- und den anderen Geschäftseinheiten erforderlich. Diese wird seit etwa zwölf bis 18 Monaten von IDC bereits als Teil der Smarter-Planet-Initiative beobachtet.

Coremetrics ist der zweite führende Web-Analytics-Anbieter, der im letzten Jahr gekauft wurde, um das Produktspektrum von IBM abzurunden. Im vierten Quartal 2009 kaufte Adobe den führenden Web-Analytics-Anbieter Omniture. Diese beiden Akquisitionen zeigen die Relevanz des Web-Channel für eine Reihe von geschäftlichen Chancen auf. Adobe wird mit Web-Analytics das Konsumentenverhalten bezüglich der Zugriffe auf Inhalte im Zusammenhang mit genutzten Anwendungen besser beobachten können. Bei IBM wird es in erster Linie um ein besseres Verständnis von Marketingaktionen im Online-Kontext und erst in zweiter Linie um E-Commerce gehen. Später werden Online- und Offline-Handelssysteme folgen.

Kundenverhalten im Fokus

IDC nimmt an, dass IBM eine Kernkompetenz in Bezug auf Kundenverhalten entwickeln will, um im Zusammenhang mit seiner großen Service-Mannschaft und seiner Vertriebsreichweite potenziellen Kunden, die integrierte Online- und Offline Handelssysteme benötigen, ansprechende Lösungen aufzuzeigen. Zusätzlich kann IBM das Potenzial von Coremetrics über alle Geschäftseinheiten nutzen, um bessere Lösungen für Collaboration, Social Media, Analytics und andere Fähigkeiten innerhalb des umfassenden IBM Portfolios voranzutreiben. IBM muss ohnehin weiterhin Brücken zwischen den unterschiedlichen IBM-Software-Einheiten bauen, um seine Effizienz zu steigern.

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