Für Systemhäuser und virtuelle Rechenzentren Hyperkonvergenz als Whitelabel-Option

Autor / Redakteur: Henrik Hasenkamp* / Ulrike Ostler

Hyperkonvergente Infrastrukturen sind bei Unternehmen schon seit einiger Zeit aufgrund ihrer flexibel abrufbaren Compute-, Storage- und Netzwerkressourcen beliebt. Außerdem bietet sie auch die ideale Ergänzung für das Service-Portfolio von Systemhäusern.

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Vorgefertigte, vorab konfektionierte hyperkonvergete Rechenzentrumstechnik erlaubt Gridscale Systemhäusern und Datacenter-Nutzern White-Label-Angebote zu unterbreiten.
Vorgefertigte, vorab konfektionierte hyperkonvergete Rechenzentrumstechnik erlaubt Gridscale Systemhäusern und Datacenter-Nutzern White-Label-Angebote zu unterbreiten.
(Bild: BRRT auf Pixabay)

Die Verwaltung und Konfiguration von IT-Infrastrukturen ist für Unternehmen relativ zeitaufwendig. Grund dafür ist die Vielzahl an voneinander unabhängigen IT-Ressourcen. Dazu gehören sowohl Server, Storage, Rechenleistung und das Netzwerk.

Die perfekte Abstimmung dieser Ressourcen und somit der gesamten Unternehmens-IT dauert daher häufig Jahre und verlangt nach einem professionellen IT-Team. Denn ändern sich die Anforderungen, müssen alle Komponenten separat an diese und jeweils neu aneinander angepasst werden.

Als Reaktion darauf hat sich die hyperkonvergente Infrastruktur entwickelt. Die gesamte IT-Infrastruktur wird virtualisiert und so zu einer einzigen Appliance. Anwender profitieren dadurch zunehmend von einer IT, die sich flexibel an ihren Bedürfnissen orientiert.

Dabei werden über eine abstrahierte Schicht mit virtuellen Servern die benötigten Ressourcen angefordert, während das System sie entsprechend zuteilt. Die flexiblere Nutzung der IT-Ressourcen ist zusammen mit der zentralen Verwaltung der wesentliche Vorteil der Hyperkonvergenz.

Herausforderungen für Rechenzentren und Systemhäuser

Neben dem Hypervisor, der die Ressourcen verwaltet und zuordnet, zeichnen hyperkonvergente Infrastrukturen sich durch Software-defined Storage und Software-defined Networking aus. Anstatt auf dedizierte Speichernetze (Storage Area Networks - SANs) aufzusetzen wird die Storagekomponente maßgeblich durch Software orchestriert.

Das löst Abhängigkeiten auf und die externen Storage-Einheiten müssen nicht separat von der eigenen Unternehmens-IT verwaltet werden. Ähnlich funktioniert das Software-defined Networking, bei dem Funktionen je nach Bedarf der bestehenden Hardware zugewiesen werden können und nicht mehr an Hersteller-spezifische Hardware gebunden sind.

Während Unternehmen von IaaS-Anbietern Gebrauch machen können, um ihre eigene IT-Infrastruktur in die Cloud zu verlagern, stehen Rechenzentrumsbetreiber und Systemhäuser unter Druck. Mit einer Vielzahl von Nutzern steigen die Datenmengen, die von ihnen gespeichert werden müssen, exponentiell an. Besonders durch die Corona-Pandemie haben sich viele Unternehmen erneut mit der Digitalisierung auseinandergesetzt und somit sind auch die Anforderungen an den Lösungskatalog der Systemhäuser erweitert worden.

Hybrides Management im Whitelabel-Modell

Nicht nur die Datenmengen steigen auf Dauer an, sondern auch die Komplexität und Anforderungen der Workloads. Desto mehr Geschäftsprozesse digitalisiert werden, desto größer werden die Ansprüche an schnelle Verfügbarkeit und optimierte Übertragungsgeschwindigkeiten. Zusätzlich gerät auch der Datenschutz und die Möglichkeit unternehmensinternen Compliance-Vorgaben im digitalen Raum gerecht zu werden, zunehmend in den Fokus. Insbesondere im Hinblick auf die Nutzung von Cloud-Angeboten sind dies ausschlaggebende Argumente für Unternehmen.

HCI-Modelle erlauben nicht nur Unternehmen Virtualisierung produktiv zu nutzen, sondern eröffnen Systemhäusern auch neue Möglichkeiten beim Anbieten von Lösungen. Diese bieten damit selbst virtuelle Rechenzentren an und werden dem Digitalisierungsdruck ihrer Kunden gerecht. Die zuvor existente Rechenzentrums- und Hardware-Infrastruktur wird dabei in die Cloud übertragen und die Charakteristika der hyperkonvergenten Infrastruktur bleiben dadurch erhalten.

Die Migration ist durch vorgefertigte Rack-Lösungen in Kombination mit einer leistungsstarken HCI-Software schnell umsetzbar – sowohl für das Systemhaus als auch den Endnutzer. Die Bestandskunden nutzen dann eine vorgefertigte und einfach zu bedienende Oberfläche, um ihren Ressourcenbedarf an Compute- und Storage-Kapazitäten beliebig granular über die Cloud abzubilden.

Henrik Hasenkamp verantwortet als CEO die Strategie und Ausrichtung des europäischen IaaS- und PaaS-Anbieters Gridscale.
Henrik Hasenkamp verantwortet als CEO die Strategie und Ausrichtung des europäischen IaaS- und PaaS-Anbieters Gridscale.
(Bild: Gridscale)

Eine anspruchsvolle HC-Infrastruktur kann in Whitelabel-Form über diesen Weg ohne großen Aufwand angeboten werden. Das eigentliche Management und die fortlaufende Wartung der Cloud-Infrastruktur erfolgen remote und durch den IaaS-Technologieanbieter. Die Systemhäuser können sich auf diese Weise vollständig auf den Vertrieb des Produktes, Managed Services die sie als Leistung auf Basis der Cloud Lösungen anbieten sowie die Kundenbindung konzentrieren.

In Anbetracht der steigenden Datenmengen und Speicher-Herausforderungen ist bietet der Schritt Daten in die Cloud zu verlagern einen deutlichen Vorteil. Unternehmen nutzen externe Rechenzentren teils lediglich für die Sicherung von Daten, wodurch die direkte Schnittstelle zur eigentlichen Unternehmens-IT fehlen kann. Für Bestandskunden von Systemhäusern und Rechenzentrumsanbietern entsteht so eine engere Geschäftsbeziehung und die einfache Nutzung des vollen Produktportfolios in der Cloud über eine einzige Benutzeroberfläche. Gleichzeitig ist die Nutzung der Cloud sowohl für Anbieter als auch Endkunden flexibler und kostengünstiger und Systemhäuser sind nicht länger auf physische Ressourcen beschränkt.

Sind die bestehenden Rechenzentren in der EU oder anderen sicheren europäischen Staaten angesiedelt, unterliegen sie den hiesiegen Vorgaben zum Datenschutz und garantieren den Kunden auch in der Public Cloud entsprechende Sicherheitsstandards. Ein Beispiel dafür ist die Partnerschaft des Schweizer Internet Service Providers hosttech mit dem Kölner Cloud-Technologieanbieter Gridscale, auf dessen „Hybrid Core- Technologie die neue „Hosttech.cloud“ beruht.

Durch die Nutzung von hyperkonvergenter Infrastruktur auf Basis der Gridscale-Technik bietet Hosttech seinen Kunden einen neuen Cloud-Service an, der hohe Flexibilität, Sicherheit und intuitive Bedienung verspricht. Für Hosttech bedeutet das einen großen Wettbewerbsvorteil gegenüber der eigenen Konkurrenz, die Nachfrage nach der neuen Cloud-Lösung ist nach Auskunft des Anbieters enorm.

Erweiterung für höhere Flexibilität

Für Systemhäuser und Rechenzentrumsbetreiber ändern sich die Anforderungen der Nutzer so dynamisch, wie sich neue Technologien entwickeln. Mit zunehmendem Interesse an größerer Flexibilität und anpassbaren Preismodellen ist die Möglichkeit, Cloud-Modelle durch hyperkonvergente Infrastruktur anzubieten, für IT-Dienstleister besonders attraktiv. Da sie selbst nicht für das fortlaufende Management der Infrastruktur verantwortlich sind, kann ihr Service-Portfolio gewissermaßen sofort ohne Mehraufwand erweitert werden und bietet zugleich eine Vielzahl von Wettbewerbsvorteilen. Um mit der Zeit zu gehen und Kunden je nach Bedarf verschiedene Services bieten zu können, sollten daher Systemhäuser bei ihrer strategischen Ausrichtung hyperkonvergente Infrastruktur mit hybridem Management unbedingt in Betracht ziehen.

* Diplom-Wirtschaftsinformatiker Henrik Hasenkamp verantwortet als CEO die Strategie und Ausrichtung von Gridscale, einem europäischen IaaS- und PaaS-Anbieter. Das Unternehmen adressiert insbesondere mittelständische Unternehmen.

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