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Cloud Congress in Shanghai Huaweis Cloud-Strategie mit Partnerschaften

Redakteur: Klaus Länger

Als Netzwerkausrüster und Storage-Anbieter gehört Huawei bereits zu den ganz großen Nummern. Nun will sich die chinesische Firma auch mit Cloud-Plattformen profilieren. Den Schlüssel dabei bilden Partnerschaften.

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Huawei sieht große Wachstumschancen im Cloud-Geschäft, das gemeinsam mit Partnern aus der Industrie und der TK-Branche entwickelt werden soll.
Huawei sieht große Wachstumschancen im Cloud-Geschäft, das gemeinsam mit Partnern aus der Industrie und der TK-Branche entwickelt werden soll.
(Bild: VBM-Archiv)

Mehr als 10.000 Huawei-Angestellte, Partner und auch Journalisten haben am 18. Und 19. September am Cloud Congress der chinesischen IT-Firma in Shanghai teilgenommen. Mit dieser Konferenz, die nach 2013 und 2014 zum dritten Mal stattfindet, will sich der Hersteller auch als Anbieter von Cloud-Infrastruktur etablieren. Als Anbieter von TK-Hardware hat Huawei inzwischen Ericcson als Nummer Eins abgelöst. Huawei hat weltweit etwa 170.000 Angestellte und ist teilweise genossenschaftlich organisiert.

Beim Cloud-Geschäft hat man zwar gute Zuwachsraten zu verzeichnen, ist aber im Gegensatz zu anderen Sparten noch keiner der Big-Player. Aber Eric Xu, einer der drei abwechselnd amtierenden CEOs von Huawei, sieht in der Cloud das Geschäft der Zukunft. Da der Markt für Cloud-Lösungen noch recht jung ist und üppiges Wachstum verspricht, sieht man sich bei Huawei aber durchaus noch gemeinsam auf der Startlinie mit anderen Anbietern.

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Schaffung eines Cloud-Ökosystems

Huawei schwebt dabei die Bildung eines offenen Cloud-Ökosystems in Zusammenarbeit mit Partnern vor. In Deutschland will man beispielsweise gemeinsam mit der Telekom in den Public-Cloud-Markt einsteigen. Daneben entwickelt der Konzern auch gemeinsam mit Industrie-Partnern wie Siemens Lösungen für die Industrial-Cloud. Im Zentrum stehen dabei laut Yan Lida, Präsident der Enterprise Business Group bei Huawei, zunächst die Bereiche Finanzwesen, Verwaltung, Energie und Logistik. Huawei hat zudem ein Internet-of-Things-Forschungszentrum in München eingerichtet.

Eric Xu zufolge übernimmt Huawei bei Cloud-Partnerschaften den Part, den die Firma am besten beherrscht: die Bereitstellung der IT-Infrastruktur, der Software-Basis und der Enterprise-Cloud-Dienste. Die Software-Basis besteht aus FusionSphere als Cloud-OS auf Basis von OpenStack, FusionStage als Distributed-Computing-Architektur und aus FusionInsight, das die Plattform für Big-Data-Analysen bildet.

Bekenntnis zu OpenStack

Laut Huawei ist die neue Version des Cloud-OS FusionSphere 6.0 zu 100 Prozent kompatibel zu seiner Basis OpenStack. An der Entwicklung dieser Open-Source-Plattform sind auch Firmen wie IBM, Intel, HP, RedHat, Rackspace, Dell, Fujitsu, NetApp oder EMC beteiligt. Mit der neuen Version der Huawei-Software wird nun auch OpenStack-Cascading unterstützt. Mit dieser Technik lassen sich größere Clouds über mehrere Standorte hinweg realisieren. Weitere Neuerungen sind Micro-Services und Container. Zudem unterstützt FusionSphere auch Docker für virtualisierte App-Container.

Bündnis mit Micron für Flash statt HDD

Auf dem Huawei Cloud Congress hat die chinesische Firma auch eine strategische Kooperation mit dem Flash-Hersteller Micron geschlossen. Deren Ziel ist es letztlich, SSDs bei gleicher Kapazität nicht teurer zu machen, als SAS-HDDs mit 15.000 U/Min. So sollen mit SSDs bestückte OceanStor-Speichersysteme für den selben Preis angeboten werden wie solche mit schnellen HDDs. Huawei will dabei SSDs mit selbst entwickelten Controllern einsetzen. Hier ist sowohl SAS, als auch NVMe als Schnittstelle geplant. Micron wird nur die Flash-Module liefern. Huawei will mit der selbst entwickelten Controller-Technologie nicht nur Kosten sparen, sie soll auch eine höhere Leistung liefern als die bisherigen SSDs auf dem Markt.

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