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HPE: Systemhäuser treiben die digitale Transformation

| Autor: Michael Hase

Ulrich Seibold, Channel-Verantwortlicher bei HPE, rät Partnern zur Zusammenarbeit in Ökosystemen.
Ulrich Seibold, Channel-Verantwortlicher bei HPE, rät Partnern zur Zusammenarbeit in Ökosystemen. (Bild: Foto-Grafikatelier Gudrun de Maddalena)

Die Digitalisierung bietet Systemhäusern die Chance, sich zu Transformationspartnern ihrer Kunden zu entwickeln, meint Ulrich Seibold, Vice President Channel bei HPE. Dafür müssen sie allerdings ein breiteres Set an Fähigkeiten ausbilden.

ITB: HPE hat Ende 2017 Künstliche Intelligenz ins Rechenzentrum eingeführt. Welche Veränderungen kommen dadurch auf IT-Abteilungen zu?

Seibold: Unsere Plattform Infosight behebt 86 Prozent der erkannten Infrastruktur-Probleme automatisch, ohne dass der Kunde davon etwas mitbekommt. Stand heute bieten wir diese Funktionalität für unsere Storage-Lösungen Nimble und 3PAR an und werden sie sukzessive auf das komplette Rechenzentrum ausweiten. Unternehmen wollen Künstliche Intelligenz aber nicht nur dort, sondern auch in Fabriken, Call Centern oder im Service einsetzen. Überall kommt das gleiche Prinzip zum Tragen: Computer lernen durch die Analyse riesiger Datenmengen, Entscheidungen automatisch zu treffen oder Menschen fundierte Handlungsvorschläge zu machen. Das Interesse ist riesig, und entsprechend gut laufen unsere Geschäfte im High Performance Computing. Für die IT-Abteilung bedeutet diese Entwicklung, dass sie sich besser als Partner auf Augenhöhe mit der Geschäftsleitung etablieren kann, um die digitale Transformation voranzutreiben.

ITB: Und was bedeutet diese Entwicklung für Systemhäuser?

Seibold: Sie können zu Transformationspartnern der Kunden werden. Das ist eine Chance, aber auch eine Notwendigkeit, um die ­eigene Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Dafür brauchen Systemhäuser allerdings deutlich breitere Kenntnisse und Fähigkeiten als in der Vergangenheit. Die Aufgabe beginnt bei der Erfassung von ­Daten in Dingen aller Art: in Maschinen, Fahrzeugen, Smartphones, Wearables. Als nächste Schritte folgen die Voranalyse, Weitergabe, Aggregation, Normalisierung und Tiefenanalyse der Daten, um automatische oder teilautomatische Aktionen daraus abzuleiten. Wir sprechen vom „Triple-A-Ansatz“: Acquire, Analyze, Action. Unsere Partner haben in diesen Feldern teils exzellente Kenntnisse und Fähigkeiten. Aber nur wenige können den kompletten Zyklus abdecken. Deshalb ist die Zusammenarbeit in Ökosystemen der Schlüssel zum Erfolg.

ITB: Was hindert Partner daran, die eigene Transformation voranzutreiben?

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Seibold: Momentan sehen wir einen Boom im Volumengeschäft, etwa bei Rack-Servern oder Low End Storage. In Kombination mit Software-defined-Ansätzen können Partner damit konvergente und hybride Lösungen umsetzen. Im Grunde treibt einfache Technologie bei den Partnern die Veränderung voran. Eine grundsätzliche Neuausrichtung erscheint vielen deshalb nicht geschäftskritisch, zumal sie gerade enorm gut verdienen. Dabei profitieren sie vom aktuellen Marktwachstum, aber auch von Projekten rund um die Datenschutzgrundverordnung. Langfristig wird sich das aber als Bumerang erweisen. Denn wer Themen wie Cloud Enablement, IoT, künstliche Intelligenz oder As-a-Service-Modelle nicht beherrscht, wird das Wachstum der Zukunft nicht mitnehmen.

ITB: An Digitalisierungsprojekten sind neben Systemhäusern meist weitere Dienstleister und Lösungspartner beteiligt. Wie lässt sich das Vertrauen zwischen den Beteiligten fördern?

Seibold: Ein Systemhaus kann nicht jedes Thema oder jede Branche bedienen. Ein Fokus auf ein, zwei Branchen mit jeweils ein, zwei Kernthemen ist für den Start vollkommen ausreichend. Damit bekommt das Systemhaus mit den Lösungspartnern auch genügend kritische Masse, um die Partnerschaft nachhaltig aufzubauen – und gemeinsame Projekte und Lernkurven schaffen nun mal Vertrauen.

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