Gartner-Zahlen zum PC-Absatz in Deutschland HP und Fujitsu trotzen rückläufigem Markt

Redakteur: Erwin Goßner

Marktanalyst Gartner hat die Quartalszahlen für den westeuropäischen PC-Markt veröffentlicht. Demnach wurden zwischen Juli und September 11,4 Prozent weniger PCs verkauft als im dritten Quartal 2010. In Deutschland konnten HP und Fujitsu allerdings stark zulegen.

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HP verzeichnete in Deutschland zuletzt ein starkes Wachstum.
HP verzeichnete in Deutschland zuletzt ein starkes Wachstum.

Mitte Oktober hatte Gartner die vorläufigen Ergebnisse für den weltweiten PC-Markt vorgelegt – rund 91,8 Millionen verkaufte PCs ergaben gegenüber dem dritten Quartal 2010 ein Plus von 3,2 Prozent.

Die heute veröffentlichten Zahlen zeichnen für Westeuropa und die lokalen Märkte allerdings ein anderes Bild. Mit 14,8 Millionen verkauften PCs ging der Absatz hier im Vergleich zum dritten Quartal 2010 insgesamt um 11,4 Prozent zurück. Vor allem mobile Rechner, und darunter wiederum besonders die Netbooks, waren für den Einbruch maßgeblich. Während der Absatz von Desktop-PCs um 8,7 Prozent zurückging, brachen die Verkaufszahlen von Netbooks um mehr als 40 Prozent ein.

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Zerschlagen haben sich auch die Hoffnungen der Hersteller, die sie auf den Business-Markt gesetzt hatten. Die erwartete Investitionswelle, die im Zuge des Updates auf Windows 7 losbrechen sollte, blieb angesichts der pessimistischen Wirtschaftsaussichten im Rahmen der Euro-Krise aus. Immerhin lag der Rückgang in diesem Marktsegment nur bei 2,1 Prozent. Im Consumersegment dagegen war ein – ebenfalls krisenbedingter – Rückgang von 18,8 Prozent für Westeuropa zu verzeichnen.

Käuferstreik allerorten

Kein einziges Land geht dabei ohne Blessuren aus diesem Rennen. Während Großbritannien und Deutschland Absatzeinbußen von 10,8 beziehungsweise 7,9 Prozent aufweisen, kommt Frankreich mit einem Minus von 2,1 Prozent noch relativ glimpflich davon. Mit einem Wachstum von 44,4 Prozent hat Asus in diesem Markt noch Schlimmeres verhindert und dabei den Marktanteil von 9,1 auf 13,4 Prozent ausgebaut.

In Großbritannien konnten Apple und Samsung mit Wachstumsraten von 21,8 beziehungsweise 39,0 Prozent die starken Einbußen abfangen, die insbesondere bei Acer aufgetreten sind. Rund 335.000 verkaufte PCs im dritten Quartal bedeuten für Acer UK einen Einbruch von 53,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Acers Schwäche stärkt Wettbewerber

Auch in Deutschland musste Acer viele Federn lassen und mit 42,2 Prozent Minus wie in den beiden vergangenen Quartalen hierzulande die führende Position HP überlassen. Der amerikanische Hersteller schließt das dritte Quartal mit 21,2 Prozent Wachstum ab und führt die Liste mit 473.000 verkauften PCs an.

Einen Platz gut machen konnte auch der deutsch-japanische Hersteller Fujitsu. Mit rund 246.000 verkauften PCs (26,4 Prozent Wachstum) liegt er hinter Asus (315.000 Stück), aber noch vor Dell (241.000 Stück) auf Platz vier. Insgesamt wurden hierzulande im abgelaufenen Dreimonats-Zeitraum 256.000 Rechner weniger verkauft (-7,9 Prozent) als noch ein Jahr zuvor.

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